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Lippetor soll "die Stadt ergänzen“

30.07.2010 | 16:58 Uhr
Lippetor soll "die Stadt ergänzen“
Frühjahr bis Mitte 2011 soll der Abriss des alten Centers beginnen.

Dorsten.Seit Freitag ist die für das Bauprojekt gegründete „Galerie Lippe GmbH & Co. KG“ Eigentümerin des Lippetorcenters. Weiter gekommen ist in den vergangenen zehn Jahren noch niemand, anstelle der maroden Problem-Immobilie ein neues Zentrum zu schaffen. Die WAZ sprach mit dem Geschäftsführer Herbert Krämer über den Stand des Projekts.

Glückwunsch zum Kauf. Wie geht’s jetzt weiter?

In Kürze wird es einweiteres Abstimmungsgespräch zwischen der Stadt und unseren Architekten über die Voraussetzungen für eine Baugenehmigung geben. Wir wollen dann relativ schnell zu einem Bauvorbescheid kommen, der Grundlage für unser abschließendes Konzept sein wird.

 

Sie haben bei der ersten Präsentation ihres Vorhabens im Mai gesagt, dass Sie schon mit Mietern verhandeln. Wie ist da Stand der Dinge?

Herbert Krämer will in Dorsten ein neues Einkaufscenter am Lippetor bauen. Foto Ralph Heeger

Die Gespräche mit möglichen Mietern laufen sehr gut. Wir betreiben ja ein vergleichbares Objekt in Bergisch-Gladbach. Viele Mieter dort wollen auch mit nach Dorsten, es gibt schon erste Vertragsentwürfe. Für den Bereich Lebensmittel gibt es ebenfalls mehrere Interessenten. Es braucht aber noch ein paar Monate, bis alle Verträge auf den Punkt ausgehandelt sind.

Was reizt ihre Geschäftspartner in Bergisch-Gladbach an Dorsten?

Dorsten ist ebenso eine mittelgroße Stadt. Unser Konzept ist so ausgelegt, dass wir mit dem Center die Innenstadt ergänzen wollen. In Bergisch-Gladbach ist das gelungen. Wir haben dort insgesamt mehr Frequenz in der Fußgängerzone. Das freut uns und freut die angestammten Kaufleute. Eine solche Situation wollen wir hier auch erzeugen.

 

Wissen Sie schon, wie das neue Einkaufscenter aussehen wird?

Für Aussagen darüber ist es noch zu früh. Die endgültigen Mietverträge sind Grundlage für die abschließende Baubeschreibung und wir müssen noch Details mit der Stadt klären. Dann erst machen die Architekten eine Zeichnung. Ich bin guter Dinge, dass wir bis Jahresende sehr konkret werden können.

 

Das alte Lippetor ist eher ein Riegel zwischen Stadt und der städtebaulich attraktiven Situation am Kanal. Gelingt mit ihrem Konzept eine bessere Anbindung?

Wir werden in Dorsten auf die Topografie Rücksicht nehmen. Das gilt sowohl für die Anbindung an die Fußgängerzone wie auch an den Kanal.

 

Bei allen Konzepten für ein neues Lippetor gab es stets die Sorge, der Neubau könnte angestammte Läden aus der Stadt abwerben . . .

Die Investition
60 Millionen Euro

Mit der Firma hkm Management AG hat Herbert Krämer bereits zwei Einkaufscenter in Bergisch-Gladbach entwickelt. Ein Projekt ist derzeit zudem in Böblingen (bei Stuttgart) in Arbeit. In Dorsten soll nach dem Abriss der alten Immobilie ein neues Center am Lippetor entstehen mit 10 000 Quadratmetern Verkaufsfläche auf drei Etagen. Diese Größenordnung bewertet Handelsgutachter Michael Karutz als verträglich für die Innenstadt. Die Projektgesellschaft will bis zu 60 Mio Euro in den Standort investieren.

Wir sprechen derzeit mit nur einem Interessenten aus Dorsten. Und der will nicht umziehen, sondern im Center ein zusätzliches Angebot schaffen.

 

Wie ist der weitere Zeitplan für das Bauprojekt?

Bis Jahresende wollen wir die Baugenehmigung und unterschriebene Mietverträge haben, dann die Bauarbeiten ausschreiben. Frühjahr bis Mitte 2011 könnte der Abriss beginnen. Für die Bauzeit kalkulieren wir 18 Monate, so dass ein neues Center am Lippetor Anfang 2013 eröffnen könnte.

 

Dass die Stadt sich eine Art Vorkaufsrecht zum günstigen Preis für den Fall ihres Scheiterns sichert, irritiert viele Dorstener . . .

Das wird aber nicht zum Tragen kommen. Ich schließe diesen Fall aus. Wir sind sehr konkret, im Detail an der Arbeit und sind in Dorsten auch schon operativ tätig. Wir tragen zum Beispiel schon die laufenden Kosten für das alte Center. Alle Vorbereitungen laufen auf Hochtouren.

Ludger Böhne

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Kommentare
01.08.2010
19:04
Lippetor soll die Stadt ergänzen“
von sunrise560 | #2

Grundsätzlich ein richtiger und begründeter Einwand - nur: warum neindanke? Weil Sie das unternehmerische Konzept anzweifeln? Oder weil Sie eine Sozialisierung von Verlusten befürchten? Für die Stadt - also für uns Bürger - ist es begrüßenswert, dass nun ein offensichtlich ein neues Konzept umgesetzt wird. Für den Standort am Lippetor kann es nur besser werden. Solange das Konzept eine Realisierungschance hat, verhindert es auch die Ab- und dient der Zuwanderung von Kunden. Zu hoffen bleibt auch, dass der Einzelhandel der Altstadt davon profitiert. Das zu beurteilen, dazu fehlen allerdings noch wichtige Informationen.

01.08.2010
08:49
Lippetor soll die Stadt ergänzen“
von neindanke | #1

Wir wollen die Stadt ergänzen und wahrscheinlich auch unterstützen.
Oder unterstützt die Stadt die Marketing KG, wenn sich finanzielle schwarze Löcher auftun ?

Der Artikel bezieht sich ausschliesslich aufs Unternehmenskonzept, aber nicht auf die gesellschaftsrechtlichen Hintergründe der KG.
Die GmbH als Komplementär-GmbH mit Haftung nur bis in Höhe des gezeichneten Kapitals ist unstreitig. Aber wer hält die Kommandit-Anteile der KG ?
Und wie sieht das mit Nachschusspflichten aus?
Hängt da evtl. der Steuerzahler mit drin?

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