19-Jähriger soll Mitbewohner vergewaltigt haben

Vor dem Landgericht Dortmund wird die Vergewaltigung verhandelt.
Vor dem Landgericht Dortmund wird die Vergewaltigung verhandelt.
Foto: Archivfoto: Dieter Menne
Was wir bereits wissen
Ein 19-Jähriger soll seinen Mitbewohner und Arbeitskollegen vergewaltigt haben. Ein besonderer Umstand bringt den Prozess-Plan gehörig durcheinander.

Dortmund.. Dem Landgericht droht ein langer, schwieriger Vergewaltigungs-Prozess. Am Dienstag hat die Verhandlung gegen einen 19-jährigen Mann aus Dortmund-Neuasseln begonnen, der seinen Mitbewohner und Arbeitskollegen vergewaltigt haben soll. Ein besonderer Umstand bringt den Prozess-Plan gehörig durcheinander.

Die geistige und gesundheitliche Verfassung eines 19-jährigen Angeklagten lässt nach Ansicht zweier Ärzte lediglich Verhandlungstage von rund einer Stunde zu. Der Auftakt am Dienstag war entsprechend bereits nach kurzer Vernehmung des jungen Mannes wieder beendet.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 19-Jährigen zwei sexuelle Übergriffe vor. Opfer soll ein ebenfalls geistig behinderter Mitbewohner des jungen Mannes gewesen sein. Eine Tat ereignete sich laut Anklage im Wohnheim in Neuasseln, die andere auf der Arbeitsstelle der beiden jungen Männer.

Angeklagter bekommt Medikamente

Während der 19-Jährige also im vergangenen Jahr noch bis zu acht Stunden täglich leichte Arbeiten verrichtet haben muss, ist daran aktuell überhaupt nicht zu denken. Nachdem er vor einigen Tagen eine Betreuerin und einen Mitbewohner attackiert haben soll, bekommt er zusätzliche Medikamente mit deutlich sedierender Wirkung.

Die Folge: Während seiner Vernehmung gähnte der junge Mann in einer Tour. Nach einer knappen Stunde war an eine vernünftige Fortsetzung der Befragung nicht mehr zu denken.

Prozess-Programm umgeworfen

Das Gericht muss nun das ganze bisher geplante Programm umwerfen und sich auf mehrere zusätzliche Verhandlungstage einstellen, die allesamt nur rund eine Stunde dauern dürften.