Thalia verdrängt Mensing
10.07.2008 | 17:03 Uhr 2008-07-10T17:03:00+0200
Das Buchkaufhaus will 2009 am Markt eröffnen – wo heute Damenmode zu Hause ist und auch bleiben will. Nun droht eine juristische Auseinandersetzung um eine der prominentesten Handelsadressen
Die Buchhandelskette Thalia will 2009 eine Filiale am Markt eröffnen (WAZ berichtete) – und dafür muss wohl ein anderes prominentes Unternehmen weichen: Der Mietvertrag mit dem Damenmodehaus Mensing sei „form- und fristgerecht gekündigt worden”, erklärte Wilhelm Schürholz gegenüber der WAZ. Die Erbengemeinschaft, der das Haus gehört, habe lange mit der Bottroper Modekette verhandelt (unter anderem gab es Umbau- und Erweiterungspläne), aber keine Einigung finden können. Schürholz: „Wir müssen das Objekt einer wirtschaftlichen Zukunft zuführen. Ein solches Haus vermietet man langfristig.” Geplant seien Modernisierungen, bevor Thalia einzieht. Die Buchkette möchte 800 m2 auf zwei Etagen belegen, zur Verfügung stehen im Haus 1200 m2. Neben Thalia habe es weitere Interessenten gegeben. Schürholz: „Dorsten hat eine hohe Attraktivität.” Die Anzeichen verdichten sich nun, dass Mensing den prominenten Standort nicht kampflos aufgibt. Ein Mitarbeiter der Geschäftsführung erklärte gestern, das Unternehmen gehe davon aus, einen bis 30. Juni 2012 gültigen Mietvertrag zu besitzen. Dorstens Mensing-Chef Stephan Reken: „Wir wollen in Dorsten bleiben, planen derzeit größere Umbauten und Renovierungen. Das ist ein ganz klares Bekenntnis zum Standort. Über das, was jetzt passiert, sind wir superverärgert.” Wenn Thalia in Dorsten Bücher verkaufen wolle, „dann können die gerne bei uns auf dem Hof ein paar Tische aufstellen.” Weitere Gespräche dazu will Mensing in der nächsten Woche führen. Vermutlich aber werden nun Juristen den Konflikt um den Standort klären müssen. Thomas Hein, Sprecher der Altstadtkaufleute, begrüßt zwar grundsätzlich, dass sich Thalia in Dorsten niederlassen will. Dass allerdings Mensing weichen soll, sei „nicht vorstellbar. Mensing ist für Dorsten wichtig, bindet hier Kaufkraft. Die wandert sonst ab.” Mensing eröffnete 1959 das erste Geschäft in Dorsten auf der Lippestraße. 1978 folgte das Herrenhaus am Lippetor, seit zwanzig Jahren ist Mensing zudem am Markt präsent. Beide Geschäfte verfügen zusammen über 2500 m2 Verkaufsfläche und beschäftigen 35 Mitarbeiter. Insgesamt unterhält die Kette acht Geschäfte in sechs Städten.
02:18
Wir haben in der Innenstadt schon vier Buchhandlungen. Nun soll eine fünfte dazukommen. Ich kann mir nicht vorstellen, daß die sich rentiert. Wer soll all die Bücher kaufen? Schade um Mensing!
21:11
Dorsten wird eine belesene Stadt und der Hauseigentümer freut auf höhere Mieten, na ja das liebe Geld.