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Kirche will kritische Stimme sein

17.08.2007 | 08:47 Uhr

Vor hundert Jahren gründete sich der heimische evangelische Kirchenkreis, zunächst für das gesamte Vest.Am Gründungsort, der Martinskirche in Bottrop, feiern am Samstag, 25. August, zwei Kirchenkreise gemeinsam.

Dorsten / Bottrop. Der Anfang war schwer für sie. Evangelische Christen durften bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts nicht im katholischen Erzbistum Köln leben. Diese Situation änderte sich langsam, die Zahl der evangelischen Christen stieg umso schneller. Als 1907 der Kirchenkreis Recklinghausen gegründet wurde, gehörten ihm 61 000 Gemeindeglieder an. Am Samstag, 25. August, feiert der Kirchenkreis sein 100-jähriges Jubiläum an seinem Gründungsort: in der Martinskirche in Bottrop.

Vergangenheit und Zukunft des ehemaligen Kirchenkreises Recklinghausen, der sich heute in den gleichnamigen Kreis und den Kirchenkreis Gladbeck-Bottrop-Dorsten aufteilt, sollen auf dem Programm stehen. Nach einem Festgottesdienst am Rathausplatz mit Präses Alfred Buß wird eine Gesprächsrunde mit Vertretern aus Wirtschaft, Politik und Kirche den Festtag abrunden.

Seit seinem Bestehen versucht der Kirchenkreis, sozialen Problemen entgegenzutreten. "1958 hatten wir 22 Gemeinden und 40 Schachtanlagen, was die Bedeutung des Bergbaus zeigt", sagt der Recklinghäuser Superintendent Peter Burkowski. Mit dem Bergbau war ein rasanter Anstieg der Bevölkerung verbunden, der wie überall in der Region zu vielen sozialen Problemen führte.

"Wir hatten schon vor der Gründung des Kirchenkreises diakonische Einrichtungen", sagt Burkowski. Die Zahl der Gemeindeglieder war 1958 schon auf 230 000 gestiegen - zu viel für einen Kirchenkreis. Deshalb wurde er geteilt, doch seit 2000 gibt es wieder eine enge Zusammmenarbeit. Heute sind es noch knapp 188 000 Gemeindeglieder und der demographische Wandel wirkt sich immer weiter aus. Möglicherweise wird es in Zukunft nur noch einen Kirchenkreis geben.

Aber erst einmal schauen Burkowski und sein Bottroper Kollege Detlef Mucks-Büker optimistisch in die Zukunft. "Wir wollen weiterhin eine kritische Stimme in der Gesellschaft sein und unsere Mitverantwortung wahrnehmen", sagt Burkowski. JP

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