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15-Jährige rettet Mann vor dem Ertrinken

20.06.2007 | 08:38 Uhr

Laura Klöckener ist seit gestern die Heldin in Eving. Ihrem spontanen Einsatz an den Teichen hat ein 39-jähriger Mann sein Leben zu verdanken. Ohne zu zögern sprang die 15-jährige Schülerin in voller Montur in das Gewässer, um den Ertrinkenden zu bergen.

Letzter Schultag in Eving. Die fünf Kinder der Familie Klöckener bereiten sich auf die Ferien vor. Es ist 12.20 Uhr. Plötzlich hört die 15-Jährige Hilferufe. Dann werden die Rufe durch einen Rasermäher überdeckt. Doch, dann wieder, ganz deutlich vom Teich. Laura Klöckener weiß, wohin sie rennen muss und zögert keine Sekunde.

Erst später wird ihr bewusst, dass bereits viele Menschen am Ufer stehen und zusehen, wie ein offenbar hilfloser Mann in den Fluten um sein Leben kämpft. Der 39-jährige Senegalese ist in der Nachbarschaft als Hausmeister und Hilfskraft bekannt. Wie die Polizei später mitteilt, ist der Mann offenbar auf dem Steg ausgerutscht und bei dem Sturz in den See mit dem Kopf gegen Steine gefallen. Verletzt ist er nicht mehr in der Lage, sich ans rettende Ufer zu schaffen.

Laura zögert keine Sekunde. In Kleidung springt sie mit einem flachen Kopfsprung sofort in das Wasser. Ihr 12-jähriger Bruder Marcel ist hinterhergelaufen und bleibt zur Sicherheit am Ufer stehen, um zur Not seiner Schwester zur Hilfe zu kommen. Doch die macht ihre Sache supergut.

Irgendwie bugsiert sie den immer wieder untergehenden Körper vor sich her. Immer wieder muss sie tauchen, um den Ertrinkenden zu fassen. Doch sie lässt nicht locker, bis endlich, endlich helfende Hände vom Ufer zufassen und den 39-Jährigen ans Land ziehen.

Längst sind Polizei und Feuerwehr alarmiert. Herz- und Atemstillstand werden festgestellt. Die eintreffenden Retter müssen den Mann wiederbeleben. Die Polizei ist schneller vor Ort. Da sie keine Lebenszeichen feststellen, wechseln sich der 23-jährige Beamte und die 27-jährige Beamtin bis zum Eintreffen des Notarztes mit Mund-zu-Mund-Beatmung ab.

Als er später im Krankenhaus ankommt, teilen die Ärzte mit, dass für den Verunglückten nun keine Lebensgefahr mehr besteht.

Wie ein Lauffeuer spricht sich in Eving die Nachricht herum. Die Polizei gratuliert Laura Klöckener: Sie sei die jüngste Lebensretterin Dortmunds. Darauf sind die Eltern Stefan und Nicole mächtig stolz. Ihre Tochter sei ja keine Rettungsschwimmerin.

Laura Klöckener kommen die dramatischen Sekunden später vor "wie im Film". Sie ist völlig geschafft. Aber der Einsatz war real. Vater Klöckener: "Wenn sie nicht gewesen wäre, wäre der Tag in Eving traurig ausgegangen."

Von Gerald Nill

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