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25 neue Spielhallen in nur zehn Monaten in Dortmund

14.09.2012 | 06:00 Uhr
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25 neue Spielhallen in nur zehn Monaten in Dortmund
In Dortmund schießen mehr und mehr Spielhallen aus dem Boden.Foto: Matthias Graben

Dortmund.   Immer mehr Spielhallen - und die Stadt Dortmund kann nichts tun. Noch nicht. Denn derzeit greifen die Spielhallenbesitzer zu allerlei Tricks, um immer neue Vergnügungsstätten zu eröffnen. Nun soll ein neuer "Masterplan Vergnügungsstätten" baldmöglichst den Wildwuchs eindämmen.

25 neue Spielhallen in nur zehn Monaten. Mittlerweile 191 insgesamt. Und die Stadt muss dem Wachstumsmarkt mit Bauchschmerzen zusehen. Noch immer sind ihr zu oft die Hände gebunden, um Einhalt zu gebieten.

Erst im November hatte Baudezernent Martin Lürwer zum Handeln aufgerufen. Die Stadt brauche einen „Masterplan Vergnügungsstätten“, um mit neuen Konzepten künftigen Spielhallen-Betreibern einen Strich durch die Rechnung zu machen . Wohlbemerkt: Damals lag die Zahl der Spielhallen bei 166 mit 1634 Automaten.

Schon das eine deutliche Zunahme gegenüber den Vorjahren. Zum 1. Juli sind die Zahlen noch dramatischer gestiegen. Auf jetzt 191 Spielhallen (mit 1921 Automaten) . Damit weist Dortmund eine höhere Dichte an Daddelhallen auf als alle anderen kreisfreien NRW-Städte.

Das Problem

Ist kein neues: Wenn Geschäfte die Segel streichen, herrscht oft nur kurz Leerstand. Rien ne va plus - nichts geht mehr? Von wegen: Immer häufiger stehen die neuen, eher unbeliebten, Mieter schon auf der Matte. Was für die einen ein Wachstumsmarkt ist, ist für andere eine finanzielle und gesundheitliche Gefahr. Nicht zuletzt auch ein Imageverlust vor Ort.

Die legalen Tricks

2006 wurde die Spielverordnung geändert. Seitdem ist die Zahl der Glücksspielautomaten pro Spielhalle festgelegt. Sogar die Mindestabstände zwischen den Geräten sind vorgeschrieben, damit kein Spieler zwei Geräte gleichzeitig mit Geld füttern kann. Statt sich von der Verordnung die Einnahmequellen abgraben zu lassen, gehen die Unternehmer neue Wege: So würden Spielhallen durch Trennwände in Mehrfachhallen umgewandelt und gleich mehrere Gewerbe angemeldet.

Ein klarer Trend, weiß Heike Tasillo vom Ordnungsamt. Die jüngsten Zahlen verdeutlichen es: 30 der 191 Spielhallen bestehen aus zwei separaten Hallen mit getrennten Eingängen. Eine Halle wurde in vier unterteilt. Zudem gibt es drei 5er-Hallen und sogar eine Spielhalle an der Bornstraße, die gleich sechs Betriebe unter ein Dach nimmt. Die Zahl der Mehrfach-Konzessionen für Großspielhallen nimmt zu.

Das tut die Stadt

Immer wieder versuchen Betreiber auch in der City ihr Glück, scheitern aber an der Stadt. Die schließt neue Spielhallen über Bebauungspläne in der City aus; existierende Spielhallen haben aber Bestandsschutz. Frei nach der Klassifizierung der Baunutzungsverordnung gilt: Spielhallen, größer als 100 qm, sind nur in Kerngebieten möglich. Neben der City sind das die meisten Nebenzentren (Hombruch Aplerbeck, Hörde, Brackel).

Spielhallen unter 100 qm sind auch in Misch- oder Gewerbegebieten erlaubt. Oft an Zubringern zu den Zentren wie Hermannstraße, Märkische Straße, Hohe Straße, Hamburger Straße. Nicht zulässig sind sie in reinen Wohngebieten. Heike Tassilo sieht eine „Konzentration in der Nordstadt und am Hellweg“. Hinzu komme die Dunkelziffer: „Wir finden immer wieder mal unangemeldete Spielautomaten in Kneipen und Teestuben.“

Wie geht es weiter?

Wildwuchs ist unerwünscht. Eine Begrenzung jedoch schwer: Grundsätzlich verbieten lässt sich die Ansiedlung nicht. Deshalb brauche man einheitliche Richtlinien, um Ansiedlungen besser steuern oder verhindern zu können, ließ sich Baudezernent Martin Lürwer im November zitieren. Um effektiver handeln zu können, solle der „Masterplan Vergnügungsstätten“ kommen.

