25 000 beim Juicy Beats im Westfalenpark
31.07.2010 | 21:27 Uhr 2010-07-31T21:27:00+0200
Dortmund. Das Juicy Beats hat am Samstag 25 000 Besucher in den Westfalenpark gelockt. Eins der Hauptgesprächsthemen beim Festival: die Loveparade. Aber auch der bittere Beigeschmack konnte die Stimmung nicht verhageln.
Schon am frühen Nachmittag war's auf dem Festivalgelände proppenvoll. Wo sonst erst gegen Abend die Menschen in den Dortmunder Westfalenpark strömten, wollten viele bei der 15. Auflage von Juicy Beats schon die ersten kleineren Acts sehen. Von den Hauptacts wie Tocotronic, Nouvelle Vague oder den Sternen ganz zu schweigen. Zugegeben: Das Wetter spielte ja auch ganz vortrefflich mit.
So viele Acts gab's noch nie
Und auch sonst war einiges anders in den den Jahren zuvor: "So viele Act wie dieses Jahr hatten wir noch nie", bestätigt Mit-Organisator Martin Juhls. Mehr als 500 Künstler mischten das Festival auf - neben Live-Acts auf den Bühnen und Floors auch niederländische Künstler im Container-Dorf "Concrete Playground". Das Fazit der Organisatoren: "Wir sind sehr zufrieden."
Um alle positiven Neuerungen in einem Satz abzufeiern: mehr Kassen, mehr Bierstände, mehr Eingänge, weniger Wartezeit, mehr Bühnen und Acts, weniger Gedrängel dank Wellenbrechern vor der Hauptbühne, kein Regen. Ist doch schon mal eine ganze Menge. Zudem, so Juhls, seien im Vorverkauf mehr Karten über den Ladentisch gegangen als sonst - was den Ansturm am Einlass noch mehr entzerrte.
Gedenkminute mit und ohne Schweigen
Nur mit den Gedenkminuten für die Opfer der Loveparade klappte es nicht ganz so wie es sollte - wenn auch die Organisatoren die Sache ein wenig anders sahen. Um 18.45 Uhr ging zwar wie geplant auf allen Bühnen die Musik aus. Aber geschwiegen wurde kaum. Eigentlich änderte sich auf dem weitläufigen Gelände gar nichts. Nur direkt vor der Hauptbühne kam die Schweigeminute überhaupt an - zumal die Worte des Pfarrers der Paulusgemeinde an der Schützenstraße kaum durch den Verstärker drangen. "Die Festivalbesucher haben große Solidarität mit den Opfern gezeigt", so Juhls. "Danach war das Feiern viel entspannter."
Die Kondolenzwand, die die Kirchen zusammen mit dem städtischen Jugendamt auf dem Festivalgelände aufgebaut hatten, kam gut an. Von den wenigen unvermeidbaren Schwachsinns-Sprüchen ganz abgesehen. Idioten gibt's immer. "Hier kommen viele Gespräche zustande - das hatten wir so gar nicht erwartet", meinte eine evangelische Pfarrerin. Und schon spricht sie der Nächste an: "Ich war auch da, aber zum Glück viel früher. Was sagen die Leute denn so?" ...
Bitterer Beigeschmack - gelöste Stimmung
Aber selbst der bittere Beigeschmack der Loveparade-Tragödie im Hinterkopf - denn kurz daran gedacht hat sicher jeder Festivalbesucher - konnte die Stimmung beim Juicy Beats nicht verhageln. Bis tief in die Nacht ging die Party weiter.
23:18
ich find das juicy beats über die jahre irgendwas verloren hat.
ich freu mich aber trotzdem, weil man als besucher merkt das man sich für die veranstaltung sehr viel mühe gibt.
