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WDR 2 für eine Stadt

Nur manchmal eng und immer friedlich

01.07.2012 | 18:03 Uhr
Nur manchmal eng und immer friedlich
WDR 2 für eine Stadt: Ein Foto für die Fans. Foto: Franz Meinert

Dorsten. Der große WDR-Radiotag ist ein Meilenstein in der Stadtgeschichte und der Höhepunkt des Tages das große Open-Air mit sechs tollen Bands und Musikern auf Fürst Leopold. Und mit 20 000 Besuchern. Der vermutlich größte Menschenauflauf in der Stadtgeschichte.

Die Livesendung in der Innenstadt läuft noch, da wälzt sich schon der Menschenstrom zum Schotterplatz am Förderturm. Hunderte warten seit dem Mittag auf den Einlass ab 14.45 Uhr. Es geht um die Plätze in der ersten Reihe. Zu Fuß, auf Drahteseln sind die meisten unterwegs. Als am Busbahnhof leicht verspätet die ersten Shuttlebusse einlaufen, gibt es heftiges Geschiebe. Nicht alle passen in den Shuttle. Sicherheitskräfte der Vestischen müssen vertrösten die Wartenden auf die nächsten Transporte.

Gegen 16 Uhr – gerade spielen die Dorstener „Moekicks“ als erste Band – sind schon 6000 Menschen auf dem Gelände. „So früh war noch kein WDR-Tag so gut besucht“, staunt Redakteur Dieter Bey. „Alles läuft gut. Toi toi toi“, freut sich Carsten Feldhoff, Cheforganisator im Rathaus und zuständig für alles, was nicht der WDR macht. Viele Menschen sind begeistert. Von der Veranstaltung und vom Gelände. Ulrike Pöther: „Ich wusste gar nicht, dass wir so ein schönes Festival-Gelände haben.“

Ganz entspannt sind die Jungs und Mädels vom THW Dorsten/Gladbeck, über 50 sind seit dem Morgen im Einsatz. Was aufgebaut werden muss, steht seit Freitag. Jetzt hören sie der Musik zu. Fertig sind sie nicht. „Nach dem Konzert müssen wir wieder abbauen. Das wird bis vier, fünf Uhr dauern“, sagt Unterführer Sven Berger. Von einem Schotterhügel neben dem Areal hört er zu bei David Pfeffer, dem zweiten Dorstener „Heimspiel“ nach den Moekicks.

Das Gelände füllt sich zusehends. Aber es wird nicht zu eng. Bis weit vorn vor der Bühne gibt es in der Masse immer wieder Pfade, auf denen man relativ entspannt durchkommt. Mitten im Publikum sitzen und liegen sogar Leute auf Decken.

Zum Konzert der Mädels von Katzenjammer wird es gegen 18.30 Uhr es für kurze Zeit eng. Die genehmigte Besucherzahl von 20 000 ist fast erreicht. Der WDR sendet: „Bitte nicht mehr kommen.“ Shuttle-Busse stehen still, die Polizei bremst Fußgänger und Radler an der Halterner Straße aus, am Zugang werden die Sperrgitter für eine halbe Stunde geschlossen. Rasch sammeln sich hier Anderthalbtausend Musik-Fans.

Lange müssen sie nicht warten. „Jetzt sind 18 800 Menschen auf dem Gelände. Wir rechnen nicht damit, dass jetzt noch viele kommen“, sagt ein WDR-Sprecher wenig später. Der Sender lag richtig mit seinen Schätzungen. „Wir gehen davon aus, das etwa zwei Drittel der Gäste aus der Stadt kommen“, so Redakteur Dieter Bey.

Was fehlt, ist Schatten. Den bieten nur die Vordächern der dicht umringten Bierwagen. Ein paar Schlaumeier haben Schirme dabei, die auch gegen die sengende Sonne helfen. Die Hitze wird allerdings bei heißer Musik, Gedränge und Temperaturen über 25 Grad zum Problem. Sanitäter und Rotkreuzler müssen 60 Menschen mit Kreislaufschwäche behandeln, ein Besucher wird mit einem Hubschrauber ins Krankenhaus geflogen. Ein internistischer Notfall, der nichts mit dem Konzert zu tun hat. „Trinkt!“ animierte Moderatorin Steffi Neu die Besucher. Die Katzenjammer-Mädels teilen ihr Wasser mit den Fans in der ersten Reihe, die nicht ihren Platz aufgeben wollen, ehe DRK und Feuerwehr ganz vorn an der Bühne Wasser verteilen.

Das Konzert steuert schließlich seinem Finale entgegen. „Es ist so ein schöner Tag hier in Dorsten. Unglaublich!“, jubelt die Schweizer Sängerin Stefanie Heinzmann. Allerdings: Die Stimmung, die Katzenjammer bringt, erreicht sie nicht im Publikum. Auch Morten Harket (früher A-ha) bleibt zurück hinter den Erwartungen treuer Fans, die teilweise von weither anreisten. Er sei wohl erkältet, mutmaßen sie. „Forever not yours“ singt der Norweger – der Sound kommt gut über die Rampe, Harket nicht. Nur eine gute halbe Stunde, dann ist Schluss für den Meister der gepflegten Pose. Es ist nicht „sein“ Publikum, er vielleicht auch nicht der Musiker für einen solchen Abend.

So einer ist aber Rea Garvey, Ire und eine echte „Rampensau“. Gerade mal fünf Minuten reichen, um das Eis zu brechen. „Can’t stand the silence“, singt er und ist beeindruckt von der Stadt: „Ihr habt was zusammen geschafft. Ich denke, ich muss nach Dorsten ziehen.“ Als Neubürger wäre er sicher willkommen, doch den Fans, die ihn erst nach mehreren Zugaben entlassen, würd’s wohl schon reichen, wenn Rea Garvey den Vorsatz erfüllte, den er am Ende formulierte: „Ich will in diesen Jahr noch einmal in Dorsten auftreten.“

Von Martin Ahlers, Ludger Böhne und Susanne Menzel

Kommentare
03.07.2012
15:06
Leute, bitte bleibt fair!
von Mortenfan | #3

Also, das ist ja wirklich das Letzte. Da stellt sich Morten mit einer dicken Erkältung auf die Bühne und holt das Äußerste aus seiner Superstimme raus...
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2012-07-01 18:03
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