„Wissenschaft kann Spaß machen“
16.12.2011 | 17:23 Uhr 2011-12-16T17:23:00+0100
Wulfen.Die Gesamtschule ist seit Freitag „MINT“-Schule. Rektor Johannes Kratz und Norbert Dohms, im Zivilberuf Dezernent der Uni Bochum, unterzeichnete die Kooperationsvereinbarung über die Förderung der Naturwissenschaften in der Schule.
MINT – das ist die Abkürzung für „Mathe, Informatik, Naturwissenschaften und Technik“. Dahinter steht das Projekt Zukunft durch Innovation (ZdI), gegründet vor rund zehn Jahren in Bochum, mittlerweile NRW-weit durch 32 Zentren verbreitet, unterstützt von Landesregierung, Wirtschaft, Arbeitsagentur und einer Stiftung.
Das ZdI-Zentrum für den Kreis sitzt in Marl, koordiniert dort Projekte, um Schüler für naturwissenschaftliche Berufe zu begeistern. Denn die, weiß GSW-Chef Kratz, haben es nicht leicht bei den Jugendlichen: „Es gibt da eine gewisse Abneigung“, lacht der leidenschaftliche Mathematiker. „Die Fächer haben den Nimbus, besonders schwer zu sein. Wir wollen zeigen: Sie sind nicht leicht – aber sie können richtig Spaß machen.“ Dafür, ergänzt Norbert Dohms, reiche es nicht aus, Kindern gelegentlich spannende Experimente zu zeigen. „Die Schüler müssen sich klar werden, was es heißt, einen technischen Beruf zu ergreifen oder ein Ingenieur-Studium zu beginnen.“
Zu den vielen Projekten, die es an der Gesamtschule in diesem Fachbereich schon gibt, will das Marler ZdI-Zentrum vor allem zwei Dinge beisteuern: Die Partner organisieren für Schüler der GSW Exkursionen zu den Universitäten des Ruhrgebiets und zu Unternehmen, die entsprechende Ausbildungen anbieten.
Außerdem stellen sie den Schulen leihweise Ausstattung für Unterrichts-Experimente zur Verfügung, etwa Lego-Roboter oder Utensilien für den Bau von kleinen Windkraft- und Solaranlagen.
Entstanden ist der Kontakt zum MINT-Projekt letztlich durch eine Eltern-Initiative: Die Schulpflegschaft unter Vorsitz von Sonja Rosowski hat an Konferenztagen für Schüler Fahrten zu Universitäten organisiert. Als diese Initiative angelaufen war, bekam Rektor Kratz von einer Kollegin den MINT-Tipp und spielte ihn weiter an die Elternvertretung. Die nahm sofort Kontakt auf, so das nun die Kooperationsvereinbarung unterzeichnet werden konnte.
Dass Naturwissenschaften Spaß machen, bewiesen am Freitag – zufällig am gleichen Tag und unabhängig vom MINT-Projekt – zwei Chemie-Doktoranden der Uni Essen als Gäste der Gesamtschule. In fünften Klassen ließen Sven Behnke und Philipp Holtz es mit den Kindern richtig krachen. Vielleicht der Anfang einiger Ingenieurs-Karrieren.
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