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Wo ist Platz zum Bolzen?

22.02.2012 | 17:31 Uhr
Wo ist Platz zum Bolzen?
Der alte Bolzplatz an der Josefkirche ist seit 2005 geschlossen.

Hervest.   Das Jugendgremium „Jugend in Aktion“ hat jetzt an die Stadt den Wunsch nach einem Bolzplatz in Hervest herangetragen.

Einsam und verlassen wuchert der ehemalige Bolzplatz an der Josefkirche seit 2005 so vor sich hin. Damals hatte die Stadt den Platz nach Beschwerden eines Anwohners und Androhung von rechtlichen Schritten wegen Lärmbelästigung geschlossen. Versuche, sich einvernehmlich zu einigen, waren zuvor gescheitert. Darüber sind die Jugendlichen von damals erwachsen geworden. Doch auch die neue Generation von Hervester Jugendlichen will bolzen. Was fehlt ist der Platz. Und so ist auch der ehemalige Bolzplatz der katholischen Kirchengemeinde wieder ins Gespräch gekommen.

Marko Letina sitzt für das Jugendgremium „Jugend in Aktion“ im Jugendhilfeausschuss und trug in der letzten Sitzung den Wunsch Hervester Jugendlicher nach einem Bolzplatz vor. Zuvor hatten die Jugendlichen mit Staunen festgestellt, dass in unmittelbarer Nähe zum neuen Hervester Jugendtreff auf dem ehemaligen Zechengelände kein Bolzplatz geplant ist, das Außengelände am „Leo“ ist zu klein und zu dicht an der Straße. Und so schlugen die Jugendlichen vor, vielleicht doch noch einmal den Bolzplatz an der Josefkirche herzurichten.

Das allerdings hält der Erste Beigeordnete Gerhard Baumeister für ausgeschlossen. Die rechtliche Einschätzung zum Platz an der Josefkirche sei die gleiche geblieben, meint der Jurist Baumeister. Daran habe auch die Änderung des Bundesimmissionsschutzgesetzes im letzten Jahr nichts geändert, die Klagen gegen Kinderlärm verhindert. Das gelte aber vor allem für Kitas und Spielplätze, so erklärt Baumeister.

Allerdings hatte die Koalition in Berlin im letzten Sommer angekündigt, man werde auch die Lärmrichtwerte für Sportstätten ändern, unter die auch die Bolzplätze fallen. Auf diese Weise will man die Flut von Klagen und Beschwerden von Nachbarn gegen Sportplatz-Lärm eindämmen.

Die Lösung für Hervest sieht Baumeister auf dem Zechengelände in der Nähe zum geplanten soziokulturellen Zentrum. Die Stadt habe hier bereits zwei Flächen ins Auge gefasst. Die würden - auch mit Blick auf mögliche Nachbarn - schon von Stadtbaurat Lohse geprüft. Das Problem: Die Flächen gehören der Stadt nicht, man müsste also erstmal mit dem Eigentümer verhandeln.

Die veränderte Sicht auf Kinderlärm könnte aber vielleicht auch im Falle des Platzes an der Josefkirche helfen, der seit sieben Jahren völlig ungenutzt brach liegt. „Es gibt grobe Ideen, was man mit dem Platz machen könnte“, erklärt Markus Hollenhorst, Pastoralreferent in der katholischen Gemeinde. Auf jeden Fall solle der Platz, wie bis 2005 schon 40 Jahre zuvor, wieder für die Freizeitaktivitäten von Kindern und Jugendlichen genutzt werden.

Der Platz ist nämlich auch Teil des Spiel- und Freiraumkonzeptes, das die Stadt bei der Essener Landschaftsarchitektin Martina Hoff in Auftrag gegeben hat. Die schlägt vor, das Gelände zum Mehrgenerationentreffpunkt und zur Kommunikationsfläche für Gemeindemitglieder und Anwohner zu machen, mit überdachten Sitzplätzen und Spielflächen. In dem Gutachten ist die Fläche mit höchster Handlungspriorität eingestuft, für die anteilig finanzielle Mittel vorhanden sind. Die Gesamtkosten werden auf rund 25 000 Euro geschätzt. Die Frage der Finanzierung werde derzeit auch vom Bistum geprüft, erklärt Markus Hollenhorst dazu.

Ute Hildebrand-Schute

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