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Metallspinne und Mosaikmaus

12.05.2008 | 18:23 Uhr

"Kunst in der Natur" am Pfingstsonntag und -montag: Viele Kreative zeigten im Garten der Familie Hagedorn und in der Baumschule Wüstemeyer interessante Ideen und verschiedenste Stile

Organische Strukturen sind das neueste kreative Thema von Brigitte Stüwe. Die Dorstenerin war bereits zum dritten Mal in Bricht mit ihren Arbeiten zu Gast. Die wandernde Sonne ließ die Bilder stets anders wirken. Fotos: WAZ, Ralph HeegerLiga Gutmane aus Riga stellte ihre Seidenmalereien aus.Auch aus Alltagsgegenständen lässt sich Kunst schaffen: Dieses Arrangement leerer Flaschen verblüffte.Lambert Sperl ist Stammgast bei "Kunst in der Natur" mit seinen ausdrucksstarken Metallarbeiten.

Bricht. "Die Bilder sehen immer anders aus", betonte Brigitte Stüwe. Die Dorstenerin stellte am Pfingstsonntag und -montag bei "Kunst in der Natur" aus; wie viele andere Kreative mit bemerkenswerten und pfiffigen Ideen rund um verschiedenste Materialien.

Organische Strukturen, meist sehr farbig, sind Stüwes "neuestes Thema". Bereits zum dritten Mal ist sie im Garten der Familie Hagedorn und auf dem Gelände der benachbarten Baumschule Wüstemeyer zu Gast. Die Schau sei einfach anders, "das macht sie so attraktiv", beschreibt sie das ungewöhnliche Konzept.

Wie in den Vorjahren legten die Gastgeber großen Wert auf neue Akzente, auch wenn einige der Künstler der Ausstellung teils lange die Treue halten. Detlef Kunen aus Dülmen zum Beispiel. "Zitat-Ziegel" nennt er seine Terrakotta-Keramiken, auf deren Vorder- und Rückseite der Betrachter Sprüche und Zitate findet. "Es hat alles mit Zeit zu tun", erklärte er seinen Ansatz. "Ich habe ein Faible für Sprache", schob er nach. Entstanden ist die Ziegel-Idee für eine Gruppen-Ausstellung in Kunens Heimatstadt. Sein Atelier feiert in diesen Tagen runden 20. Geburtstag.

Den Computer hat die Schermbecker Malerin Henryka Artmann für ihre Arbeit entdeckt. Schermbecker und Dorstener Stadtansichten hat sie mit dem Rechner verfremdet, neue Perspektiven erstellt und zusätzliche Elemente in die Motive hineingesetzt. Über "großes Interesse" freute sie sich. "Es ist schon spannend", was sich am PC alles machen lasse. Das große Original in Öl diente als konkreter Vergleich. Seit sechs Jahren beschäftigen die Stadtansichten die Schermbeckerin.

Holz ist das aktuell bevorzugte Arbeitsmaterial von Edda Gerusel aus Oberhausen. Geschlungene Äste der Robinie bearbeitet sie mit dem Beil und der Raspel, um sie dann zu schleifen und zu ölen. "Das Laufen durch die Wälder gehört zu meiner Arbeit", denn das Naturmaterial will gefunden sein. Die studierte Bildhauerin möchte mit ihrem Tun ein Zeichen nicht nur gegen hölzerne Uniformität setzen.

Mosaiken fertigt sie zusammen mit Oliver Solbach, der dies in München lernte. Feinste Natursteine und Schlacken setzten sie zum Beispiel zu einem Frauenkopf oder einer kleinen Maus zusammen. Kinderzeichung und römisch-antike Vorlage dienten als Motive, so Solbach. Er ergänzte: "Das ist eine sehr aufwändige und kleinteilige Arbeit." Und Gerusel unterstreicht, dass sie für dieses Projekt "noch eine ganze Menge lernen musste".

Ein bekanntes Gesicht bei "Kunst in der Natur" ist der Kunstschmied Lambert Sperl aus Gladbeck. An seiner fili-granen, aber riesigen Spinne könnte der Gast fast vorbeilaufen, seine Arbeiten wollen entdeckt werden. "Diese Spinne läuft in jedem Jahr anders", sagte Regine Hagedorn, die eigene Bilder ausstellte. "Metall in Form zu bringen" sei gar nicht so einfach, nicht alle Ideen ließen sich umsetzen, erklärte Sperl. "Dann muss ich andere Wege finden."

"Kunst in der Natur" lockte auch Weitgereiste: Manfred Schlüter aus Gladbeck kam ganz kurzfristig aus Peru zurück, um seine Holzobjekte in Bricht zu zeigen.

Von Andreas Rentel

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