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Keine Auseinandersetzungen

100 Bürger demonstrieren gegen wenige Neonazis

23.12.2013 | 17:54 Uhr
Freundlich und friedlich ging es beim Protest gegen die Neonazis zu.
Freundlich und friedlich ging es beim Protest gegen die Neonazis zu.Foto: Oliver Schaper

Dortmund.  Sich den Nazis entschlossen entgegenstellen: Mit diesem Ziel haben sich am Montagnachmittag rund 100 Demonstranten in der Gartenstadt versammelt. Damit brachten die Nazi-Gegner doppelt so viele Teilnehmer wie die Dortmunder Neonazis auf die Straße.

Die Partei "Die Rechte" hatte in der Nähe der Wohnung von Oberbürgermeister Ullrich Sierau und Birgit Rydlewski,Landtagsabgeordnete der Piraten, zu einer Demonstration aufgerufen.

Lautstarke Punk-Musik

"Ich sehe das als Drohung", erklärte Rydlewski. Deshalb organisierte die 43-Jährige eine Gegendemo. Nazi-Gegner aus Dortmund und ganz NRW versammelten sich am Nachmittag in der Karl-Marx-Straße. Auch Anwohner gesellten sich zu den Demonstranten. "Ich finde das eine gute Sache", erklärte Elisabeth Decker. Dass lautstarke Punk-Musik durch ihre Straße schallte, störte die 80-Jährige nicht: "Ist doch schön, wenn hier endlich mal was los ist!"
Zu Auseinandersetzungen kam es nicht. Als die Gegendemonstranten in Richtung der knapp 50 Neonazis ziehen wollten, stellte die Polizei sich ihnen entgegen. Um 16 Uhr löste sie die Veranstaltung auf, weil die Teewagstraße von den Protestierenden blockiert wurde. Piraten-Abgeordnete Rydlewski zog trotzdem ein positives Fazit: "Ich habe bündnisübergreifend viel Solidarität erfahren. Das tut gut. Und wir waren auf jeden Fall mehr Leute als die Nazis!"

Bloß keine Aufmerksamkeit

Auch in Lütgendortmund, nahe dem Wohnhaus von Bezirksbürgermeister Heiko Brankamp, und beim ehemaligen DGB-Vorsitzenden Eberhard Weber in Höchsten haben die Neonazis demonstriert. "Ich lasse mich davon aber nicht aus der Ruhe bringen", erklärte Brankamp. Eine Gegendemo sei die Sache nicht wert. "Die Nazis wollen ja nur möglichst viel Aufmerksamkeit. Den Gefallen tue ich ihnen nicht."

Statt Gegenkundgebung Glühweintrinken

Stattdessen trafen sich Sierau, Weber und Brankamp zum Glühweintrinken auf dem Weihnachtsmarkt. Sie hatten sich - auch in Abstimmung mit der Polizei - bewusst entschlossen, die Naziaufmärsche nicht mit Gegenkundgebungen zu beantworten.

Ullrich Sierau sagte: "Wir lassen uns unseren Tagesablauf nicht durch ein paar rechtsextreme Brandstifter diktieren. Wir zeigen den Nazis, denen es ja darauf ankommt, Öffentlichkeit für ihre menschenverachtende Ideologie zu erzeugen und ihre oft jugendlichen Mitläufer zu beeindrucken, die kalte Schulter".

Wunsch nach einem nazifreien 2014

Auf dem Weihnachtsmarkt stießen Brankamp, Sierau und Weber auf ein besinnliches Weihnachtsfest und ein nazifreies Jahr 2014 an.

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100 Bürger demonstrieren gegen wenige Neonazis
100 Bürger demonstrieren gegen wenige Neonazis
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2013-12-23 17:54
Dortmund