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Störche

Kult-Storch Werner aus Dorsten erobert sich sein Nest zurück

04.04.2013 | 18:10 Uhr
Turteln am Horst. Das Nest in Hervest ist wieder belegt.Foto: Franz Meinert

Hervest.  Die Ereignisse um das Storchen-Nest in Dorsten-Hervest gleichen einer Sitcom. Zunächst fliegt ein Unbekannter im Nest ein und legt mit Weibchen Luise zwei Eier - wobei die Storchen-Dame doch zu Werner gehört. Jetzt deutet alles darauf hin, dass sich Werner seine Luise samt Nest zurückerobert hat.

Die ersten zwei Eier sind im Hervester Storchen-Nest zerstört. Doch noch ist eine weitere Brut möglich. Das betont Hermann Kottmann, Leiter der Biologischen Station in Lembeck. Doch von wem stammen die ersten, vor kurzem aus dem Horst geworfenen Eier?

Kottmann vermutet, dass zunächst Luise ihr altbekanntes Domizil im Hervester Bruch anflog. Ihr folgte ein männlicher, fremder Storch. Aber wahrscheinlich nicht Werner. Als Werner – verspätet – in Hervest eintraf, war er schon vor vollendete Tatsachen in Form von zwei Eiern gestellt worden. Daraufhin kam es zu Kämpfen im Horst. Das neu eingetroffene Männchen stritt mit dem Nebenbuhler um das Revier – und das Weibchen. Der neu Eingetroffene setzte sich schließlich durch.

Das Vernichten der nicht-eigenen Brut, so Kottmann, sei ein natürlicher Vorgang in der Tierwelt. Schließlich versuche jeder, sein Genmaterial weiterzugeben.

Storch Werner war in den letzten Jahren sehr dominant

Hermann Kottmann vermutet, dass es sich beim neu Eingetroffenen um Werner handelt. „In den vergangenen Jahren hat Werner ein sehr dominantes Verhalten an den Tag gelegt. Deshalb glaube ich, dass er es ist, der sich durchgesetzt hat. Faktisch belegen kann ich das nicht. Wir müssen auch ein bisschen dran glauben“, sagt er scherzend.

Vogelkunde
Hobbyfotograf ist ein Fan der Weißstörche Werner und Luise

Der 66-Jährige ist Hobbyfotograf und Fan der beliebten Weißstörche Werner und Luise. Die Vogelart fasziniert ihn seit der ersten Ankunft im Hervester Bruch im Jahr 2005. Siegfried Kehrel ist in diesen Tagen spätestens um elf Uhr vor Ort, in einem kleinen Waldstück baut er seine Kameras auf.

„Wenn man die neuen Bilder groß machen würde und mit den Bildern des vergangenen Jahres vergliche, könnte man wahrscheinlich feststellen, ob es die selben Tiere sind“, sagt der Hobby-Fotograf Siegfried Kehrel. Jeder Schnabel-Ansatz, jedes Auge sei anders, so der Halterner. Auch die Dorstener Fotografin Wendy Kregel verfüge vermutlich über entsprechend aussagekräftiges Bildmaterial, so Kehrel.

Was gegen die Theorie spricht, dass Werner als zweites Männchen am Horst ankam, ist die Tatsache, dass er in den vergangenen Jahren immer sehr früh in Hervest eintraf . Dieses Mal jedoch später als der Mitbewerber.

Noch sind bis zu drei Eier möglich

Als dramatisch sieht Kottmann diesen Zeitunterschied aber nicht an. „In Schleswig-Holstein und Niedersachsen sind die Störche teilweise jetzt noch gar nicht da“, sagt der Storchen-Experte.

Egal, wer derzeit im Storchennest brütet. Noch hat das Pärchen Zeit, für Nachwuchs zu sorgen. Die beiden wurden auch schon kopulierend gesehen. 30 bis 32 Tage beträgt die Brutzeit. Kottmann: „Der Zeitraum ist eng, aber noch ist es bis Ende April möglich, dass Luise bis zu drei Eier legt.“

Heimatverein baut neues Nest für Störche
Jungstörche bekommen Namen

Rupert Joemann


Kommentare
06.04.2013
12:42
Unbekannter im Nest ...legt ... zwei Eier
von kumpelanton | #1

In Bio nicht aufgepasst?

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