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Swingend in der Sahara

04.01.2010 | 16:56 Uhr

Raesfeld. Das Gypsy-Jazz-Quintett von Vano Bamberger begeisterte schon tausende beim Wüsten-Festival in Mauretanien – und spielt am Freitag, 8. Januar, im Erler Spargelhaus.

Kaum eine Musik kombiniert so leichthändig gute Laune und Understatement wie der Gypsy-Jazz in all seinen Facetten. Am Freitag, 8. Januar, um 19 Uhr präsentiert der Kulturkreis Schloss Raesfeld im Erler Spargelhaus mit Vano Bambergers Band eine neue Formation des so hochtourig wie sanft schnurrenden Gitarren-Jazz.

Bedenkt man, dass dieses Quintett erst seit Frühjahr 2008 unterwegs ist, so hat es bereits jetzt dank seiner fantastisch swingenden Musik für einiges Aufsehen gesorgt. Die drei Gitarristen der Sinti-Familie Bamberger – Vano und Donani als Soli-Gitarristen sowie der für den pumpenden Rhythmus zuständige Terrangi Bamberger – verstärkten ihr Ensemble mit dem einfühlsamen Klarinettisten Jerry Senfluk und der Kontrabassistin Lindy Huppertsberg. Sie erhielt ihren Beinamen „Lady Bass” von keinem Geringeren als der amerikanischen Bass-Legende Ray Brown, dem Ehemann von Ella Fitzgerald.

Als Quintett gelangen Vano Bamberger und Band traumhaft schöne Aufnahmen für eine Demo-CD: beste Empfehlung für Konzertbuchungen im In- und Ausland. Vano Bamberger als musikalischer Kopf und Namensgeber der Band begeistert mit einem virtuos-zupackenden Gitarrenspiel, das vor Ideen nur so sprüht. Seine Improvisationen befeuern die musikalischen „Duelle” mit Donani Bamberger, seinem 22-jährigen Sohn. Vanos Bruder Terrangi übernimmt den Part des Rhythmus-Gitarristen: harmoniesicher und mit Gespür für rhythmische Hochspannung. Zu dritt sind die Bambergers das Herz der Band.

Kritiker feiern das – wie meist im Gypsy-Swing – im „Familienunternehmen” geführte Ensemble, ergänzt durch Klarinette und Kontrabass, als wahre Entdeckung. Was diese Fünf an feinfühlig arrangierter und druckvoll pulsierender Musik deutscher Sinti abliefern, fügt sich nahtlos in die große Tradition des Genres. Dabei ist der Einfluss des genialen Django Reinhardt allgegenwärtig. Vano Bamberger hat ein wunderbar aufeinander eingespieltes Quintett ins Leben gerufen.

Es ist noch gar nicht lange her, dass die Sinti-Band von einer abenteuerlichen Afrika-Reise zurückgekehrt ist. In der mauretanischen Hauptstadt Nouakchott am Südrand der Sahara spielten die Fünf bei einem großen Festival der Musik der Nomaden Nordafrikas vor Tausenden – und durften auf Einladung der deutschen Botschaft einen umjubelten Auftritt genießen.

Karten für den Abend im Spargelhaus kosten für Nichtmitglieder des Kulturkreises 15 €, für Schüler und Studenten 10 €, zu bestellen bei der Geschäftsstelle im Borkener Kreishaus, 02861 / 821350.

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