Stadtpolitik : 25-Jähriger wird CDU-Chef in Dortmund
Dortmund. Die Dortmunder CDU hat einen parteiinternen Rekord aufgestellt: Mit Steffen Kanitz hat sie ab sofort den nach eigenen Angaben jüngsten Kreisverbandsvorsitzenden in ganz Deutschland. Gerade mal 25 Jahre alt ist Kanitz und neigt eher zu Jamaika als zu Schwarz-Rot.
Die Dortmunder CDU unterzieht sich an der Spitze einer radikalen Verjüngungskur. Am Samstag wählten die Christdemokraten in der größten Ruhrgebietsstadt den 25-jährigen Steffen Kanitz zu ihrem Vorsitzenden.
Der gelernte Betriebswirt, der erst kürzlich sein Studium abschloss und jetzt beim Energieversorger Gelsenwasser arbeitet, ist damit der jüngste Chef eines CDU-Kreisverbandes in Deutschland. Kanitz setzte sich mit deutlicher Mehrheit gegen zwei Mitbewerber durch. Er löst Erich G. Fritz ab, der die Dortmunder CDU fast 25 Jahre geführt hat und nicht mehr kandidierte. Der 62-Jährige, nun Ehrenvorsitzender, will sich ganz auf sein Bundestagsmandat konzentrieren.
70 Prozent der Mitglieder über 50 Jahre
Steffen Kanitz, Vorsitzender der örtlichen Jungen Union und erst seit zwei Jahren im Parteivorstand, kündigte einen innerparteilichen Modernisierungsprozess an. Er übernimmt einen Kreisverband, dessen rund 2300 Mitglieder zu 70 Prozent über 50 Jahre alt sind. Außerdem leiden die Christdemokraten in der Herzkammer der Sozialdemokratie am chronischen Schmerz der Daueropposition.
Bei der Kommunalwahl im August blieb man mit knapp 29 Prozent unter den Erwartungen. Selbst die „Haushaltslügen”-Affäre der SPD konnte die Union nicht in Gewinne ummünzen.
Absage für Schwarz-Rot
Von Freizeit-Basketballer Kanitz erhofft sich die Partei nun zielsichere Korbwürfe und passgenaues Zuspiel. Er gilt als offen gegenüber neuen politischen Konstellationen, hält „Jamaika” mit der FDP und den Grünen für realistisch. Die CDU will er deutlicher in der Bevölkerung verankern. Einer von Teilen der Sozialdemokraten erhofften Zusammenarbeit mit der SPD im Dortmunder Stadtparlament erteilte er dagegen eine klare Absage. „Schwarz-Rot halte ich für falsch”, sagte er der WAZ.
Dass er als Youngster einem in Ehren ergrauten Kreisverband vorsteht, sei für ihn „kein Stück befremdlich”. Für seine Partei ist das jugendliche Alter ihres neuen Vorsitzenden offenbar ebenfalls kein Problem: Ausdrücklich unterstützt wurde Kanitz nämlich von der Senioren-Union.




















