100 HSP-Leute bekommen Ersatzarbeitsplätze

Das Jahresende bedeutet zugleich das Aus für den Spundwand-Hersteller HSP im Dortmunder Unionviertel. Nach Angaben des Betriebsrates wurden für 100 der rund 360 Mitarbeiter Ersatzarbeitsplätze gefunden; 125 Mitarbeiter wechseln in eine Transfergesellschaft. Wie der Rückbau des Werkes organisiert wird, ist noch nicht bekannt.

Dortmund.. In der Woche vor Weihnachten ist bei Hoesch Spundwand und Profil (HSP) an der Alten Radstraße die letzte Schicht gelaufen. Neue Spundwände werden seitdem nicht mehr produziert. Bis zum 23. Dezember mussten alle der rund 360 Mitarbeiter entscheiden, wie es für sie weitergehen soll.

125 HSP-Mitarbeiter wechseln in eine Transfergesellschaft

Nach Angaben des HSP-Betriebsratsvorsitzenden Klaus Frerichs:

  • wurden für 100 Mitarbeiter Ersatzarbeitsplätze gefunden: 70 bei anderen Firmen des HSP-Mutterkonzerns Salzgitter AG, 30 extern.
  • 125 Mitarbeiter würden zum 1. Januar 2016 in eine von der Dortmunder Peag GmbH organisierte Transfergesellschaft wechseln, wo sie sich weiterqualifizieren und auf Stellensuche gehen können. Sie erhalten 85 Prozent ihres letzten Gehalts.
  • 18 Mitarbeiter haben sich laut Frerichs - gegen eine Abfindung - kündigen lassen.
  • Das Gros der übrigen Mitarbeiter habe Aufhebungsverträge unterschrieben und erhalte ebenfalls eine Abfindung.
60 Mitarbeiter sollen zunächst noch auf dem Gelände bleiben

Noch nicht bekannt ist, wie genau der Rückbau des Werks ab dem kommenden Jahr organisiert wird. Frerichs zufolge sollen drei Monate lang etwa 60 Mitarbeiter Restarbeiten erledigen - unter anderem müssen noch produzierte Spundwände versandt werden. Auch danach bleiben wohl noch Beschäftigte auf dem Gelände, um den Rückbau zu begleiten, der von Fremdfirmen durchgeführt werden dürfte.

Eine Anfrage dieser Redaktion, wie genau der Rückbau vonstatten geht, wie lange er dauert und wie viele HSP-Leute beteiligt sein werden, beantwortete die Salzgitter AG bislang nicht. Salzgitter als Mutterkonzern hatte im Juni die Schließung von HSP zum Jahresende 2015 beschlossen.

Betriebsratschef: "Das traurigste Jahr meines Lebens"

In der Folge hatten der Betrieb und Belegschaft lange um den Erhalt des Werks gekämpft. Der Betriebsrat versuchte selbst, einen Investor zu finden, wandte sich an Politiker bis hin zur NRW-Landesregierung, um Druck auf Salzgitter aufzubauen. Vergebens.

Über das Jahr 2015 sagte Betriebsratschef Klaus Frerichs rückblickend gegenüber unserer Redaktion: "Es war das traurigste Jahr meines Lebens. Irgendwann erkennen zu müssen, dass alles Kämpfen umsonst war." Im Schnitt hätten seine Kollegen 26 Jahre im Werk gearbeitet, sagt Frerichs: "Das ist wie eine Familie, man hat mit den Leuten mehr Zeit verbracht als mit seiner Frau."

Nun müssen die Familienmitglieder neue Wege gehen.