"Reden und zuhören"
19.01.2009 | 17:56 Uhr 2009-01-19T17:56:55+0100Malteser bieten neue "Wohlfühl-Nachmittage" für pflegende Angehörige als Quelle, um Kraft zu tanken. Das Pilotprojekt schließt eine Lücke in den bisherigen Angeboten
Dorsten. "Wer Angehörige pflegt, gibt viel - und bekommt nichts", sagt Heidi Göbel, Ehrenamtliche beim Malteser Hilfsdienst. Gemeinsam mit Renate Jakobuß will sie daran etwas ändern: Ab sofort bieten die beiden in Zusammenarbeit mit dem Senioren-Netzwerk Hardt und dem Seniorenbüro der Stadt einmal im Monat einen "Wohlfühl-Treff" im Gemeindehaus St. Nikolaus an.
Eingeladen sind alle Menschen, die einen Angehörigen betreuen und zwei Stunden "auftanken" möchten. Göbel: "Wir möchten eine Quelle sein, um Kraft zu tanken."
Was dabei angeboten wird, bleibt zunächst bewusst offen und soll von den Teilnehmern mitgestaltet werden. "Wir wollen vor allem reden und zuhören", sagt Heidi Göbel. Möglich sind darüber hinaus Märchenstunden, Aromatherapie, gemeinsame Veranstaltungen. "Wir richten uns nach den Wünschen", erklärt Malteserin Ursula Ansorge. Ganz wichtig dabei: Während der Treffen übernehmen die Malteser die Pflegearbeit der Teilnehmer zu Hause, kostenlos.
Rund 90 Prozent aller Pflegebedürftigen werden von Angehörigen betreut, weiß Petra Kuschnerenko vom Seniorenbüro der Stadt. "Viele haben bei dieser Aufgabe keine Hilfe, stehen oft am Rande ihrer Kraft", ergänzt Ansorge.
Renate Kobuß und Heidi Göbel wissen, welche Sorgen Pflegende drücken. Beide haben selbst kranke Angehörige betreut. Kobuß: "Ich hätte mir damals selbst so ein Angebot gewünscht."
Die Wohlfühlstunden für Pflegende schließen durchaus eine Lücke. Das Angebot sei in Dorsten bisher "einmalig und toll", so Kuschnerenko. Vor allem weil hier der Pflegende im Vordergrund stehe - und nicht der Betreute.
Das Angebot auf der Hardt ist zunächst ein Pilotprojekt. Ursula Ansorge: "Es ist ein Einstieg. Wir wollen´s einfach mal anbieten." Ähnliche Angebote in anderen Ortsteilen sind denkbar; die Malteser würden sich die Idee auch gerne von anderen Institutionen wie Kirchengemeinden "klauen" lassen. Heidi Göbel: "Wenn in einigen Jahren jeder dritte Dorstener über 60 Jahre alt ist - dann werden unter den aktiven Senioren sicher auch einige sein, die sich um andere kümmern können . . ." LuB.
Die Treffen für pflegende Angehörige finden je am letzten Dienstag im Monat (15 bis 17 Uhr) im Gemeindehaus St. Nikolaus (Klosterstraße) statt. Weitere Infos und Kontakt bei Heidi Göbel (Malteser) Tel: 272 66, Hugo Bechter (Netzwerk Senioren) Tel: 36 10, Petra Kuschnerenko (Seniorenbüro Dorsten) Tel: 66 44 32.
12:14
Sehr geehrter Herr Böne,
sehr informativer, gut gelungener Artikel. Die erste Anmeldung ist bereits erfolgt.
Herzliche Grüße
Heidi Göbel