245.000 Jecken in Dortmund beim Rosenmontagszug als BVB-Meisterfeier-Probe

Foto: WR-Ralf Rottmann

Dortmund.. Ob zu „Cowboy und Indianer“ oder zu „Heja BVB!“ mitgeschunkelt wurde – an guter Stimmung mangelte es den Dortmunder Jecken auf dem Rosenmontagszug nicht. Unter strahlend blauem Himmel ließen es 245.000 Karnevalisten mächtig krachen.

Piraten, Hexen, Clowns: Auch in diesem Jahr waren traditionell Kostümierte klar in der Überzahl. Interessant dabei zu beobachten waren die Gegensätze. So standen Sträflinge neben Polizisten, Teufelchen neben Engeln, Spiderman neben Batman. Unterbrochen wurde dieses Bild von einigen unkonventionellen Aufmachungen, etwa einem weiblichen Briefkasten, der verriet, gestern nur Liebesbriefe angekommen zu haben, einigen Erdbeeren und einer Zapfsäule. Blickfang für viele war auch eine BVB-Drag-Queen. „Im Stadion ziehe ich das aber nicht an“, gestand die „Dame“.

Passend zur Meisterschaftseuphorie waren zudem auffällig viele „Borussen-Fans“ unterwegs. „Wer wird Deutscher Meister? BVB Borussia!“ schallte es deshalb hier und da, standesgemäß am lautesten vom BVB 09 Fanmobil der Ruhrstadt Funken. „Der Wagen gefällt mir am besten“, kommentierte Dauerkartenbesitzerin Birgit Kratzhuller stellvertretend für viele Karnevalisten. Auf den Einwand, einer Passantin, dass ein Trikot ja kein echtes Kostüm sei, erwiderte ein entsprechend gekleideter Karnevalist. „Ich bin eigentlich Schalker. Wenn ich nicht gut verkleidet bin, wer dann?“ Verständlicherweise zog der Mann es vor, auch den restlichen Rosenmontag unerkannt zu bleiben.

Karneval in Dortmund

Karneval in Dortmund
Katrin Figge

Einen Düsseldorfer, der freiwillig zum Dortmunder Karnevalszug geht, gibt es nicht? Gibt es doch! „Natürlich sind am Rhein noch mehr Leute unterwegs, aber die Stimmung ist auch in Dortmund super“, sagte Thomas Wuthe, der die Tradition seiner Heimat mit einem Schal von Fortuna Düsseldorf hochhielt. Zugegeben, heute wohnt der Düsseldorfer in Unna, deshalb sei der Weg nach Dortmund deutlich kürzer. „Trotzdem, ich komme wirklich gerne her.“ Dass Dortmund fast die Stimmung einer Karnevalshochburg hat, bestätigte auch Martina Al-brecht vom Traditionsverein Dortmunder Bühne. „Unsere Mädels sind jedes Jahr in Köln, da ist schon was los. Aber viel stehen wir Dortmunder nicht nach.“

Dass der Umzug für viele eine langjährige Tradition ist, ließ sich auch an diesem Rosenmontag 2011 beobachten. So trifft sich zum Beispiel ein Freundeskreis aus Wickede und Asseln seit 20 Jahren jeden Rosenmontag an der Kuckelke mit seinem eigenen Stehtisch. „Die letzten Jahre hatten wir sogar immer einen Bollerwagen mit eigener Musik dabei“, sagte Wilfried Hofmann. Das sei aber für die Feierei danach zu lästig. „Früher hatten wir alle auch immer unsere Kinder dabei, die sind aber jetzt groß und gehen zu ihren eigenen Feiern“, so Ehefrau Silvia. Die Tradition halte man dennoch hoch.