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Uraufführung mit 90 Stimmen

28.05.2012 | 19:00 Uhr
Uraufführung mit 90 Stimmen
Kam wieder gut an: das Pfingstfest des Männergesangvereins Eintracht in Schermbeck, hier „Mir Vier“. Foto: Franz Meinert WAZ FotoPool

Schermbeck. Bewährte Musiker und Ensembles plus ein neuer Chor gestalteten am Sonntag das traditionelle Pfingstsingen des MGV Eintracht auf dem Rathausvorplatz. Rund sieben Stunden Unterhaltung hatte der Verein versprochen und damit nicht zu viel. Neben den Gastgebern bewiesen auch die „Pils’n Buam“ aus der Blaskapelle Eintracht, die Schermbecker Frauen von „bella musica“, der MGV Gahlen-Dorf, die Lippetown Stampede Line-Dancer und als Premiere der MGV Einigkeit Schwelm/Linderhausen ihr und sein Können.

„Bella Musica“ in„Bella Italia“

Kommissar Zufall führte die beiden Männergesangvereine zusammen: Im „Hohen Ufer“ absolvierten die Herren aus dem Raum Wuppertal eine Fortbildung, um die Stimmen zu schulen. „Eintracht“-Sänger hörten davon und flugs entstand der Kontakt unter Kollegen, berichtete Pressesprecher Dr. Wolfgang Kimpenhaus. Im vorigen Jahr passte der Termin leider nicht, aber diesmal sagten die Herren aus dem Bergischen Land zu, die am Nachmittag neben ihrem einstudierten Programm die „Sauerland-Polka“ sangen. Vielleicht gibt es bald einen Gegenbesuch.

Im lockeren Wechsel löste sich die Akteure auf der Bühne ab, das Publikum lauschte gut beschattet.

Bella Musica reiste im Lied nach „Bella Italia“ und passend zum Wetter „Let the Sun Shine“. „Ein Feuerwerk der guten Laune“ zündeten die Gahlener, zu denen der MGV gute Nachbarschaft pflegt. Zünftige Blasmusik zur Mittagszeit servierten die „Pils’n Buam“, und die Line-Dancer ließen ihre Cowboyhüte im Takt wippen; stets eine willkommene und gern gesehene Abwechslung, betont der MGV. Aus dessen Reihen kamen „Mir Vier“, trotz des Namens traten fünf Sänger auf.

Schließlich war den Zuhörern auf dem Platz sogar eine Uraufführung versprochen: Schwelm, Gahlen und Schermbeck bündelten zum Schluss ihre rund 90 Stimmen mit „Aus der Traube in die Tonne“.

Rund 45 Aktive zählt der MGV Eintracht, mit den Passiven immerhin 250. Kimpenhaus: „Darauf sind wir stolz und froh.“ Dennoch: Die schwierige Suche nach Sängernachwuchs bleibe ein Problem. Manche Chorleiter seien inzwischen so weit, zu sagen „ihr habt keine Chance“. Auch modernes Liedgut werde die Zukunft der Männerchöre kaum sichern. „Das ist aber nicht unser Anspruch“, entgegnete Kimpenhaus. Schließlich denkt der MGV weit voraus: 2015 wollen die Herren das 150-Jährige ihres Vereins feiern. „Das wird eine ganze Menge Geld verschlingen“, ist sich Kimpenhaus sicher. Deshalb blieb der Erlös des Pfingstsingens in der eigenen MGV-Kasse. „Wir sind in den Startlöchern“, beschrieb er den Stand der Vorbereitungen. Bis zu 20 Gastvereine wollen die Herren begrüßen.

Fest steht aber schon jetzt, dass die Sänger auch diesmal wieder ihr Abonnement auf Sonne und gutes Wetter verlängerten. Die Mühe hinter dem Ganzen und die Leistungen wurden mit viel Applaus belohnt.

Von Andreas Rentel


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