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Kunst steht schon am Kohlenweg

06.04.2008 | 17:06 Uhr

Gemeinsam erkundeten die fünf Kunstvereine von Dorsten bis Hattingen im Reisebus 30 km "kultureller Mythos".Mit drei namhaften Künstlern will "Virtuell-Visuell" noch in diesem Jahr einen Vorgeschmack geben

Foto: bbv, Christian Hegert Der "Vater der Kunststraße", Helmut Bettenhausen, vor seinem Werk an der Dorstener Straße in Wanne: Halbmond und Kreuz krönen einen Kuppelbunker. Foto: WAZ, Wolfgang Quickels

Dorsten - Hattingen und retour: Am leider total verregneten Samstag erkundeten die fünf Kunstvereine längs des "Gahlenschen Kohlenwegs" im gut gefüllten Reisebus jene historisch bedeutende Route, mit der die Industriegeschichte des Ruhrgebiets vor 240 Jahren ihren Anfang nahm.

Zu sehen gab's überraschend viel entlang der 30 Kilometer "kultureller Mythos" - und noch mehr Überraschendes zu hören. Denn das Kulturhauptstadt-Projekt im Verbund der Kunstvereine startet probeweise schon in diesem Jahr. Für die gute Nachricht sorgte aber nicht das Ruhr 2010-Büro auf Zollverein - das sich mit den bis Ende März zugesagten Entscheidungen längst verspätet hatte. Zugunsten der projektierten "Kunststraße" entlang des Gahlenschen Kohlenwegs fördert vielmehr das Regierungspräsidium Arnsberg eine "Machbarkeitsstudie" - und die besteht nicht bloß aus Papier.

Ein erstes Werk, das sinnfällig die Vorgaben der Umgebung aufgreift, steht bereits wenige Meter von der Dorstener Straße in Wanne, am Rande des Cranger Festplatzes: Helmut Bettenhausen, der sich als geistiger Vater der "Kunststraße" seit zwei Jahrzehnten für die preußische Chaussee begeistert, krönte die Doppelkuppel eines Weltkriegsbunkers mit Kreuz und Halbmond aus Eisen: christliche und islamische Geistliche kamen zur Einweihung dieses Integrationszeichens.

Aber auch die Aktiven des Dorstener Kunstvereins "Virtuell-Visuell" sichteten, unterstützt vom städtischen Planer Hans Rommeswinkel, geeignete Standorte für Kunst am Kohlenweg - von der Stadtgrenze bei Scholven bis zum Standort des 1972 abgerissenen Gahlener "Kohlhauses". Und Angelika Krumat als "Vi-Vi"-Vorsitzende traf sich bereits mit drei Künstlern, die noch in diesem Jahr in Dorsten loslegen wollen.

Keisuke Matsura ist dabei, der schon während der kurzen "Vi-Vi"-Herbstausstellung mit dem Titel "Pars pro toto" zeigte, wie feinfühlig er Formen der Natur scheinbar alltäglichem Industriematerial aufprägt. Hermann J. Kassel will den Betonkubus am Recklinghäuser Tor "bespielen", denn der alte Kohlenweg führte wohl mitten durch die Stadt. Und in die kleine Grünfläche gegenüber dem Hochzeitswäldchen, auf der Innenstadtseite der Gladbecker Straße also, "verguckte" sich Kerstin Kaiser als Standort für ihre Kunst.

Einen besonders originellen kulinarischen Beitrag sicherte "Virtuell-Visuell" bereits für 2010 dank der Ulfkotter Landwirte Dahlhaus: Sie pflanzen unweit der Bochumer Straße in den Umrissen des Ruhrgebiets einen Obstgarten "mit 53 alten Sorten, die man fast vergessen hat", wie Angelika Krumat sagt - ein Obstbaum für jede der 53 RVR-Kommunen: Allein die Auslosung so niedlicher Namen wie "Ochsenmaul" oder "Eselshintern" nennt die "Vi-Vi"-Vorsitzende "ein spannendes Projekt".

Von Ralph Wilms

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Kommentare
12.04.2008
21:09
Kunst steht schon am Kohlenweg
von virtuellvisuell | #3

Die Diktion dieses Kommentars hört sich für mich wirklich nicht nach breiter Masse an.
Auch die Kritik an der Bande von Nachmachern erscheint mir hoch emotional und wenig konkret, So im Rundumschlag zu kritisieren ist immer recht einfach und meistens unfair.

08.04.2008
08:00
Kunst steht schon am Kohlenweg
von Marco Deitermann | #2

Die entrückte Wahrnehmung eines Herrn Willms geht nun schon seit Jahren so und leider scheint niemand in der Redaktion genügend A... in der Hose zu haben die Weltanschung des Herrn Willms einmal im Sinne der Leser (um nicht zu sagen Kunden) geradezurücken.

So werden wir weiterhin mit verklausulierten Lobhudeleien auf die auserkorenen Talente des Mäzen Willms leben müssen. Wir werden uns weiterhin wundern dürfen ob das Einzugsgebiet der LOKALredaktion Dorsten wirklich so weitläufig ist es die Berichterstattung des Ressorts Kultur glauben machen will. Wir werden weiterhin unsere Interpretationsfähigkeiten an den blumigen (Werbe-)Texten trainieren dürfen und wir werden weiterhin dankbar sein das RAW nur in Kultur macht - da bleiben wir wenigstens im Hauptschaffensbereich der Redaktion verschont.

Wir sollten dankbar sein und Herrn Willms für seine Dienste am Leser (vorbei) preisen.

07.04.2008
03:32
Kunst steht schon am Kohlenweg
von tupamaro | #1

...prima Reise. Ganz toll. Geht eigentlich auch Kritik in ihrer Zeitung? Ist denn wirklich diese der Wirklichkeit entrückte Bande von Nachmachern so zu würdigen? Kunst für Kohle - Kohle für Kunst- das Motto der Ruhrfestspiele, das schon lange seine Zielgruppe aus den Augen verloren hat. Es ist bereits an anderer Stelle erwähnt worden: Ihr Redakteur Wilms hat seine Bodenhaftung verloren und schreibt jedem, der sich versponnen und arrogant genug gibt, nach dem Maul. Kultur muß sich allen Schichten der Gesellschaft öffnen. Die Berichterstattung der WAZ erfreut sicher die Erleuchteten, doch die breite Masse fühlt sich durch die verschrobene Diktion abgeschreckt. Ist das vielleicht die Absicht des Autors?

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