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Frühgeburt

22 Zentimeter, 280 Gramm: Frühchen aus Dortmund kämpft sich ins Leben

08.02.2011 | 17:57 Uhr
22 Zentimeter, 280 Gramm: Frühchen aus Dortmund kämpft sich ins Leben
Das Frühchen aus Dortmund hat bereits ordentlich zugelegt.

Dortmund.   Dortmunds kleinste Kämpferin: Mit 280 Gramm und 22 Zentimetern ist das Mädchen vor fünf Monaten auf die Welt gekommen. Jetzt hat das Extrem-Frühchen das Krankenhaus verlassen – dank seines enormen Lebenswillens.

Ärzte und Pflegepersonal bezeichnen sie stolz als „Dortmunds kleinste Kämpferin“: Mit gerade einmal 280 Gramm Geburtsgewicht und 22 Zentimetern Körperlänge ist das kleine Mädchen vor fünf Monaten auf die Welt gekommen. Nur seinem enormen Lebenswille habe es zu verdanken, dass es sich bislang prächtig entwickelte und die Klinik verlassen kann.

„Es ist ein kleines Wunder, dass dieses Kind lebt“, Professor Dr. Dominik Schneider, Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin in Dortmund, hat in seiner Arbeit mit vielen kleinen Wundern und ebenso vielen Schicksalen zu tun, doch der Lebenswille von „Dortmunds kleinster Kämpferin“ hat auch ihn hörbar beeindruckt. Mit gerade einmal 280 Gramm Geburtsgewicht und 22 Zentimetern Körperlänge kam das kleine Mädchen vor fast fünf Monaten zur Welt, nun konnte es das Perinatalzentrum am Dortmunder Klinikum verlassen – mit annähernd dem zehnfachen seines Geburtsgewichts.

Rund 2000 Babys waren es allein 2009, die in Nordrhein Westfalen „extrem früh“ geboren wurden. Sie alle wogen bei der Geburt unter 1500 Gramm. Je geringer das Ge­wicht, desto schwieriger ist es für die Ärzte, die Babys durchzubringen, desto höher sind die Gefahren von ernsthaften Komplikationen oder Spätfolgen. 100 dieser Babys wogen unter 500 Gramm, etwa die Hälfte von ihnen hat überlebt.

Soweit die nackten Zahlen. Über die hat sich die kleine Patientin in Dortmund mit ihrem „enormen Kampfes- und Lebenswillen“ einfach hinweggesetzt.

Kaum mehr als ein Stück Butter

Vor fast fünf Monaten, gerade einmal in der 24. Schwangerschaftswoche, deutete sich bei der Mutter des Mädchens - dessen Namen die Ärzte aus Rücksicht auf die Familie nicht nennen - eine Ablösung des Mutterkuchens an. Die einzige Chance bestand in einer schnellen Geburt, be­schreibt Dr. Dominik Schneider die dramatischen Stunden.

Gerade einmal 280 Gramm Leben brachten die Ärzte auf die Welt, das kleinste Baby, das man in Dortmund je behandelt hatte. 280 Gramm, das ist nur wenig mehr als ein Stück Butter, ein gutes halbes Pfund Kirschen - kaum vorstellbar. Auch für die Spezialisten eine Herausforderung. „Normalerweise werden so extrem kleine Kinder bei uns nicht intensivmedizinisch behandelt“, sagt Klinikchef Schneider. Oft seien die Kinder gar nicht lebensfähig, würden lediglich mit Schmerzmitteln versorgt. Oft werde ihnen ein würdiger Abschied ermöglicht.

Nicht so in diesem Fall, der oben beschriebene Lebenswille aber auch die „ungetrübte Zuversicht“ der Eltern überwanden alle Statistiken.

Etwa sechs Wochen musste das Mädchen beatmet werden. „Wir haben versucht, ihr im Brutkasten noch viel Ruhe zu gönnen“, beschreibt Schneider. Dennoch musste unter anderem eine Infektion mit Antibiotika behandelt werden, bekam das Kind eine Bluttransfusion, musste es bei der Darmentleerung unterstützt werden, „alle Organsysteme waren unterwickelt“, so der Arzt. Sehr früh konnten die Experten auch die Eltern dazuholen, von deren Engagement der Arzt regelrecht schwärmt. „Für viele Eltern ist die Situation auf der Intensivstation sehr belastend“, beschreibt Schneider, warum es nicht selbstverständlich ist, dass Eltern sich so einbringen. Ziel sei es, dass das Kind viel Nähe und Wärme empfinde, durch den Klang der Stimme oder durch Berührungen.

Spätfolgen ungewiss

Längst ist nicht klar, ob die kleine Kämpferin von Spätfolgen verschont bleiben wird -- mögliche Folgeschäden bei Frühchen reichen von Konzentrationsstörungen in der Schule bis hin zu ernsthaften Entwicklungsstörungen - doch einen ersten Sieg hat sie errungen. Ihr Minimalgewicht, dass zwischenzeitlich bei 250 Gramm lag, habe sie mehr als verzehnfacht, berichtet die Klink, Muttermilch trinke sie mit Appetit, erste Impfungen habe sie gut überstanden.

Der Familie bleibt zu wünschen, dass der die Entwicklung sich so positiv fortsetzt.

Barbara Allebrodt

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Kommentare
09.02.2011
09:21
22 Zentimeter, 280 Gramm: Frühchen aus Dortmund kämpft sich ins Leben
von Vanagas | #5

So süß diese Geschichte auch sein mag ,
machen wir uns nichts vor , daß Mädchen wird ein lebenlang ein Pflegefall sein .

Wenn Ärzte Gott spielen !

09.02.2011
06:43
22 Zentimeter, 280 Gramm: Frühchen aus Dortmund kämpft sich ins Leben
von EinKnaeuel | #4

Auch von mir, weiterhin alles Gute, den Grund für die Angst vor Nadeln und Ärtzen wirst Du in einigen Jahren verstehen ...
Das Lernen fällt Dir Dank kindlicher Neugier und des Wissensdurstes nicht schwerer als anderen, Das durch die frühe Geburt, weit zurückdatierte Geburtsdatum, gegenüber des eigendlichen Entbindungstermins lässt Dich gegenüber gleichaltrigen kleiner erscheinen, wehr Dich wenn Dich einer deswegen ärgert, hol Dir einen Erwachsenen zur Hilfe... Der, wenn es sein muss, dem Grossen auf den Kopf klopft, nicht um ihm weh zu tun, sondern um ihn ducken zu lassen, sodass er Dir auf Augenhöhe gegenüber steht..
Dann lässt er das.

09.02.2011
04:27
22 Zentimeter, 280 Gramm: Frühchen aus Dortmund kämpft sich ins Leben
von Marzipankartoffelsalat | #3

Alles Gute.
Schön, dass sies geschafft hat.

09.02.2011
00:38
22 Zentimeter, 280 Gramm: Frühchen aus Dortmund kämpft sich ins Leben
von Xavinia | #2

280g... meine Güte... das ist sehr winzig.
Aber kleine Mädchen sind meistens Kämpfer. ;)
Alles Gute für Eltern und Frühchen!

08.02.2011
23:59
22 Zentimeter, 280 Gramm: Frühchen aus Dortmund kämpft sich ins Leben
von Ruhrpottler | #1

Alles Gute für die Kleene.

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