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Zeitgeschichte und Antike

12.08.2009 | 17:24 Uhr

Dorsten. Die Themen des Trägervereins Altes Rathaus für August bis Dezember 2009 widmen sich zeitgeschichtlicher und antiker Vergangenheit: der Varusschlacht vor 2000 Jahren, dem Kriegsausbruch vor 70 Jahren und der friedliche Revolution vor 20 Jahren.

Als 1989 das SED-Regime stürzte, glaubten nur wenige, dass die Staatspartei 20 Jahre später, mehrfach gewendet, doch geprägt von Altkadern, aktuell so viel Einfluss beanspruchen würde. Diese Kritik vertritt Dr. Hubertus Knabe. Er streitet am Sonntag, 30. August, 16 Uhr wider „Honeckers Erben”. Dr. Ehrhart Neubert war als DDR-Bürgerrechtler Zeuge der friedlichen Revolution und berichtet am Donnerstag, 17. September, über Akteure und Aktionen.

Der 9. Oktober 1989 läutete das Ende der DDR ein. Martin Jankowski, damals Sprecher der oppositionellen Gruppen um die Leipziger Nikloaikirche, erklärt am Mittwoch, 28. Oktober, warum dieser Tag zum historischen Wendepunkt wurde. Über das Leid der Opfer der SED-Diktatur, über Stasiverhöre und Haftbedingungen wird selten berichtet. Deshalb verdient der Vortrag mit Edda Schönherz am Mittwoch, 18. November, besondere Aufmerksamkeit. Die ehemalige Moderatorin des DDR- Fernsehens berichtet über ihre Erfahrungen in der Stasi- und Strafhaft.

Zur Musik der Pudhys erzählte „Die Legende von Paul und Paula”, so sieht es Impresario Franz-Josef Stevens „auf besonders gelungene Art vom widerständigen Leben in der Diktatur”. Der Filmjournalist Dr. Hans Gerhold präsentiert den Kultfilm am Donnerstag, 24. September.

Im Fond der Allgemeinbildung zählt die Varusschlacht, so F. J. Stevens, „zum Restbestand an historischer Kenntnis”. Das Ereignis wurde in zwei Jahrtausenden zum Mythos, der siegreiche Cheruskerfürst Arminius zur Symbolfigur. Klaus Kösters, Autor des reich ausgestatteten Buches „Mythos Varusschlacht” stellt am Mittwoch, 2. September, Arminius vor.

Vom Mythos blieb ein sichtbares Zeichen: das Hermannsdenkmal. Es ist Ziel der Exkursion „Ein Tag im Lande des Hermann” am Sonntag, 4. Oktober. Mit Franz-Josef Stevens als Studienreiseleiter wird auch die Ausstellung „Mythos” im Detmolder Landesmuseum besucht. Mindestens einen Besuch wert ist auch ihr Halterner Pendant „Imperium” – im Programm des Trägervereins am Dienstag, 15. September.

70 Jahre nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs erzählen am Mittwoch, 9. September, Dorstener Kriegskinder, wie sehr sie von Bombennächten, Flucht und Vertreibung, vom Verlust von Angehörigen geprägt wurden. Schicksale von Kriegskindern sind auch Thema des Vortrags von Prof. Dr. Gereon Heuft am Dienstag, 29. September. Der Direktor der Münsteraner Universitätsklinik für Psychosomatik und Psychotherapie gründete die Forschungsgruppe „Kinder des Zweiten Weltkrieges”.

Über ein besonderes Leben berichtet der Journalist Stefan Keim am Freitag, 23. Oktober, 20 Uhr. In Gedichten und Songs erzählt er von Heinz Erhardt, dessen 100. Geburtstag in diesem Jahr gefeiert wurde.

„Heimspiele” nennt Programm-Macher F. J. Stevens die „nicht gesondert markierte Reihe” mit Dorstenern, die ihren Weg in die nähere und weitere Welt machten. Aus Köln kommt die freie Theaterschauspielerin Hille Marks am Sonntag, 15. November. Um 18 Uhr zeigt die Lembeckerin in der Trauerhalle des Hardter Friedhofs ihr preisgekröntes Solo-Stück „Die Tochter des Sargmachers”. Das „Heimspiel” des Kunsthistorikers Prof. Dr. Ulrich Rehm widmet sich am Montag, 2. November, „Himmel, Hölle, Fegefeuer” in der Kunst des Mittelalters. raw

Martin Ahlers

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