Das aktuelle Wetter Dorsten 7°C
Wittenberger Damm

Rückbau: Ein Ja und ganz viel Aber

10.02.2012 | 17:08 Uhr
Rückbau: Ein Ja und ganz viel Aber
Aus vier Spuren der Barkenberger Ringstraße sollen zwei werden.

Barkenberg.Dass der Wittenberger Damm noch in diesem Jahr für gut eine Million Euro von vier auf zwei Spuren zurückgebaut wird, begrüßten die Barkenberger bei einer Bürgerversammlung zum Thema grundsätzlich. Kritik und Anregungen zu den vorliegenden Plänen füllten am Donnerstag Abend dennoch fast zwei Stunden Debatte.

Es gab Wünsche, wie der Rückbau (vielleicht) noch besser gelingen könnte. Aber da machten Baurat Holger Lohse und Verkehrsplaner Dietmar Koch den Bürgern wenig Hoffnungen: Kein Geld.

Schon die geplante Verkleinerung der Ringstraße (Koch: „Sieht aus, wie eine Autobahn”) ist nur möglich, weil aus dem Förderprogramm Stadtumbau Geld übrig ist. Und das Konzept bleibt Kompromiss zwischen Wunsch und finanzieller Wirklichkeit. Lohse: „Wir fangen mit dem Rückbau an der B58-Einmündung an und hören da auf, wo das Geld alle ist.“ Auch die einmündenden und teils bröselnden Straßen zu sanieren oder auf zwei Spuren zu verkleinern, ist nicht zu bezahlen.
Diskutiert wurden im wesentlichen drei Aspekte:
 Warum die versetzte Verkehrsführung mal links, mal rechts des üppigen Mittelstreifens (acht Meter breit)?

Ziel sei es, nah an die Abzweigungen links und rechts der Fahrbahn zu kommen, erklärte Verkehrsplaner Koch. Der Versatz nehme auch die Geschwindigkeit aus dem Verkehr. Koch: „Ich hab’ den Eindruck, auf dem Damm wird gebrettert. Wir wollen dort dauerhaft Tempo 50.” Dass die Schwenks von der linken auf die rechte Fahrbahnseite mit Einmündungen zusammen liegen (einige Bürger finden das gefährlich), sei gewollt. Autofahrer würden so zu höchster Aufmerksamkeit gezwungen. Den Mittelstreifen und beiderseits je eine gerade Fahrspur zu erhalten – so ein Wunsch – sei zu teuer in Herstellung und Unterhalt.
 Was wird aus den überflüssigen Asphaltflächen?

Grünfläche. Magerrasen, um genau zu sein. Pflegeaufwand: Zweimal im Jahr mähen. Grundstücke als Gartenerweiterung an Anlieger zu verkaufen, ist derzeit planerisch nicht drin. Mit einer Umwidmung könnte die Stadt die Grundstücke zwar verhökern, dann aber zum Baulandpreis. Allerdings solle der ursprüngliche Wittenberger Damm als „Raum” erhalten bleiben.
 

Radfahrer
Sie sind die Verlierer
Sie sind die Verlierer

Paradox: Der Wittenberger Damm ist die größte Autostraße in Barkenberg – und trotz der Trennung der Verkehrsarten im Ortsteil sind Radler die Verlierer des Rückbaus. Sie nutzen die Randstreifen der Ringstraße heute als kurze Umgehung. Mit dem Rückbau verschwindet diese Möglichkeit. Neue Radwege sind aber nicht zu bezahlen.

Wie soll die Skaterfläche aussehen?

Ein gut erhaltenes Stück Asphalt zwischen Dimker Allee und Jägerstraße soll Jugendlichen überlassen werden, damit sie dort Skate- und Wakeboard fahren oder sich einfach aufhalten können. Der Wunsch nach einer solchen Fläche wurde 2010 bei einer Umfrage immer wieder genannt. Am Donnerstag formulierten die Bürger allerdings Einwände: Eine solche Spielfläche direkt neben dem (Rest-)Wittenberger Damm sei gefährlich. Sie sei ohne „Möblierung” (auch dafür ist kein Geld da) kaum nutzbar. Wie soziale Kontrolle funktionieren soll, ist schleierhaft. Baurat Lohse setzte denn auch ein Fragezeichen hinter diesen Teil der Planung: „Ich bin nicht entschieden, ob wir das machen. Hier sehe ich jedenfalls keine Begeisterung.”

Der weitere Fahrplan für den Rückbau: Noch im Februar berät die Ratskommission Stadtentwicklung Konzept und Bürgeranregungen. Ergebnisse werden in der nächsten Stadtteilzeitung (erscheint etwa zu Ostern) veröffentlicht. Die Ausschreibung der Bauarbeiten ist weitgehend vorbereitet, kann mit eventuellen Änderungen kurzfristig herausgegeben werden. Baustart könnte dann im April oder Mai sein, erklärte Hubert Stenkamp vom Tiefbauamt. Geplante (Rück-)Bauzeit: Sechs Monate. Noch in diesem Jahr wird aus dem großen ein kleiner Wittenberger Damm.

Ludger Böhne

Facebook
 
Kommentare
Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/6336683/create

Aktuelle Fotos und Videos
Bauernmarkt in Raesfeld
Bildgalerie
Volles Haus bei Süthold
Vogel fiel um 16.35 Uhr
Bildgalerie
Holsterhausen
Schwung für Hervest
Bildgalerie
Erstes Werk enthüllt
Udo schiesst den Vogel ab
Bildgalerie
Hardt
Aus dem Ressort
Mutmaßlicher Schütze von Bad Zwischenahn in Dorsten gefasst
Polizei
Einsatzkräfte der Polizei Essen und Oldenburg haben am Dienstagnachmittag einen 26-Jährigen in Dorsten festgenommen. Der Mann war seit dem 10. Mai auf der Flucht. Er soll seine Ex-Freundin in Bad Zwischenahn bei Oldenburg in Niedersachsen niedergeschossen und lebensgefährlich verletzt zu haben.
Piep-Show im Hervester Bruch steuert dem Höhepunkt entgegen
Störche
Die alljährliche Piep-Show der Störche im Hervester Bruch steuert ihrem Höhepunkt zu: Am Freitag werden die Jungtiere Jochen und Rolli beringt. Neugierige können das Spektakel bei einem Umtrunk am Aussichtsplatz verfolgen. Den beiden Jungvögeln von Werner und Luise geht es augenscheinlich prächtig.
Foto