13:59
Juicy Beats ist eine tolle Veranstaltung mit gutem Konzept und – zumindest in diesem Jahr – gut organisiert und mit gutem, abwechslungsreichem Programm. Und wenn sich Leute über die zu geringe Lautstärke nach 22:00 Uhr beklagen, dann ist das gut nachzuvollziehen. Diese ist aber bestimmt nicht den Organisatoren zuzuschreiben sondern der allgemeinen Spaßbremsigkeit der Dortmunder Behörden. Und mit der Love Parade hat Juicy Beats nun wirklich nichts zu tun.
Bis auf eine Gemeinsamkeit, die aber vielleicht doch nicht so unwichtig ist – nämlich dem Fetisch der großen Zahl. Warum faken die Loveparade-Macher immer schon ihre Teilnehmerzahlen & warum titelt derWesten.de mit „25 000 beim Juicy Beats im Westfalenpark“ (verändert von „20 000 beim Juicy Beats im Westfalenpark“)? Seit wann sagen Teilnehmerzahlen etwas über die Qualität einer Veranstaltung aus? Gäbe es nicht genug andere Aufhänger für einen Bericht über Juicy Beats? Und wird im September irgendjemand titeln „1500 beim Galakonzert der Dortmunder Philharmoniker im Konzerthaus“? Warum muss bei Veranstaltungen aus dem popmusikalischen Kontext immer die große Masse zu deren Legitimation dienen? Weil es letztlich doch wieder nur um Geld geht? Weil Pop eben nur Massenkultur ist???
01:19
Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.
14:31
schon heftig, dass einige Leute ihr Unvermögen mit bestimmten Situationen klar zu kommen auf andere über stülpen wollen.
Was hat Juicy Beats mit der Loveparade zu tun?
Auf beiden wird mehr oder weniger techno gespielt - deswegen darf es jetzt keine Veranstaltung mit Techno mehr geben?
Es wurde niemand daran gehindert zu trauern.
Aber es soll doch bitte niemand daran gehindert werden zu feiern, der mit der Lovepareade nix am Hut hat.
Warum unschuldige bestrafen wollen?
Es war eine sehr schöne, vielseitige und entspannte Veranstaltung mit sehr vielen Höhepunkten und die Infrastruktur war spürbar besser als 2009 - Nur mehr Toiletten wären noch schön gewesen - bei 50 Cent pro Toilettengang im Container sollte das ja leicht zu finanzieren sein.
12:28
Man kann die Loveparade 2010 in Duisburg mit nun geschätzten 450 000 Besuchern und ihren miesen Randbedingungen, den Planungspannen und Fehlern der Veranstalter und Behörden doch nicht mit den Juicy Beats, einer erprobten Veranstaltung auf einem idealen Gelände mit ca. 25 000 durch Kartenverkauf limitierten und gezählten Besuchern vergleichen.
Gut fand ich, daß eine Gedenk- und Schweigepause für die Opfer der Loveparade eingelegt wurde und daß zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen wie weitere Eingänge, Verkaufsstände, Sicherheitspersonal und Wellenbrecher vor der Hauptbühne getroffen wurden.
Warum sollte dieses Festival abgesagt werden? Die Trauer um die Toten von Duisburg bleibt davon doch unberührt.
08:36
@#14, Infi
...und dafür diese extreme Erhöhung der Ticketpreise.
gaht so. da die meisten leute ja wissen, das sie dahin wollen, kann man sich die karten durchaus für 18 euro im vorverkauf holen. selbst ein ganz normales konzert von jan delay, fanta4 oder den popolskis kostes in der regel fast das doppelte von dem, was die juicybeats kostet. dafür im idealfall 8-10 konzerte namhafter bands plus 6 stunden party bei diversen djs finde ich preislich absolut nicht zu schlagen. abgesehen davon ist die hin- und rückfahrt dann noch im preis enthalten. eine fahrt aus mülheim nach dortmund kostet 9,20. da zahle ich also im vvk 0,40 cent weniger als alleine die fahrt kostet und nehme das ganze festival umsonst mit. günstiger geht es eigentlich nicht mehr.
19:51
Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.
19:41
Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.
18:45
Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.
18:22
Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.