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Nach dem Brand in der St....

Renovierung dauert noch bis Mai

29.01.2009 | 22:00 Uhr
Renovierung dauert noch bis Mai

Auch das Dach der Holsterhausener Kirche muss noch erneuert werden.

Holsterhausen. 40 Tage ist es nun her, dass ein Feuer in der Kirche das Gemeindeleben in St. Bonifatius auf den Kopf stellte. Inzwischen ist klar: die Gemeinde wird auch Ostern nicht in ihrem Gotteshaus feiern können. Pfarrer Reinhard Vehring hofft, dass die Kirche Ende Mai wieder geöffnet werden kann.

Der Brand, zwei Tage vor dem Heiligen Abend gelegt in der schmucken Krippe, veränderte das komplette Gemeindeleben. „Wir sind im wahrsten Sinne des Wortes enger zusammengerückt“, berichtet Vehring. Am Heiligen Abend feierte die Holsterhausener Gemeinde spontan in einem Zelt unter freiem Himmel, seit dem ersten Feiertag finden die Gottesdienste im Pfarrheim statt. Auf ihr Gotteshaus wird die St. Bonifatius-Gemeinde wohl noch bis mindestens Ende Mai verzichten müssen.

Der 52-jährige Pfarrer hatte gehofft, bereits die Ostermessen wieder in gewohnter Umgebung feiern zu können. Vergebens: Nach den Brandermittlern rückte zunächst eine spezielle Reinigungsfirma an. Angefangen vom kleinen Gebetsbuch bis hin zum Klavier hüllten die Mitarbeiter sämtliche kirchlichen Utensilien säuberlich in Folie. Mit Spezialmaschinen werden diese derzeit am Standort gereinigt.

Gerade erreichte die Gemeinde die nächste Hiobsbotschaft. Auch das Dach ist bei dem Brand in Mitleidenschaft gezogen worden. „Im Hohlraum oberhalb der Deckenverkleidung ist die Mineralfaserisolierung zur Vermeidung einer langfristigen Geruchsbeeinträchtigung zu erneuern“, heißt es im Gutachten.

Im Innern von St. Bonifatius erinnert im Augenblick kaum etwas an eine Kirche. Sogar das Kreuz über dem Altar muss vor Bauschmutz geschützt werden und ist dick verpackt. Ein gewaltiges Gerüst kleidet den Innenraum des Gotteshauses vollständig aus. Knapp 20 Mitarbeiter waren am gestrigen Donnerstag damit beschäftigt, die hölzerne Deckenverkleidung zu entfernen. „Ohne Atemschutz dürfen wir hier noch nicht arbeiten”, berichtet ein Angestellter des Betriebes, der sich auf Sanierungen von Brandschäden spezialisiert hat.

Mindestens einmal am Tag schaut Pfarrer Vehring in seiner Kirche nach dem Rechten. Immer wieder stelle er sich die selbe Frage. „Wusste der Brandstifter eigentlich, was er da anrichtet?”

Wie hoch der finanzielle Schaden ist, weiß der Pastor noch nicht. Die Reaktion der Gemeinde treibt ihm aber noch heute Tränen der Rührung in die Augen. „Der Zuspruch ist noch immer unglaublich, jeder packt mit an und versucht, das Beste aus der Situation zu machen.” Sogar seine Art zu predigen, soll sich nach Aussage einiger „Stammgäste” stark geändert haben. „Ich spreche mehr mit den Menschen, das Verhältnis zu ihnen soll enger geworden sein“, so Reinhard Vehring.

Von Christoph Winkel

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