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Heckrinder

Nachwuchs im Hervester Bruch

16.02.2010 | 18:45 Uhr
Nachwuchs im Hervester Bruch

Hervest.Ganz Dorsten zittert bei eisigen Temperaturen. Den Heckrinder im Hervester Bruch machen die Minusgrade aber nichts aus. „Da braucht man kein Mitleid zu haben“, sagt Biologin Annette Schulte Bocholt, von der Biologischen Station in Lembeck. „Die Rinder haben ein dickes Winterfell, die frieren nicht.“

Dennoch ergeben sich Probleme durch den Schnee. „Die Rinder haben es schwer, genug Futter unter der dicken Schneedecke zu finden“, erklärt Schulte Bocholt. „Da müssen wir die Tiere mit Stroh und Heu füttern, damit sie nicht verhungern.“

„Das ist eben Natur“, meint Wilhelm Westhoff, Besitzer der Tiere. „Die leben nur draußen und brauchen auch keinen Stall.“ Insgesamt 16 Rinder leben im Hervester Bruch. „Wir haben einen Zuchtbullen und zwei kleinere Bullen. Die übrigen sind Kühe“, erklärt Westhoff. Seit November ist die Herde um drei Kälber angewachsen. „Das letzte Kalb ist vor knapp drei Wochen zur Welt gekommen“, sagt Besitzer Westhoff. „Die Kleinen sind wirklich niedlich. Jetzt bei der Kälte stehen die Tiere meist vorn am Zaun, so dass sie gut zu sehen sind. Heckrinder sind Wildtiere, normalerweise laufen sie weg, wenn man ihnen zu nah kommt.“

Die süßen Kälber locken auch Besucher an. „Die Leute kommen von überall her, stellen sich an den Zaun und machen sogar Fotos“, sagt Westhoff.

Im vergangenen Jahr wuchs die Herde um fünf Kälber an, im Jahr davor sogar um neun. „Wir haben vor kurzem einige Rinder verkauft“, erklärt der Besitzer. „Die Herde darf nicht zu groß geraten, die müssen ja auch noch satt werden.“

Die Heckrinder sind allerdings nicht nur ein schönes Ausflugsziel, sondern haben auch einen Nutzen. „Die Tiere werden gehalten, um die Fläche zu pflegen“, erklärt Westhoff.

Der Name Heckrinder stammt von den Gebrüdern Heinz und Lutz Heck, die die Tiere gezüchtet haben. Oft werden die bis zu einer Tonne schweren Rinder mit Auerochsen verwechselt. Doch obwohl Ähnlichkeiten bestehen, sind Heckrinder deutlich kleiner, als ihre Vorbilder. Die Gebrüder Heck wollten eigentlich den um 1620 ausgestorbenen Auerochsen nachzüchten, herausgekommen ist das Heckrind. Die Jungtiere werden in der Regel mit braunem Fell geboren, nach drei bis sechs Monaten ändert sich meistens die Farbe.

Seit knapp vier Jahren ist Wilhelm Westhoff Besitzer der Hervester Rinder. Die fast 25 Hektar große Weidefläche gehört dem Land NRW.

Melanie Grau

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