Ein Gutachter soll für 70.000 Euro beauftragt werden. Sein Konzept in die Bauleitplanung der Stadt einfließen. Ein schneller Durchbruch ist kaum zu erwarten. Laut Ordnungsamtschef Ingo Moldenhauer sei der angekündigte Auftrag für den Gutachter erst vor wenigen Wochen rausgegangen, hieß es gestern.

Lösungsansätze

Bei der Stadt denkt man darüber nach, Spielhallen bald nicht mehr so großflächig auf Fassaden werben zu lassen oder statt im Erdgeschoss im ersten Stock einzuquartieren.

Von Peter Ring

Kommentare
14.09.2012
10:02
25 neue Spielhallen in nur zehn Monaten in Dortmund
von Haschpapa | #7

da wird sich die KLS GmbH aber ärgern,
dass sie diese Buden nicht mehr versichern kann,
weil sie Insolvenz anmelden musste :-)))

da gehen mal so eben 25000 Euro Provision flöten :-))))

14.09.2012
09:59
25 neue Spielhallen in nur zehn Monaten in Dortmund
von Haschpapa | #6

die Gier der Stadt ist eben sehr groß !

schon bei den Wettbuden ermöglichte die Stadt Dortmund den Betreibern das dicke Geschäft, weil es in den Nachbarstädten untersagt wurde :-)

Für ein paar kleine Aufmerksamkeiten bekommt man schnell mal eine Genehmigung!

Solche Zahlungen kann man ja später auf den Preis aufschlagen :-)

Oder eben bei der Steuer etwas tricksen :-)))

Die Finanzbeamten schauen ja auch gerne weg,
wenn sie bei einer Prüfung mit leckerem Kaffee abgelenkt werden !!!

Ein Hoch auf unsere Beamten mit den sicheren Pensionsansprüchen!

1 Antwort
25 neue Spielhallen in nur zehn Monaten in Dortmund
von Eduard79 | #6-1

Ich gehe davon aus, dass Sie für keine Ihrer Behauptungen (die da wären: Korruption und Bestechung) auch nur den Ansatz eines Beweises haben.
Von daher: Ganz billiges "Die da oben"-Bashing.

Wenn die Gier der Stadt so groß ist, warum versucht man dann sogar über Bebauungspläne, Spielhallen zu verhindern?

14.09.2012
09:54
@ Rattenscharf | #3
von Partik | #5

"Wovon leben die eigentlich?"

Von per Automat gewaschenem Schwarzgeld?

14.09.2012
09:24
25 neue Spielhallen in nur zehn Monaten in Dortmund
von OmenEstNomen | #4

Es ist ja nicht so, als dass man dagegen nichts unternehmen könnte. Warum wird in den Räten immer so lange gepennt bis das Kind in den Brunnen gefallen ist?

14.09.2012
09:22
Pest!
von Rattenscharf | #3

die verhunzen ganze Stadtteile. Ich sehe da fast nie jemanden reingehen. Wovon leben die eigentlich?

1 Antwort
25 neue Spielhallen in nur zehn Monaten in Dortmund
von OmenEstNomen | #3-1

Die laufen gut. Nur schlüpft man halt schnell rein und raus. Wie beim Puff.

14.09.2012
07:51
Interessant ist ...
von Partik | #2

... dass man die Einkommensdichte einer Stadt oder eines Stadtteils anhand der Spielhallen und Wettbüros erkennen kann. Je weniger Geld die Bewohner haben, umso mehr von den Groschengräbern findet man dort.

In sofern ist es sicher auch eine gesellschaftliche Aufgabe, die sowieso schon finanziell nicht besonders gut dastehenden Bewohner vor sich selbst zu schützen.

1 Antwort
25 neue Spielhallen in nur zehn Monaten in Dortmund
von xxyz | #2-1

Das ist sicher richtig, nur wenn man richtig süchtig ist, reicht kein Geld, das man mit normaler Arbeit verdienen kann.

14.09.2012
07:37
25 neue Spielhallen in nur zehn Monaten in Dortmund
von xxyz | #1

Was ist nur so interessant daran, vor einem blinkenden Automaten zu hocken?
Das Problem ist bundesweit vorhanden.
Es erstaunt, dass es hier keine gemeinsamen Initiativen/Pläne gibt, die dann von städtischen Angestellten auf die Stadt angepasst werden. Braucht man für alles externe Gutachter?

Es wird Zeit, dass
- die Sicherheitsauflagen der Spielhallen erhöht werden, da es immer wieder zu Überfällen kommt
- dass die Auflagen bzgl. Geldwäsche erhöht werden
- dass die Vermeidung von Spielsucht stärker berücksichtigt wird.

Die STadt reagiert mal wieder sehr spät. Das Problem ist seit Jahren bekannt. Ferner ist die Nordstadt wohl das Paradies aller Süchtigen. Neben Saufraum, kommender Drogenausgabe stimmt auch die Infrastruktur für die Spielsüchtigen.

Bei den vorhandenen finanziellen Mitteln der Einwohner sind die Konsequenzen klar.

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