Sushi-Sisters und Dreigestirn
14.02.2010 | 15:35 Uhr 2010-02-14T15:35:00+0100
Dorsten.Karneval zum Anfassen und eine Stimmung im Saal, wie sie besser nicht sein könnte: Die beiden Sitzungen der Feldmärker Schützen im Saal Maas-Timpert setzen die Maßstäbe im Dorstener Sitzungskarneval.
„Wir machen das ja nur aus Spaß“, meint Klaus Lehmbruck, der von den Schützen auserkoren wurde, die Abteilung Karneval zu leiten. Ein Amt, das mit Leben gefüllt ist und mit wirklich komischen Momenten Kurzweil für die Besucher schafft. Erstmals waren in diesem Jahr die klassischen, alegorischen Figuren des Karnevals auch in der Feldmark am Start: Wolfgang Lange gab den Bauern, Klaus Lehmbruck eine hinreißend liebliche Jungfrau, Rainer Gerlach den Prinzen. Dieses Dreigestirn ließ kein Auge trocken und das Programm der Feldmärker provozierte eine Rakete nach zwei anderen.
Ein glanzvoller Einmarsch des zu Tollitäten gewandelten Schützenkönigspaar Norbert der II. ind Marilies I. eröffnete den Abend, der mit Musik aus der Konserve bestens unterhalten wurde. Die Tanzeinlage der TSG-Dorsten war übrigens der einzige Programmpunkt des Abends, der nicht von den Feldmärkern in Eigenregie auf den Weg gebracht wurde. Martin Biermann sorgte als Anheizer mit seiner Büttenrede für den ersten Stimmungshöhepunkt und charmant legten „Britta L.“ mit den Jazz-Steps einen optischen Leckerbissen nach. Einfach Klasse der „Bräutigam“, den Hubert Schuhmacher hinreißend komisch gab.
Hier ein Bierchen, dort ein Schwätzchen: Der Feldmärker Karneval ist ein Fest zum anfassen und entbehrt jenen Bierernst, der zuweilen als Spaßbremse die Absichten der Karnevalisten torpediert. „Wir wollen Spaß und ein Fest zum Anfassen. Das ist unser Konzept. Jeder denkt sich etwas aus und dann wird gefeiert. Das ist bei unseren Schützenfesten so, beim Oktoberfest und beim Karneval. Wir fahren ja auch am Montag mit einem Motivwagen im Rosenmontagszug mit. Das ist auch immer ein Gaudi“, meinte Klaus Gievert über den Grund dafür, dass der Sitzungskarneval in der Feldmark gleich an zwei Tagen ausverkauft ist. Dabei sind die einzelnen Aufführungen mit ganz viel Liebe und Hingabe über Monate hinweg einstudiert worden. Männerballett und eine gehörige Portion Lachen über sich selbst: In der Feldmark ist das möglich, ohne irgendwelche Niveaulosigkeiten oder abgestandene kalte Karlauer abzusondern. Da lacht man auch über dei „Schweiß Girls“: Die Herren Damen lassen bitten und Männerballett gehört nun einmal zum Karneval, wie eine Tortenschlacht zum Stummfilm. Das ist zwar nichts Neues, aber greicht allemal zum Brüller. In dem Festsaal feiern Freunde, die von Freunden unterhalten werden: Bestes Beispiel dafür die „Sushi-Sisters“, die als fernöstliche verführerische Geishas daherkommen und komisch sind. Schön, dass ein Verein sein Motto von Einigkeit und Frohsinn so wörtlich nimmt und eine ganze Stadt zum feiern einlädt. Das tolle ist: Die kommen dann auch in die Feldmark, die Menschen aus Dorsten. Helau und Alaaf für die Schützen, die zu Narren werden, ohne sich lächerlich zu machen.
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