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Großbrand

Holzbetrieb im Gewerbegebiet Köhl in Wulfen abgebrannt

03.05.2011 | 10:09 Uhr
Holzbetrieb im Gewerbegebiet Köhl in Wulfen abgebrannt
Großbrand in Dorsten

Wulfen.Ein infernalischer Brand hat am Dienstagmorgen die junge und innovative Firma Massiv-Holzbau-Produkte (MHP GmbH) im Gewerbegebiet Köhl vernichtet. Als die ersten Feuerwehrleute um 6 Uhr auf die lodernde Produktionshalle zurasten, „war das Gebäude zu dem Zeitpunkt schon verloren“, sagt Ludwig Hötten-Löns, der den ersten Angriff auf die Flammen leitete.

Das Feuer in der 2400 Quadratmeter großen Halle (60 mal 40 Meter Grundmaß)  war offenbar im Span-Lager ausgebrochen – auf der windzugewandten Ostseite – und hatte sich rasend schnell durch das  Holzgebäude gefressen. Meterhoch loderten die Flammen aus dem Dach. Eine große Rauchsäule war weithin zu sehen. Brennende Aschebrocken segelten, von heißer Luft getragen, durch die Nachbarschaft.

Drei Fragen an
Aufträge für fünf Monate
Aufträge für fünf Monate

Firmenchef Bernhard Cosanne, Zimmermann aus Lembeck und Gesellschafter der MHP GmbH, steht fassungslos auf einer Wiese neben dem Brandort. Wie es mit der Firma weiter geht, ist derzeit unklar.

Sie haben das Unternehmen MHP erst vor einem Jahr vorgestellt . . .

Unsere Brettstapelmaschine zur Herstellung der Fertigbauelemente – weltweit die erste dieser Art – absolvierte gerade die letzten Probeläufe. Ein Techniker des Herstellers in der Schweiz ist zur Überwachung noch in Wulfen. Wir hatten Material eingekauft, die ganze Halle war voller Holz, und wir wollten jetzt mit der Produktion beginnen. Der Büroflügel war fast fertig, das Gerüst stand noch für die letzten Fassadenarbeiten. Da wollten wir in drei Wochen einziehen. Wir haben in die Firma mehr investiert als die ursprünglich geplanten 2,6 Millionen Euro.

Das ist nun alles weg . . .

Wir hatten genug Aufträge für vier bis fünf Monate, wollten im Zwei-Schicht-Betrieb starten. Viele Aufträge für unsere ökologische Bauweise kamen aus Frankreich und Italien, von dort sogar ein Auftrag für einen Kirchenanbau. Diese Aufträge, das Ergebnis von zwei Jahren Vorbereitung und Werbung, sind erstmal weg.

Wie viele Mitarbeiter sind betroffen?

Aktuell drei im Büro und drei in der Produktion. Vier weitere haben wir erst am Montag eingestellt.

Die Mitarbeiter waren gerade im Betrieb, als das Feuer ausbrach, berichtet Firmenchef  und MHP-Gesellschafter Bernhard Cosanne. Als sie in die Nebenhalle gingen, schlugen ihnen Flammen entgegen. Alle konnten sich noch rechtzeitig in Sicherheit bringen. Die Feuerwehr rückte mit sieben der acht Dorstener Löschzüge an (nur die Rhader blieben für weitere Einsätze in Bereitschaft), verstärkt um Kräfte des benachbarten Munitionsdepots Muna. Über hundert Mann waren im Einsatz. Sie legten von drei Seiten hunderte Meter Schlaucheitungen, starteten einen massiven Löschangriff.

Die Helfer mussten zugleich die Dächer von Nachbargebäuden kühlen und vor Feuerzungen schützen. Die Gefahr war durchaus groß, dass durch fliegende Flammen weitere Brände ausbrechen. Kurzzeitig mussten Anwohner ihre Häuser verlassen. Die MHP-Halle selbst konnten die Wehrmänner indes nur kontrolliert abbrennen lassen. „Wie ein Osterfeuer“, sagt einer.

Brandursache ist noch unklar

Am Mittag liegen ringsum auf den Firmengrundstücken verkokelte Bröckchen. Rußschwarzes Löschwasser strömt durch die Gosse der Erschließungsstraße im Köhl. Für die Helfer ist die meiste Arbeit getan. Sie werden vom Verpflegungstrupp der Feuerwehr und Nachbarn mit Schnittchen und Kaffee versorgt. Mehrere Wasserkanonen, darunter eine auf einem fahrbaren Gelenkmast aus dem Chemieparks Marl, pumpen Wasser in die rauchenden Trümmer. Von der mächtigen Halle steht nur noch der von Feuer zerfressene Büro- und Sozialtrakt. Ein Bagger reißt auch diesen Rest nieder. Bis zum Abend müssen Brandwachen das Gelände sichern.

Großbrand vernichtet Firma

Der Schaden dürfte deutlich im Millionenbereich liegen. Genauere Angaben konnte die Polizei am Dienstag noch nicht machen. Auch die Ermittlungen zur Ursache werden dauern. Frühestens Mittwoch werden Sachverständige den Brandort inspizieren können. Wobei sie bereits signalisiert haben, dass   in einem solchen Trümmerfeld kaum noch Feststellungen zu treffen sind.

Ludger Böhne

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