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Wohnungsbrand im Lehrcontainer

25.11.2012 | 15:23 Uhr
Wohnungsbrand im Lehrcontainer
Feuchtes Holz sorgt für den beißenden Qualm für die Schulung im Feuercon-Lehrcontainer.Foto: Jo Gernoth, WAZ-Foto Pool

Dorsten. Beißender Qualm macht sich über dem Gelände der Hauptfeuerwache an der Wienbecke breit. Dunkle, unheilvoll schwarze Wolken dringen aus einem Container ins Freie und mit Gasmasken bewehrte Feuerwehrmänner stürmen in dieses Inferno.

Nein, es brennt nicht wirklich. Thomas Wieshoff von der Firma Brandschul-Consulting kniet in einer Seitentür des Containers und heizt mit einem Schweißbrenner einem Stapel angefeuchtetem Buchenholz ein. „Wir üben hier unter realistischen Bedingungen den Angriff auf einen Wohnungsbrand“, so Wieshoff, der Experte in Sachen Ausbildung von Feuerwehrleuten ist. Ein riesiger Doppelcontainer ist mit allen Tücken, die den Wehrmann in seinem gefährlichen Alltag begegnen können, bestückt. „Wir können hier den normalen Wohnungsbrand simulieren, aber auch beispielsweise den Brand in einem Gefahrgutlager realistisch darstellen“, so Wieshoff.

8000 € für drei Trainingstage

Nein, der Container ist nichts für angehende Stuntmänner, sondern eine ernste Angelegenheit, die den Einsatzkräften alles abverlangt. Stockfinster, kochend heiß und natürlich immer gefährlich: Auch im Container geht es zur Sache. „Hier die Ausgangslage: Ein Hausmeister hat etwas gebastelt und so den Brand verursacht. Irgendwo im Anbau ist auch seine Oma. Die müsst ihr finden und dann bergen“, sagt Einsatzleiter Stephan Wagner mit knappen Worten. Der Bergungstrupp der Freiwilligen Feuerwehr Rhade macht sich fertig. Die Männer checken ihre Atemgeräte und eine sehr laute Hupe. „Der Totmann-Melder. Wichtig, wenn man fällt und nicht mehr hoch kommt. Dann finden einen die Kollegen“, sagt Marc Glaser. Dem hauptamtlichen Wehrmann sind die Strapazen anzusehen, denn er war gerade mit einem Trupp im Container. „Wir üben hier Einsatztaktik und den Einsatz neuer Löschtechniken wie zum Beispiel das Hohlstrahlrohr. Das hält den Wasserverbrauch und die damit einhergehenden Schäden geringer“, verrät Glaser.

Rund 200 000 Euro kostet der Container, für die drei Trainingstage, an denen alle Feuerwehrleute aus dem Raum Dorsten, die unter Atemschutz eingesetzt werden, zum Training geladen sind, werden rund 8000 Euro berechnet. „Dieses Training ist wesentlich günstiger, als wenn wir zu einer stationären Anlage fahren müssten. Neben den Kosten würden für den Fall der Falle in Dorsten die Einsatzkräfte fehlen“, sagt Berthold Westhoff, der dieses Training geplant und organisiert hat. Die Rhader Jungs haben die Oma gefunden und geborgen. Gott sei Dank war es nur eine Übung.

Jo Gernoth

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2012-11-25 15:23
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