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Wie Schule sich interessant macht

08.12.2011 | 16:06 Uhr
Wie Schule sich interessant macht
An der Gerhart-Hauptmann-Realschule konnten die kleinen Gäste mit älteren Schülern englische Lieder singen.

Dorsten.An zwei Samstagen hatten die beiden städtischen Realschulen (Gerhart-Hauptmann- und Erich-Klausener-Schule) zu Tagen der offenen Tür eingeladen. Wie in anderen Schulen und Kindergärten ist es auch hier: Die früheren Infotage sind längst Werbeveranstaltungen vor den Anmeldeterminen. Gekämpft wird um die immer weniger werdenden Viertklässler, die im Sommer die weiter führenden Schulen besuchen.

Ein Blick in das Grundlagenpapier zum Schulentwicklungsplan verdeutlicht die Realität: Bis vor einem Jahrzehnt gab es in Dorsten insgesamt noch regelmäßig rund 1000 Viertklässler zu verteilen. 300 entschieden sich damals für eine der – mit St. Ursula – drei Realschulen im Stadtgebiet. Seitdem schrumpft mit der Bürgerschaft auch die Zahl der Kinder. Im letzten Jahr gab es nur noch 765 Zehnjährige – von denen sich knapp 200 für eine Realschule entschieden.

Die Prognose von Hubertus Schober (Projektgruppe Bildung und Region), der die Stadt bei der gerade angelaufenen Schulplanung berät: Bis 2020 wird die Zahl der Realschüler an allen drei Standorten auf noch 150 abschmelzen.

Welche Schlüsse Verwaltung und Politik aus diesem Zahlenwerk ziehen für die Realschulen und die Schullandschaft insgesamt, ist noch vollkommen offen. Die Debatte hat gerade erst begonnen. Absehbar ist allerdings: Das Ergebnis wird nicht ohne Einschnitte ins System bleiben.

So mag neben den generell neuen Anforderungen an Schulen durch gesellschaftlichen Wandel auch die demografische Situation in der Stadt und der wachsende Wettbewerb dazu beitragen: Dass Schule sich interessant macht – sicher nicht zum Nachteil der Kinder.

So sagte Rektor Peter Sladek beim munteren Tag der offenen Tür an der Hauptmann-Schule mit vielen Spielen, Musik und Experimenten: „Kompetenzen fördern, die für eine erfolgreiche Schulkarriere erforderlich sind – das ist das Ziel. Für viele Lehrer bedeutet das, neue Wege zu gehen. Wir haben uns auf den Weg gemacht. Das merkt man heute an jeder Ecke.“

Und auch die Klausener-Schule hatte sich ein lebendiges Programm für ihren „Auftritt“ ausgedacht: In den Naturwissenschaften platzten Mohrenköpfe, eine Playmobil-Pyramide veranschaulichte spielerisch Geschichte und in Chemie wurde Geheimtinte angerührt.

Ludger Böhne

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