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Putzteufel im Gotteshaus

29.12.2008 | 18:17 Uhr

Zwei Monate muss Pfarrer Reinhard Vehring mindestens auf seine Kirche verzichten.Eine professionelle Reinigungsfirma hat mit den Sanierungsarbeiten begonnen

Fein säuberlich verpackt ein Mitarbeiter der Sanierungsfirma auch die Gitarre. Fotos: WAZ, Lutz von Staegmann

ST. BONIFATIUS NACH DEM BRANDHolsterhausen. Langsam aber sicher kommt Pfarrer Reinhard Vehring wieder besser in den Schlaf. In den vergangenen Tagen sei er immer wieder wach geworden und habe über die Brandstiftung in seiner Kirche St. Bonifatius, zwei Tage vor dem Heiligen Abend, nachgedacht. (Die WAZ berichtete.) Klar, dass der Schock nach dem Brand nach wie vor groß ist, doch die aufwendigen Sanierungsarbeiten sind in vollem Gange. Minimum zwei Monate rechnet der 52-Jährige, können im Gotteshaus an der Annettestraße keine Heiligen Messen gefeiert werden. Unter Umständen kann es sogar noch dicker kommen.

"Sollten Gifte in den Dachstuhl eingedrungen sein, benötigen wir einen komplett neuen, sodass wir dann mit Sicherheit ein halbes Jahr auf unsere Kirche verzichten müssen", berichtet Vehring. Ein Spezialist habe bereits Proben entnommen, die Ergebnisse stehen aber noch aus.

Mit der Firma Belfor aus Duisburg ist eine weltweit tätige Firma mit der Reinigung des Gotteshauses beauftragt worden, die auf Sanierungen von Brandschäden spezialisiert ist. "So zwei bis drei Kirchen pro Jahr sind im Umkreis dabei, das ist immer ein Haufen Arbeit", berichtet ein Mitarbeiter.

Am Montagmorgen rollte der erste große Möbelwagen an, sämtliche Gegenstände aus dem Innenraum wurden zunächst fein säuberlich in Folien gehüllt und anschließend nach Duisburg transportiert. Angefangen von einem Klavier, über Kerzenständer bis hin zu den Lieder- und Gebetsbüchern nahmen die Mitarbeiter des Unternehmens nahezu alles mit, was nicht niet- und nagelfest ist.

"Wir haben in der Firma spezielle Reinigungsmaschinen, mit denen sogar die Bücher wieder so hergestellt werden können, dass von dem Brandgeruch nachher nichts mehr zu merken ist", berichtet ein weiterer Mitarbeiter, der gestern Morgen größtenteils mit dem Verpacken der Gegenstände aus dem Gotteshaus beschäftigt war.

Der beißende Geruch setzt sich nach wie vor schon beim Betreten der Kirche in Nase und Kleidung. In den kommenden Tagen sollen Reinigungstrupps anrücken und mit der aufwendigen Sanierung des kirchlichen Innenraums beginnen.

Pfarrer Reinhard Vehring verbringt derweil die meiste Zeit damit, zu improvisieren. "Die Gemeinde trägt den Zustand mit Fassung. Und: So etwas schweißt zusammen."

Von Christoph Winkel

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