Pinkfarbene Parkscheibe kostet fünf Euro - "bei uns ist es streng", sagt die Stadt Herten
31.10.2012 | 15:21 Uhr 2012-10-31T15:21:00+0100
Dorsten/Herten. Fünf Euro soll eine Dorstenerin an die Stadtkasse Herten überweisen. Weil sie anstelle einer blauen eine pinke Parkscheibe benutzt hat. In ihrer Heimatstadt hätte Melanie Winterscheid ein solches Ticket nicht bekommen. Rechtlich ist die Stadt Herten aber auf der sicheren Seite.
Lustig? Nee, das findet Melanie Winterscheidt (32) gar nicht. Fünf Euro soll die Dorstenerin an die Stadtkasse Herten überweisen. Weil sie anstelle einer blauen eine pinke Parkscheibe benutzt hat. Als Winterscheidt vor ihrer Wohnung im Stadtsfeld das farbenfrohe Geschenk einer Arbeitskollegin für den WAZ-Fotografen hoch hält, kommt ein Nachbar vorbei, erfährt die Geschichte. Seine spontane Reaktion: „Das ist doch ein Witz. Albern so etwas.“
Keine ganz unbegründete Einschätzung: Die Dorstenerin hatte ihre Parkzeit auf der Scheibe korrekt eingestellt und war entsprechend verwundert, als sie ein paar Tage nach ihrer Herten-Visite einen Anhörungsbogen der Stadtverwaltung bekam. Gag am Rande: Darauf war ein Foto der pinken Parkscheibe eingedruckt. In schwarzweiß.
Auch wenn Knöllchen immer im Verdacht stehen, sie sollten nur die Stadtkasse füllen: In Dorsten hätte Melanie Winterscheid ein solches Ticket nicht bekommen. „Wir haben kein Parkscheibenproblem“, versichert Rolf Köllmann, Chef des Ordnungsamtes. „Zur Not akzeptieren wir auch einen Zettel mit der Parkzeit. Nur wenn einer dauernd einen Zettel ins Auto legt, würden wir ihn bitten, sich eine vernünftige Parkscheibe zu kaufen. Oder wenn alle Dorstener plötzlich Zettel schreiben – dann müssten wir natürlich aktiv werden.“ Eine ganz normale Parkscheibe – nur eben in Pink? Würde hier durchgehen.
„Wir fahren die eindeutige Linie.“
Rechtlich ist die Stadt Herten auf der sicheren Seite. Nach Straßenverkehrsordnung (Bild 291 StVO) ist nur ein Muster zugelassen, 110 mm breit, 150 mm hoch, blau wie ein blaues Verkehrszeichen, Werbung darauf ist unzulässig. In der Beschreibung heißt es in schwurbeligem Behördendeutsch: „Die untere Bildebene ist drehbar und gegen selbstständiges Verdrehen gesichert hinter der oberen Bildebene zu befestigen. Der Drehpunkt ist 50 mm von der oberen Zeichenebene entfernt.“ Undsoweiter.
Nele Däubler, Stadtsprecherin in Herten, sagt zu der Parkposse, die Stadt vertrete das Bundesgesetz. „Und bei uns ist es relativ streng. Wir fahren die eindeutige Linie.“
Melanie Winterscheidt will ihr Knöllchen bezahlen. Und die pinke Parkscheibe trotzdem weiter verwenden. Aber eine blaue („die gute vom TÜV Nord“) künftig daneben legen . . .
02:47
Da ist sie doch noch billig weggekommen, die Knolle fürs parken ohne Parkscheibe wäre wohl teurer gewesen. Und ohne "gültige" Parkscheibe ist das nun mal... ;-)
Und geht man mal auf die Webseite von "Tussi on Tour", dann steht da :
"Hinweis: Diese Parkuhr entspricht nicht den Vorgaben der StVO und muss daher nicht von offizieller Stelle anerkannt werden. "
Und hoffentlich hat sie nicht auch noch die Warnweste von "Tussi on Tour", dann ist die nächste Knolle fällig.
Die StVO gilt halt auch für Frauen. Ansonst könnten BVB Fans bald gelbe Parkscheiben verwenden, denn die Farbe von Schalke.... ;-)
08:40
@ Bella74
Ich habe meinen Führerschein vor 30 Jahren gemacht. Damals hat man uns über die Verkehrsregeln und die Ordnungswidrigkeiten belehrt. Auf das richtige Aussehen der Parkscheibe hat man uns hingewiesen. Wenn der Fahrlehrer der Dame das vergessen hat, ist das sein Problem. Man kann sicherlich über Sinn und Unsinn vieler Vorschriften diskutieren - man setzt sie damit aber nicht außer Kraft. Sie hat eine Ordnungswidrigkeit begangen. Die Frage ist nur, wie man damit umgeht. Ich finde es befremdlich, sich mit einer solchen Geschichte an die Presse zu wenden und einen derartigen Aufwand zu betreiben. Ginge es lediglich um die Strafe, hätte sie sich an einen Rechtsanwalt wenden können, um eine richterliche Entscheidung herbeizuführen. Nun lässt sie sich in der Presse als Opfer darstellen. Es fehlt nur noch der Aufruf zum zivilen Ungehorsam um diesen Schandfleck im Deutschen Recht auszumerzen.
Wie schon gesagt: zahlen und fröhlich bleiben. Für Empörungen gibt es wichtigere Anlässe.
