Zu Gast beim Koboldmaki
04.03.2008 | 18:07 Uhr 2008-03-04T18:07:33+0100Theresa Jung war als Protagonistin einer VOX-Tour auf den Philippinen.Für die Dorstenerin eine Reise zu den Wurzeln
Dorsten. Diesen traumhaft schönen Anblick hatte sie 14 Jahre nicht erlebt: Am 10. Januar schwebte Theresa Jung in der philippinischen Hauptstadt Manila ein. Mit an Bord des Flugzeugs: Ein Kamerateam, das die Dorstenerin für das Reisemagazin "VOX-Tours" (Ausstrahlung im April oder Oktober) begleitete.
"Zuletzt war ich 1994 auf den Philippinen", erinnerte sich die 29-Jährige. Diesmal hatte sie ihre Koffer mit ganz anderen Kleidungsstücken gepackt als bei der letzten Reise mit den Fernsehleuten.
Damals ging es durch die eiskalten Weiten von Grönland - da brachte der Abstecher nach Südostasien nun angenehmere Temperaturen. Obwohl, so Theresa Jung: "Normalerweise hätte eigentlich Trockenzeit sein müssen, mit maximal zwei Regentagen im Januar."
Doch diesmal hatte die Architektin Pech: Gleich der erste Tag, an dem eine Rundfahrt durch Manila geplant war, fiel sprichwörtlich ins Wasser. "Da gehst du einmal über die Straße und bist gleich komplett durchnässt", so Jung. Also wurde improvisiert und vornehmlich in überdachten Räumen gedreht.
Theresa Jung, deren Mutter Clarita von den Philippinen stammt, was die Dorstenerin als Protagonistin für diese VOX-Tours-Folge prädestinierte, traf in Manila (1,6 Mio. Einwohner) ihre Cousine Carmelita, die dort im Vertrieb einer Bambusfirma arbeitet und deren Ortskenntnisse dem Kamerateam halfen.
Tags darauf ging es in ein Insel-Ressort, das von einem Deutschen geleitet wird. "Von dort aus haben wir dann einige Touren gemacht", berichtet die Dorstenerin von der Reise in das 7107-Inseln-Paradies der Philippinen. Mächtig beeindruckt war die 29-Jährige vom Wracktauchen. "Immerhin 30 Meter tief - da lag ein altes japanisches Kriegsschiff." Eher tierisch wurde es auf der Insel Calauit, auf der sich der einstige Diktator Ferdinand Marcos zahlreiche vornehmlich aus Afrika importierte Tiere hielt, um diese dann zu jagen. Immerhin tummelt sich dort heute noch eine stattliche Anzahl von "Mäusehirschen" (engl.: Mousedeer), eine nur 30 Zentimeter kleine Rotwild-Gattung.
Die Dorstenerin gönnte sich nach dem "dienstlichen" Teil noch eine zweite Woche in dem Multi-Insel-Staat, lernte den kleinen Koboldmaki (Philippine Tarsier) in einer Aufzuchtstation auf der Insel Bohol kennen und war vor allem bald ein Profi im Frühaufstehen: "Da so viel zu erleben war, sind wir meist schon zwischen drei und fünf Uhr aufgestanden." Theresas Freund Jörg war diesmal (anders als noch auf Grönland) mit dabei - "und an unserem einzigen wirklich freien Tag, als wir ein paar herrliche Stunden am Strand verbrachten, hat er mir abends nach einem romantischen Abendessen unter freiem Himmel einen Heiratsantrag gemacht", verrät Theresa Jung.
Ein unvergessliches Erlebnis also in der Heimat ihrer Mutter, wo die vom Besuch der jungen Deutschen natürlich zeitig informierte Verwandtschaft gleichsam ihr Recht verlangte. "Vor allem gab's da immer reichlich zu essen - einmal hat uns meine Familie ein ganzes gebratenes Schwein aufgetischt." Der zweiwöchige Aufenthalt auf den Philippinen war für Theresa Jung eine Reise zu ihren Wurzeln, auf die sie sehr stolz ist. "Die Filipinos sind ein so herzliches und gastfreundliches Volk, die Landschaften sind traumhaft und ich habe mich sehr wohl gefühlt, wobei mir Manila auf Dauer zu groß und zu laut wäre."
Es soll nicht noch einmal 14 Jahre dauern, bis Theresa Jung wieder einen Flieger Richtung Philippinen besteigt.
0mitdiskutieren