Nordstadt
2500 Demonstranten fordern mehr Sicherheit
10.12.2009 | 20:57 Uhr 2009-12-10T20:57:00+0100
Dortmund. Heroinspritzen auf Kinderspielplätzen, Prostitution und Drogenhandel auf offener Straße – 2500 Bewohner der Nordstadt demonstrierten am Mittwoch gegen die katastrophalen Lebensbedingungen im Stadtbezirk, vor allem für Kinder. Der Protestmarsch führte zum Rathaus.
Sauwetter! Und Jonas mittendrin. Pitschnass steht der Elfjährige vor dem Rathaus. Wasser läuft in seine Kapuze, als er fragt: „Wird jetzt alles besser?” Jonas hätte es verdient. Er und die anderen 11 000 Kinder, fast 9000 davon unter 14 Jahren, die in der Nordstadt leben. 2500 sind deshalb auf die Straße gegangen, zum Teil an die vier Kilometer marschiert – Kinder, Eltern, Lehrer, Bürger. Für bessere Lebensbedingungen im Stadtbezirk.
"Es wird immer schlimmer hier"
Nirgendwo in Dortmund wohnen mehr Menschen als hier. Und nirgendwo haben Kinder mehr Kummer als zwischen Borsigplatz und Hafen. Bunt auf Weiß haben sie ihre Sorgen und Wünsche auf Transparente geschrieben. Manchmal auch aufgemalt. Ein Banner zeigt eine Bierflasche, eine Spritze und das Wort Straßenstrich – alle drei dick durchgestrichen. „Weg damit!” heißt das. Weg von unserer Haustür. Weg aus unserer Kindheit.
„Rettet die Nordstadt!” skandieren Gruppen, als sich der Lindwurm über die Münsterstraße schlängelt. „Die haben Recht”, sagt ein Passant. Er wohnt in der Schillerstraße. „Es wird immer schlimmer hier. Junkies und Prostituierte laufen auf offener Straße um die Wette.” Aber nicht nur dort. Aicha (14) besucht die Gertrud-Bäumer-Realschule. Sie traut sich nicht mehr auf die Heroldswiese. „Da bedrohen sie dich, da kriegst du Angst.” Sie erzählt von Alkoholleichen, von Rauschgiftsüchtigen, von zwielichtigen Typen, „die aggressiv werden, wenn du sie abwimmelst”. Das ist nicht ihre Welt.
"Die trinken Kaffee und rauchen"
Auch nicht mehr die Welt, in der Sezayi Ucar groß geworden ist. „Als kleiner Junge habe ich bis tief in die Dunkelheit draußen gespielt.” Jetzt sieht der Schulpflegschaftsvorsitzende der Grundschule Kleine Kielstraße zu, dass seine Kinder nahe der Wohnung bleiben. „Auch tagsüber. Da sind sie sicherer.”
14.30 Uhr: Ankunft auf dem Friedensplatz. 30 Minuten später beginnt die Ratssitzung. Die ersten Mandatsträger trudeln ein. Sie umgehen die Menge. „Die könnten was ändern”, sagt die 15-jährige Jasmin. „Aber die sitzen da drinnen, trinken wahrscheinlich Kaffee und rauchen.”
Der Regen prasselt. Kirsten Gilakis und Berye Cürük, zwei Triebfedern der Nordstadteltern, wechseln sich am Mikro ab. Sie verlesen Kinderrechte, die in der Charta der Vereinten Nationen verankert sind: Das Recht, gesund zu leben. Das Recht, zu spielen, sich zu erholen und künstlerisch tätig zu sein. Das Recht auf Schutz vor Gewalt, Missbrauch und Ausbeutung. „Gilt das auch für die Nordstadt?” fragen die Mütter. „Ja!” antwortet die Menge.
Hunderte Luftballons am grauen Himmel
Schließlich steigen Hunderte von Luftballons in den grauen Himmel über Dortmund. „Zukunft für die Nordstadtkinder” steht auf jedem. „Das war das Schlimmste heute”, sagt Marzena Tsaoussidis, als sich die Menge vor dem Rathaus auflöst – „dass niemand herausgekommen ist und etwas gesagt hat. Wenigstens ein paar Worte, die Mut machen. Aber nein, nichts.”
Die Nordstadt hält zusammen, bei Wind und Wetter. Aber sie steht wieder allein – im Regen.
15:51
Rot/Grüne Regierungen, egal ob Stadt oder Land, haben noch NIE viel für die Sicherheit getan, man ist ja tolerant! Wählt was anderes, Dortmunder!
14:21
einfach das problem auf hornbach ummünzen. wenn das da so aussieht, kauf ich da nicht ein. dann wird bestimmt relativ schnell von seiten der stadt was unternommen, wenn die herren politiker von hornbach die leviten gelesen bekommen.
10:15
#1
Das hat wohl gesundheitliche Gründe. Die im Puff arbeiten, brauchen eine ärztliche Bescheinigung, dass sie z.B. kein AIDS haben. Bei Hornbach kann sich jede hinstellen, die im Puff nicht mehr arbeiten darf. - Lecker. Aber dafür bekommt man als Freier seine Infektion auch zum Sonderpreis.
10:10
Wenn Kinder sich bedroht fühlen oder sogar tatsächlich bedroht werden, dann ist nicht mehr eine falsch verstandene Toleranz gefragt, sondern dann muss endlich durchgegriffen werden! Niemand hat das Recht, den öffentlichen Raum so für sich in Beschlag zu nehmen, dass sich andere dort nicht mehr hin trauen. Ich weiß gar nicht, was es da abzuwägen oder zu überlegen gibt, da muss endlich gehandelt werden und zwar so, dass ein für alle mal Ruhe herrscht!
23:57
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21:19
...das einfachste und beste wäre es den Strassenstrich in Dortmund am Hornbach zu verbieten.... zumindest würde ich dort nix einkaufen in so einem Drecksloch..... igitt das sich die Stadtväter in Dortmund nicht schämen, die haben doch eien offiziellen Puff am Steinplatz.... wieviel Sex muss denn noch angeboten werden...ätzend.. ein Ex-Dortmunder traurig das alles.......
21:11
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