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Rosenmontagszug

Trotz Krise - die Narren ziehen

15.02.2010 | 18:38 Uhr
Trotz Krise - die Narren ziehen

Dorsten.Es ist soo kalt, es ist soo kalt. Und erst von Ferne hört man das Rumtata vom Rosenmontagszug.

Einige hundert Zuschauer haben sich am Lippetorcenter eingefunden, um auf den Zug zu warten, der sich im Maria Lindenhof formiert. Immerhin ist es trocken, kein Schneegegriesel wie noch am Morgen. Aber kalt. Bei manchen weiß man nicht, ist die rote Nase echt oder geschminkt? Wohl dem, der sich dieser Tage selber in ein närrisches Bärenkostüm steckt oder zum leichten rosa Drüber, ein dickes Drunter wählt. Heimlich werden Flachmänner aus Jackentaschen gefummelt: „Nur zum aufwärmen!“ Ja sicher. Da kringelt sich sogar die Luftschlange vor Lachen.

Verkleidung ist eher selten in Dorsten. Hier und da mal ein jecker Kopfputz -- geflochtene Zöpfe über dezent gepunkteten Sommersprossen wahlweise lila oder grüne Perücken, Hüte oder sogar komplette Gruselmaske, ganz originell ein Helm mit Bierdosengestell und Saugvorrichtung, viele geschminkte Gesichter. Unbedingt dazu gehört aber zum Rosenmontagsausgeh-Kostüm die Plastiktüte - ganz egal ob von Markenboutique oder Billigsupermarkt - für viele lecker Klümpkes. Manche hatten auch den geöffneten Rucksack vor den Bauch geschnallt als perfekte Fangvorrichtung. Und es gab ordentlich was zu fangen. Die Jecken ließen sich nicht lumpen. Einige Zentner Zuckerzeug, von einfachen Bonbons bis zu Popcorn und Schoko-Täfelchen flogen von den Wagen und manche direkt in den Schneematsch.

„Trotz Krise - für Karneval gehen wir durch Himmel und Hölle“, verkündete etwa die KG Wulfenia auf ihrem Wagen. „Klimahandel, eine große Not, die Feldmark hat ihr eigenes Brot“, verkündet die Feldmark von ihrem Wagen und unterstrich das Motto mit lautem Sirenengeheul.

Und vor allem die Kinder wissen die vielen Kamelle zu schätzen. Sie krabbeln über den Boden, sammeln auf, was immer fällt, auch Rosen und hübsche Frühlingsblumen sind wieder mit dabei.

Und alles, was die Kinder nicht fangen oder aufheben, sammelt dann der Trupp am Ende des Zuges ein: Es sind die Männer von der Stadtreinigung, die machen gleich wieder klar Schiff. Hinten angehängt fuhr ein Krankenwagen mit. Einer fuhr schon vorne weg: Einsatz am Lippetor noch bevor der Zug kam. Zu viel Alkohol wie man hörte.

Ute Hildebrand-Schute

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