1110 Einwände gegen längere Flugzeiten am Airport Dortmund
13.07.2011 | 18:08 Uhr 2011-07-13T18:08:00+0200Dortmund.Der Protest gegen längere Flugzeiten nimmt immer größere Ausmaße an: Wenige Tage vor Abgabeschluss kommende Woche Dienstag, 19. Juli, haben die Bürger 1110 Einwände bei der Münsteraner Bezirksregierung eingereicht.
Das ist längst nicht alles: Dienstag machen sich die Spitzen der Schutzgemeinschaft Fluglärm mit mehreren Aktenordnern auf den Weg zur Genehmigungsbehörde in Münster - dann sollen auf einen Schlag mehrere tausend Einwände obendrauf kommen. Die Stellungnahmen der Städte und Gemeinden folgen erst im Herbst. Die Entscheidung? Voraussichtlich 2012.
Fluglärm, Angst um die Nachtruhe und um den Werteverfall der Grundstücke und Immobilien - das sind die Sorgen, die die meisten Bürger umtreiben. Die Ausdehnung des Betriebes werde zur Folge haben, dass sich der Betrieb mehr und mehr in die Abendstunden verlagere, argumentieren die Aktivisten der Schutzgemeinschaft Fluglärm und verweisen wie nebenbei darauf, dass auf Dortmunder Seite keine Lärmschutzmaßnahmen vorgesehen seien.
Gutachter als Kronzeuge
Die Airlines würden die zusätzliche Zeit (bis teilweise 23.30 Uhr) nutzen, um weitere Ziele zu bedienen. Als Kronzeugen führen die Gegner die vom Flughafen bestellten Gutachter ins Feld, die bis zum Jahr 2025 im Schnitt 11 Starts und Landungen nach 22 Uhr prognostizieren, in den Sommermonaten sogar 15 bis 18. Ein Vergleich mit Münster/Osnabrück zeige: Die Verkehre würden sich lediglich verschieben, - dass es aber künftig voller werde auf der Rollbahn, sei „nicht mehr als eine vage Hoffnung.“
Darüber hinaus fechten die Ausbaugegner die Angaben der Flughafen-Verantwortlichen an, Airlines wie Easyjet, Germanwings oder Sterling hätten ihre Routen wegen zu kurzer Betriebszeiten gekappt (zurzeit von 6 bis 22 Uhr plus eine Stunde Verspätungsregel). Im Gegenteil, argumentieren die Contras: Germanwings habe bei Aufnahme des Flugverkehrs „glaubhaft erklärt“, Bahnlänge und Betriebszeiten seien ausreichend. Vielmehr sei die mangelnde Auslastung die Ursache dafür gewesen, dass Easyjet und Germanwings Maschinen abgezogen und Strecken gekappt hätten. Seit der Linienflugverkehr vor 25 Jahren den Betrieb in Dortmund aufgenommen habe, seien mehr Ziele aufgegeben worden als heute angeflogen würden.
Misstrauen wird deutlich
Das Misstrauen der Aktivisten gegenüber den Angaben des Flughafens wird in einem weiteren Punkt deutlich: Sie glauben, dass der Airport mit der Flugzeiten-Verlängerung seine oft kritisierte „Salami-Taktik“ fortsetzt und die längeren Betriebszeiten lediglich die Spitze des Eisberges sind. Ihr Vorwurf: In Wahrheit halte die Flughafen GmbH an ihren vom damaligen Chef Manfred Kossack präsentierten Plänen fest. Und die lauteten: Ausbau der Landebahn auf 2800 Meter, Erweiterung der Flugzeiten auf 5 Uhr bis Mitternacht.
Als Kronzeugen beruft sich die Schutzgemeinschaft auf ein Zitat des jetzigen Flughafen-Chefs Markus Bunk, der bei einer Veranstaltung in Asseln am 29. Juni geäußert haben soll: „Keine Salamitaktik mehr - die Salami liegt jetzt auf dem Tisch. Das laufende Verfahren ist eine Scheibe, die jetzt abgeschnitten wird.“ Daher dürfe der Antrag zur Flugzeiten-Verlängerung nicht „isoliert“ gesehen werden, sondern als Gesamtpaket. Das aber müsse ein Planfeststellungsverfahren zur Folge haben, nicht aber ein (wesentlich kürzeres) Antragsverfahren. Mit den jetzigen Plänen, so die Schutzgemeinschaft, „wird das Vertrauen der Anwohner aufs Ärgste getäuscht.“
15:20
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14:21
Da die Gutachten gravierende Fehler aufweisen, mache ich mir keine Sorgen. Da würde dann ein einziger fundierter Einwand ausreichen. Auch dann, wenn der Flughafen 10 Mio Passagiere hätte.
14:12
1110 Einwände - das sind aber gar nicht viele bei mehr als 3 Millionen Menschen im Einzugsbereich des Flughafens und vor dem Hintergrund von ca 1,8 Millionen Passagieren.
Nun muss die Genehmigungsbehörde vor ihrer Entscheidung zur Verlängerung der Betriebszeiten alles gründlich sichten, sortieren, abwägen und bescheiden. Das soll denn auch so sein.