Räuber lehnte kleine Scheine ab
17.02.2012 | 17:19 Uhr 2012-02-17T17:19:00+0100
Wulfen./Essen.Auf kleine Scheine verzichtete er, die großen reichten ihm. Dann verließ er die Imbissstube am Wulfener Markt. Jetzt muss der 29-Jährige wegen schwerer räuberischer Erpressung viereinhalb Jahre ins Gefängnis.
Gleichzeitig wies die XVII. Essener Strafkammer den Alkoholkranken in eine Entziehungsanstalt ein. „Das ist eine Chance für Sie“, sagte Richterin Gabriele Jürgensen, „ich hoffe, dass Sie sie nutzen“.
Am 28. Oktober vergangenen Jahres tauchte der Wulfener gegen 20 Uhr in dem Schnellrestaurant auf. Die Bedienung kannte ihn noch, weil er schon am Abend zuvor Gast war. Jetzt suchte er zunächst die Toilette auf, blieb dort 20 Minuten. Als er zurückkehrte, hielt er eine laut Urteil „einer echten Waffe täuschend ähnlich aussehende Softairpistole“ in der Hand.
Geld forderte er. Aus Angst, weil er ihr die Waffe vors Gesicht hielt, gab die Mitarbeiterin ihm 50- und 20-Euro-Scheine. Als sie auch noch Zehner und Fünfer aus der Kasse holte, winkte er ab, es sei genug. Dann flüchtete er aus der Imbissstube.
Sein Weg führte ihn in eine Gaststätte in der Nähe, wo er einen Prosecco trank und mit seinem dicken Geldbündel auffiel. Kurz danach fasste ihn die schnell alarmierte Polizei.
Anfangs leugnete er. Er sei Personenschützer und trage die Waffe nur zu Übungszwecken bei sich. Doch die zum Überfall passende Stückelung der geraubten 500 Euro passte zu dem Geld in seiner Tasche. Und die Verkäuferin, die noch heute unter den Folgen der Tat leidet, erkannte ihn zweifelsfrei wieder. Im Prozess gestand er die Tat.
Sein Problem ist der Alkohol. Sechs Vorstrafen hat er bereits. Dabei geht es um Diebstahl, Körperverletzung und illegalen Waffenbesitz. Mehrfach enthielt seine Blutprobe bei diesen Taten um drei Promille Alkohol. Beim Überfall am Wulfener Markt hatte er weit weniger getrunken. „Er war auf Entzug“, erläuterte das Gericht. Deshalb brauchte er das Geld.
Richterin Jürgensen wies ihn auf die Bedeutung der Alkoholtherapie hin. Dort müsse er allerdings hart mitarbeiten, damit er künftig auf Alkohol verzichten kann. Der psychiatrische Gutachter Dieter Oswald hatte Hoffnung gemacht: Eine Therapie erscheine nicht aussichtslos.
20:50
"Eine Therapie erscheine nicht aussichtslos."
Logischerweise wird kein Psychofritze eine Aussage mit 100% Sicherheit angeben.
Allerdings legt so eine Formulierung schon eine geringe Erfolgsaussicht nahe.
13:28
Sechs Vorstrafen und Hoffnung, dass eine Therapie nicht aussichtslos sei?
Das sehe ich aber anders...
Das könnte aber auch daran liegen das sie kein Psychologe, Psychater und auch kein Gutachter sind. In so einem Fall ist es oft einfach klüger den Rat von Dieter Nuhr zu folgen....."Wenn man keine Ahnung hat....einfach mal die Fresse halten"...