Windhose fegt Pkw-Anhänger weg
07.12.2007 | 14:14 Uhr 2007-12-07T14:14:00+0100Eine Windhose fegte am Freitagvormittag über Altendorf-Ulfkotte hinweg.
Altendorf-Ulfkotte. Nach drei Minuten war alles vorbei. Wie aus dem Nichts tauchte am Freitagvormittag eine Windhose zwischen Dorsten und Marl am Himmel auf, innerhalb weniger Sekunden wurde es schwarz, starker Regen setzte ein und der Wind pfiff einem mit Sturmstärke um die Ohren. Bäume und Fahnenmasten bogen sich. In Dorsten Altendorf fuhren Pkw-Anhänger wie von Geisterhand bewegt über ein KFZ-Gelände. Der Meister konnte die Hänger gerade noch stoppen und Keile unter die Räder bringen. Dachpfannen wurden meterweit durch die Luft geschleudert und flogen gegen Nachbarhäuser an der Gräwingheide. Anwohner wurden durch den Lärm aufmerksam und rannten auf die Straße. Die Feuerwehr setzte eine Drehleiter ein um lose Dachpfannen vom Dach zu holen.
20:04
Selbst die zerstörerische Gewalt der Natur ist wohl nur ein schwacher Abglanz von dem, was der Bergbau in unserem Ort an Schäden verursacht.
Dazu ein paar Zeilen:
Als selbst von erheblichen Bergschäden Betroffener, Mit-glied der Bürgerinitiative gegen Bergbau- und Umweltschäden BISBU und Mensch mit Bergbau-Sachverstand möchte ich mal ein paar Fakten zur Glaubwürdigkeit und den Praktiken der DSK nennen.
-Der Friedhof Altendorf-Ulf-kotte wurde durch lang-jährigen Bergbau um etliche Meter abgesenkt. Bisbu prognostizierte frühzeitig einen fehlenden Grundwasser-Flur-abstand und setzte Messungen durch. Die DSK stritt das ab, die Messungen gaben aller-dings Bisbu recht. Im Ergebnis wurde der Friedhof mit Drainbohrungen perforiert.
-Bisbu prognostizierte ferner das Durchsetzen von Unstetig-keiten bis zur Tagesoberfläche, die DSK stritt ab. Nun sind sie da, die Erdstufen.
-Bisbu prognostizierte auch das Eintreten von Gebäude-Totalschäden. Die DSK stritt ab. Nun brechen die ersten Häuser durch, die DSK flickt Risse. Wie kaputt muss ein Haus eigentlich sein, um als Totalschaden in den Augen der DSK zu gelten?
-DSK versprach vollmundig Präventivmaßmahmen. Meine eigenen Erfahrungen sind an-dere... Kosmetische Repara-turen machen und einen Totalverlust billigend in Kauf nehmen, statt Ursachen zu beseitigen. Das ist die Taktik.
Wen kümmern eigentlich die Gefühle eines 80-jährigen Mannes, dem auf seine alten Tage sein Lebenswerk mut-willig und nach neuester Kenntnislage offenbar sogar vorsätzlich vor seinen Augen zerstört wird zugunsten von ein paar Tonnen Kohlen, die niemand mehr will?
Wen kümmert die ohnmächtige Wut der vielen anderen Betroffenen, die ihre mühsam erarbeiteten Vermögenswerte schwinden sehen? Und die sich dazu noch gegen besseres Wissen von der DSK als bedauerliche Einzelfälle verun-glimpfen lassen müssen? Zudem kommt die Tatsache, dass die neu geschaffene Stiftung ausschließlich Ewig-keitskosten abdeckt, nicht aber Schäden an Privateigentum.
Zwar handelt es sich „nur“ um Sachwerte, doch dahinter stehen Menschen, die ihr Eigentum in liebevoller Arbeit hegen und pflegen. Die Ignoranz und falsch ver-standene Bergbau-Loyalität von Behörde und Kommune kann wohl nur noch als unterlassene Hilfeleistung bezeichnet werden. Und die ist eigentlich strafbar.
Die Fakten liegen auf dem Tisch. Die nächste Bauhöhe wird lt. einem unabhängigen, von der Bisbu in Auftrag gegebenen Gutachten eindeutig das Dorf förmlich zerreißen.
Die maßgeblichen Entscheid-ungsträger sind darüber informiert. Ungeachtet dessen betreibt die DSK ein letztes Absahnen ohne Rücksicht auf Schäden. Und das unmittelbar vor der längst beschlossenen Schließung des Bergwerks. Stoppt endlich diesen Wahnsinn! Es ist 1 Minute vor 12!