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Betrug versucht

Internet-Ganoven kapern E-Mail-Konto

25.01.2012 | 16:45 Uhr
Internet-Ganoven kapern E-Mail-Konto
Marion Werk von der Agentur für Ehrenamt stand im Mittelpunkt einer versuchten Internet-Betrügerei.

Dorsten.Das Internet wartet nicht nur mit den Segnungen der modernen Kommunikationsgesellschaft auf, sondern liefert manchmal böse Überraschungen. Es war am frühen Morgen, als in der Redaktion eine E-Mail von der Agentur für das Ehrenamt eintrudelte.

Die rührige Vorsitzende dieser lobenswerten Einrichtung, Marion Werk, bat darum, ihr aus einer Kalamität zu helfen: Angeblich hatte sie ihre Reiseunterlagen, Kreditkarte und Bargeld auf dem Weg nach Spanien vergessen. Sie bat in dieser E-Mail, ihr kurzfristig eine Geldsumme zu leihen. Für die Klärung der notwendigen Formalitäten bat Marion Werk um einen Anruf im Blue Island Hotel in Madrid.

So weit, so gut, allerdings wusste eine ganz wichtige Person von all dem nichts: Marion Werk fiel aus allen Wolken, als aus ihrem Bekanntenkreis seit Samstag permanent Anrufe eintrudelten.

Marion Werk weilte friedlich in Dorsten. Was war geschehen? Internet-Ganoven hatten sich mit einem so genannten Trojaner auf den E-Mail-Account der Agentur geschlichen und von dort die verhängnisvolle Botschaft an die hinterlegten Kontakte geschickt. Hinter der Rufnummer in Spanien, die temporär eingerichtet war, verbargen sich die Täter, die so versuchten die Hilfsbereitschaft des Umfeldes von Marion Werk in bare Münze umzuwandeln. Nach Recherchen von Marion Werk ist niemand aus dem Bekanntenkreis auf diese linke Nummer hereingefallen. Einmal mehr kann an dieser Stelle nur eindringlich davor gewarnt werden, E-Mails mit unbekannten Absendern zu öffnen oder zu bearbeiten.

„Es ist einfach nur unverschämt und kriminell. Ich bin froh, dass es vorbei ist und offenbar kein Schaden entstanden ist“, so Marion Werk. Die verhängnisvolle E-Mail ist mittlerweile als sogenannte Spam- Mail gekennzeichnet und die Nummer in Spanien ist gesperrt. Nicht immer geht so ein Fall glimpflich über die virtuelle Bühne: In den zuständigen Dienststellen der Polizei stapeln sich die Akten, in denen teilweise dramatische Betrugsdelikte darauf warten, aufgeklärt zu werden.

Jo Gernoth

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