Ins Netz gegangen
01.12.2008 | 18:01 Uhr 2008-12-01T18:01:36+0100Die Stadt präsentiert ihren neuen Internetauftritt, barrierefrei und überschaubar.Dienstleistungen von A bis Z, umfangreiche Informationen und Kommunalpolitik per Mausklick
Dorsten. Lambert Lütkenhorst ist angetan von der neuen Internetpräsenz seiner Stadt. "Wer ist denn der nette Mann auf der Startseite", wollte der Bürgermeister, wohl nicht ganz ernst gemeint, wissen. Schließlich heißt der Bürgermeister höchstpersönlich die Besucher von www.dorsten.de samt eines Porträtfotos herzlich willkommen.
Gut ein Jahr lang hatte das vierköpfige Internetgremium um Pressesprecherin Lisa Bauckhorn an der Stadt-Homepage gebastelt, die seit gestern Morgen offiziell "online" ist. "Die frühere Homepage wurde von vielen Freaks kritisiert. Es war klar, dass wir in diesem Bereich etwas tun mussten", erklärt Lütkenhorst. Die Erstellung einer neuen Präsenz extern in Auftrag zu geben, kam für den 60-Jährigen nicht in Frage. Das Vertrauen in die eigene Internet-Redaktion war und ist nach wie vor groß.
Zwei Aspekte standen bei der Erstellung der städtischen Homepage im Vordergrund. Zum einen die mittlerweile per Gesetz vorgeschriebene Barrierefreiheit, zum anderen das überschaubare Design. Barrierefrei bedeutet, dass auch Menschen, etwa mit Sehbehinderungen, den Online-Auftritt problemlos, eben barrierefrei nutzen können. Ein Lupen-Funktion oder Kontrastveränderungen zählen dabei zu den hilfreichen Werkzeugen. Zudem können sich Besucher einzelne Inhalte der Seite via "Screen Reader" vorlesen lassen.
Im "virtuellen Rathaus" sind sämtliche Dienstleistungen alphabetisch sortiert. Ab sofort ist beispielsweise der Blick ins Fundbüro über den heimischen Internetzugang kein Problem mehr. Feste und Veranstaltungen sind im ständig aktualisierten Veranstalungskalender abrufbar, eventuelle Neubürger können sich knapp, dafür aber präzise über die Stadt Dorsten informieren.
Auch das lästige Suchen auf den so unhandlichen Stadtplänen gehört dank "Geodaten" der Vergangenheit an. Umfangreiches Kartenmaterial mit Darstellungen öffentlicher Einrichtungen, von Angeboten in Kultur und Freizeit oder Apotheken erscheinen nach wenigen Mausklicks auf dem Bildschirm.
22:38
Bei der Kostenkalkulation nicht zu vergessen: das völlig unverständlich gewälte CMS.
Ein kommerzielles (was bitteschön hätte Typo3 hier nicht besser gekonnt), bei dem selbst die Updates kostenpflichtig sind etc.
Eine absolut nicht nachvollziehbare Wahl, für die mich die Begründung doch sehr interessieren würde.
Gerade wenn es darum geht hier etwas »inhouse« zu lösen, hätte man da mit Typo3 oder vergleichbaren OpenSource-Systemen nicht nur massiv gespart, sondern zusätzlich eine große, aktive Community.
20:10
Die Dorstener Zeitung schreibt (Zt.): „Wir haben absichtlich keine externen Fachleute engagiert“, sagte Bürgermeister Lambert Lütkenhorst.
Klarer Fall von Am falschen Ende gespart sagen andere, sofern da überhaupt etwas gespart wurde. Immerhin hat man sich damit nen ganzes Jahr lang beschäftigt. Wer mag kann es sich ja mal ausrechnen. Ich komme nach BAT West auf über 100.000 Euro. Eine Agentur hätte das in einem viertel Jahr für die Hälfte umgesetzt. Obendrein wäre es nicht nur technisch professionell umgesetzt worden, sondern auch grafisch. Was will uns dorsten.de mit der Gestaltung sagen? Wir üben noch?
16:28
Eine gruselige, extrem fehlerbehaftete und technisch dürftig umgesetzte Bastelei.
Warum kommt als CMS ein alles andere als günstiges System zum Einsatz, wenn OpenSource-Alternativen das gleiche, bzw. mehr bieten? Warum werden offensichtlich gestalterisch komplett untalentierte »Bastler« – wie der Autos so treffend formuliert – mit der Gestaltung beauftragt?
Warum ist die technische Umsetzung auf einem Niveau, daß von 14jährigen Hobby-Webdesignern spielend übertroffen wird?
Eine unglaubliche Verschwendung von Steuergeldern, und eine unglaublich unprofessionelle Außendarstellung die der Stadt nicht grecht wird.
Ich, und nicht nur ich, bin entsetzt. Die Seite ist die Lachnummer in diversen Web-Developer-Foren.