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Hüter des verborgenen Schatzes

25.07.2008 | 17:35 Uhr

ZUM SONNTAGJeder von uns träumt davon, einmal richtig Glück zu haben, den richtigen Treffer im Lotto zu landen. ...

... Wer hat noch nicht davon geträumt, den verborgenen Schatz zu finden, der die Lebensmöglichkeit erweitert und das Gute sichert?

Das war vor 2000 Jahren nicht anders. Jesus konnte also mit gespannter Aufmerksamkeit rechnen, als er zu erzählen anfing: Es war einmal ein Mann, der fand beim Arbeiten auf dem Feld einen wunderbaren Schatz. Er weiß: wem der Acker gehört, dem gehört der Schatz. So steht es im jüdischen und im römischen Recht. Also deckt er den Fund wieder sorgfältig zu, geht heim, verkauft und versetzt alles, was er hat, und kauft damit den Acker.

Der Schatz gehört jetzt ihm und er ist ein gemachter Mann.

Jetzt könnte die Fabuliererei erst recht losgehen. Jesus könnte erzählen, was der neue Besitzer alles unternommen hat mit dem gewonnenen Schatz. Das interessiert bis heute die Menschen in den Illustrierten.

Nichts davon: Jesus bricht die Geschichte einfach ab und leitet auf eine andere Ebene über: wie mit dem Schatz im Acker, sagt er, ist es mit dem Reich Gottes. Es ist eine großartige Sache, wertvoll und kostbar, es lohnt sich, alles daran zu setzen.

Das ist der springende Punkt der Geschichte. Jesus will erzählen von einem überaus kostbaren Gut, das Gott für uns Menschen bereithält.

Den verborgenen Schatz kann man eigentlich nicht verdienen. Ich kann nicht direkt darauf losgehen, denn ich weiß nicht, wo er steckt. Ich muss meine Arbeit tun, dann stellt er sich vielleicht beiläufig ein. Gerade der Schatz, den Jesus meint, ist nicht durch Leistung zu erwerben, er ist ein Geschenk.

Was ist nun mit den vielen Menschen, die bei dem Gedanken an Gott, nur wenig Freude verspüren? Was ist mit uns, wenn uns die Sache Gottes noch niemals als die Chance aufgegangen ist? Das Gleichnis hat auch dazu eine Antwort:

Es erzählt von Menschen, die im Leben stehen und ihre Alltagspflichten erfüllen.

Der Taglöhner mitten bei der Feldarbeit und der Kaufmann ist bei seinen Geschäften, als er die wertvolle Perle findet. Um auf Gott zu stoßen, muss ich nicht auswandern oder in ein Kloster ziehen oder besondere Leistungen vollbringen.

Ich finde Gott in meinem Leben, dort wo ich stehe und arbeite, dort kommt er mir entgegen als meine Chance.

Simone Pieper ist Pastoralreferentin in der Gemeinde St. Barbara

Von Simone Pieper

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2008-07-25 17:35
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