20.000 feiern Syndicate in Dortmund - Härter geht es nicht

Syndicate Festival in den Westfalenhallen.
Syndicate Festival in den Westfalenhallen.
Foto: Ralf Rottmann
Was wir bereits wissen
Bei der Syndicate in der Westfalenhalle tanzten 20.000 Menschen zu stahlharten Techno-Sounds bis in die Morgenstunden. Schon seit 2007 kommen jedes Jahr mehr Techno-Fans nach Dortmund, um die selbsternannten Botschafter des Hardstyle-Techno zu feiern.

Dortmund.. Härter geht es nicht! Die Techno-Party Syndicate beschallte am Samstagabend etwa 20.000 tanzwütige Besucher mit elektronischen Bässen.

Schon seit 2007 kommen jedes Jahr mehr Techno-Fans nach Dortmund. An diesem Wochenende erweiterte die Syndicate sogar noch ihr Programm. Von vier Bühnen knallte der Sound auf die Besucher.

Die selbsternannten Botschafter des Hardstyle-Techno können sich unter den monströsen Installationen feiern lassen, als seien sie die Heilsbringer einer ganzen Generation. Immer wieder schießen zu den schnellen Rhythmen die Hände und Arme in die Luft. Beine fliegen umher, als wollten sie sich vom dazugehörigen Körper lösen.

Um die Bühne schweben Satelliten

In Halle eins strahlen zwei Dutzend Bildschirme hinter den DJs auf die Gäste. Die Artists wirken klein, fast verloren. Auf den Bildschirmen rotieren derweil die Zahnräder, die Kolben pumpen. Ein Maschinenraum, der in den Orbit zu jagen scheint: Um die Bühne schweben nicht nur einige große, glänzende Satelliten, sondern auch drei Monde.

„Wir sind zum dritten Mal hier“, erzählte Lennart. Er war mit zwei Freunden aus den Niederlanden angereist. „Es ist jedes Jahr super.“ Er trägt eine schwarze Hose, die an den Beinen sehr weit geschnitten ist. Er hat sein langes Haar zu einem Pferdeschwanz gebunden, doch auf der linken Schädelhälfte ist es abrasiert. Seine Freundin trägt ein gelbes Piercing zwischen den Augen. Es leuchtet im Dunkel der Tanzfläche. „Es wird Zeit, dass wir ans Tanzen kommen“, ruft Lennart noch, dann verschwindet er in den Massen.

Es herrscht viel Trubel. Zwischen den vier Bühnen ist ständiger Verkehr. In Halle zwei dröhnt der Bass so laut, dass er sogar die Haare auf den Armen tanzen lässt. So wie Lennart und seine Freundin sind viele Techno-Fans verkleidet oder aufreizend angezogen.

Masken wie aus Horrofilmen

Eine Gruppe Mädchen trägt knappe pinke Röcke, einige Männer haben sich die Shirts ausgezogen und sind oberkörperfrei. Andere wiederum tragen Masken wie aus Horrorfilmen, immer wieder leuchten auch die Augen der Menschen in unheimlichen Neonfarben: gefärbte Kontaktlinsen.

Die Musik-Acts sind dunkel, sie wollen klingen wie die Maschinen, die auch auf den Bildschirmen zu sehen sind. Dieser Industrie-Techno muss hart sein, wie Stahl auf Stahl. Auch die Ansagen für die Künstler wirken wie aus einem apokalyptischen Film. Nur, wenn einer der DJs ruft „Und jetzt alle mitsingen“, wirkt das unfreiwillig komisch.

Der Gesang geht ohnehin im Wummern der Bässe unter. Der Rest ist zappeln, rocken, tanzen - und zwar bis Sonnenaufgang. Nach sieben Uhr am Sonntagmorgen schleichen die Letzten erschöpft aus den Hallen.