Pannenserie legt Heizung für 384 Haushalte in Hervest lahm
09.02.2012 | 17:08 Uhr 2012-02-09T17:08:00+0100
Hervest. Die Bewohner von 384 Haushalten in Hervest mussten bis zu zwei Tage lang frieren. Eine Pannenserie legte die Heizung komplett lahm. Wohnungseigentüber Viva West (vormals Evonik-Wohnen und Treuhandstelle THS) hat nach dem Störfall eine Arbeitsgruppe eingesetzt, die das System umrüsten soll.
Die Bewohner von 384 Haushalten in der Zechensiedlung mussten bis zu zwei Tage lang frieren. Eine außergewöhnliche Pannenserie legte die dezentrale Heizung aus fünf großen Kokskesseln komplett lahm. Viva West (vormals Evonik-Wohnen und Treuhandstelle THS) setzte alle Hebel in Bewegung, um den Ausfall abzumildern und die Schäden zu beheben. „Unsere Mitarbeiter haben sich wirklich den Hintern aufgerissen“, sagt Michael Friedrich, Leiter des Kundencenters in Bottrop.
So viel Pech kommt tatsächlich einem Sechser im Lotto gleich. Beheizt wird die Siedlung durch fünf voneinander unabhängige Koksbrenner. Und alle gingen am Donnerstag vor einer Woche in die Grätsche: Bei zweien versagte der Abgasfilter, bei einer die Sicherung gegen Wassermangel. Bei der vierten Anlage an der Burgsdorffstraße brannte der Kohlenbunker aus, der den Kessel automatisch befeuert. Und an der Heinrich-Wiencke-Straße brach ein Rohr der Ringleitung, die heißes Heizwasser zu den Wohnungen transportiert. Als das Leck geortet war, stand ein Baum darüber, der erst gefällt werden musste.
Die defekten Bauteile der Anlagen 1 bis 3 sind inzwischen erneuert, der abgebrannte Kohlebunker und das geborstene Rohr zumindest provisorisch repariert. Friedrich: „Seit Mittwoch laufen alle Anlagen wieder unter Volllast.“ Die endgültigen Reparaturen der beschädigten Anlagen werden erst bei besserem Wetter möglich sein.
Schlimmstenfalls waren Mieter in dieser Hervester Heizpechwoche zwei Tage ohne Wärmeanschluss. Vivawest hat zeitweise fünf Mitarbeiter freigestellt, um die Haushalte zu informieren und das Büro am Brunnenplatz als Anlaufstelle besetzt. Ferner hat das Unternehmen Heizlüfter an alle betroffenen Haushalte verteilen lassen, wird die Stromkosten dafür übernehmen und hat auch schon zugesagt, dass Mietminderungen gewährt werden. „Das ist selbstverständlich“, sagt der Chef des Kundencenters.
Michael Friedrich hat eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen, die das Heizsystem so umrüsten soll, das notfalls kurzfristig mobile Geräte angeschlossen werden können. Damit Hervest nicht wieder von einer solchen Pechsträhne kalt erwischt wird.
12:44
ich kann nicht vom "6er-im-Lotto" sprechen, sondern davon, dass jahrelang nichts investiert wurde und die Wartung in der Vergangenheit nicht durchgeführt wurde. Hier stand immer "Gewinnoptimierung" an erster Stelle. Jetzt zeigt sich dieses Missmangement durch erhöhten Ausfall. Und wer bezahlt nun die Zeche? Immer nur der Mieter. denn nun können " sich ihre Mitarbeiter wirklich den Hintern aufgereißen" !!!!