Ich finde es befremdlich, das eine richtig eingestellte Parkscheibe nur deshalb ein geradezu unverzeihliches Übel sein soll, nur aufgrund der Farbe. Es kam niemand zu Schaden und es geht die Welt auch nicht gleich unter....
Wie solche Stories den Weg in die Presse finden, ist mir eigentlich wurscht.
Die Regeln in unserem Straßenverkehr sind kein Wunschkonzert, sondern verbindlich.
Verkehrszeichen sind in Größe und Gestaltung vorgegeben, damit es nicht zu Missverständnissen kommt. Autokennzeichen tragen schwarze Schrift auf weißem Grund. Auch weiß auf schwarz wäre gut lesbar, ist aber nicht zulässig. Bremslichter sind rot, nicht blau. Blinker sind gelb, nicht grün. Wenn es farbig sein soll, wie wäre es dann mit rosa Autoreifen. Da gibt es keine Vorschrift, dass diese schwarz sein müssen.
Vielleicht sollten sich einfach alle an die Regeln halten. Kluge Menschen kann man überzeugen, andere muss man überreden oder - wie hier - zur Kasse bitten.
06:39
Es ist schon echt lächerlich, wie manche die Dame regelrecht kriminalisieren, weil die bescheuerte Parkscheibe NICHT Blau war. Das ist sowas von kleinkariert. Wer ist dadurch schon zu Schaden gekommen??? Wenn sie bei Rot über die Ampel gefahren wäre ( was heute auch schon an der Tagesordnung ist, leider) oder sie nie blinken würde oder weiß Gott was, könnte ich das Geschrei nach Recht und Ordnung ja noch verstehen, aber es geht um eine lächerliche Parkscheibe in einem geparktem Auto, Leute....
17:01
Mädchen tragen nun mal pink
Blau ist für die Jungens.
Ich weiß: genauso lächerlich wie der Riesenartikel von Herrn Böhhne
16:52
Die Stadtschreiberin , oder Politesse hat wohl das Sternzeichen " STIER " sonst würde sie auf diese Farbe doch nicht so " abgehörnt " reagieren.
13:33
... dann soll sie die blaue aber erst nachmessen - jetzt weiß sie ja worauf es ankommt
13:18
@ PhantasieRaum-Ralf # 15-2
Wir sollten doch bei allen weltwirtschaftlichen Auswirkungen nicht vergessen, dass es hier um 5 (in Worten: FÜNF) Euro geht. Ich mache mich lediglich darüber lustig, dass diese Frau Winterscheidt einen Wind um ihre Ordnungswidrigkeit macht, als ginge es um die Todesstrafe. Meine Empfehlung: zahlen und fröhlich bleiben!
Wer Humor erwartet, soll ins Kino gehen oder Witze lesen.
Wer Kreativität erwartet, soll töpfern oder malen, aber sich nicht über eindeutige Ordnungswidrigkeiten echauffieren.
Ansonsten teile ich die Auffassung von mamasbester #24.
11:09
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11:00
Regeln sind Regeln. Der nächste hat eine Parkscheibe mir chinesischen Schriftzeichen oder lustigen Bildchen, und dann? Kleine Ausnahmen sind grundsätzlich kein Problem, aber dann will jeder eine.
Was Sie schreiben ist Unsinn.
Die Parkscheibe entsprach was Größe, Art und Anordnung der Zahlen betraf voll den "Regeln" und war klar ablesbar!
Hier mit chinesischen Schriftzeichen zu kommen ist voll daneben!
Wenn ich hier die Reaktionen aus anderen Städten lese, war das in HERTEN reinste Abzocke bzw. die Auslebung seiner "Macht" eines / einer kleinen Ordnungsamtsangestellten!
10:57
cool, den Zeitungsartikel drucke ich mir aus... wenn ich mal in Dorsten bin bezahle ich nicht fürs parken und lege auch keine Parkscheibe rein. Wenn ich ein Knöllchen bekommen würde, berufe ich mich auf Herrn Rolf Köllmann.
Er scheint ja die StVO selbstherrlich außer Kraft gesetzt zu haben. Das ist Rechtsbeugung und Amtsmissbrauch! Der Mann gehört mindestens abgemahnt.
lesen hilt manchmal ungemein
In Dorsten werden neben der blauen Parkscheibe auch andere akzeptiert.
Da sagt keiner was von wild parken.
Aber sie haben bestimmt Recht - nicht nur abmahnen.
Sofort entlassen - oder besser noch - sofort Knast.
Es ist schon auffällig, wie die gnadenlosesten Verfechter von penibelsten Regeln und ihrer genauesten Beachtung den eigentlichen Sinn nicht mehr erfassen oder erfassen wollen (in diesem Fall: Ankunftszeit unmißverständlich mitteilen) und sich zugleich um andere Regeln, die nicht strafbewehrt sind, in aller Öffentlichkeit einen feuchten Kehricht kümmern und ganz offensichtlich erwarten, daß man ihre Regelverletzungen toleriert.
Oh, ihr Zeitungsmacher, ihr wäret aller finanzieller Probleme ledig, wenn ihr im Forum für die Übertretung von Rechtschreibungs- und Grammatikregeln, für deren Vermittlung viel Zeit, Mühe und Steuergeld vergebens aufgewendet wurde, gerechterweise Knöllchen verteilen und Rechnungen schreiben würdet. Ihr seid bislang einfach zu großzügig.
Bitte ab sofort Knöllchensymbole an und gestaffelte Strafen für jeden formal fehlerhaften Kommentar wegen eindeutiger Regelverstöße.