Historische Brücken-Balken aus Baugrube geborgen
03.08.2010 | 15:53 Uhr 2010-08-03T15:53:00+0200
Dorsten.Die Fachleute geben sich (noch) zurückhaltend, aber womöglich ist ihnen in einer Baugrube am Vosskamp mit dem Fund einiger Holzbalken einer kleiner Coup gelungen:
Der „erste archäologische Nachweis“ der vor 400 Jahren sternförmig um die Stadt angelegten Bastion, nicht zu verwechseln mit der Stadtmauer, von der noch Reste stehen und bekannt aus dem Merian-Stich von Dorsten. So zumindest lautet die erste Einschätzung des LWL-Archäologen Jan Markus.
1633 (im 30-jährigen Krieg 1618-48) eroberten die hessischen Protestanten die Stadt, legten rund um Dorsten noch vor Stadtmauer und Wallgraben die zusätzliche, gezackte Wehranlage an und davor noch einen weiteren Wassergraben.
Die nun entdeckten Balken könnten Teil einer Brücke über diesen äußeren Graben gewesen sein, vielleicht Teil eines Weges Richtung Buer.
Sechs Pfosten hat der Baubagger frei gelegt, vier davon konnten am Dienstag von Fachleuten des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe geborgen werden, berichtet Jan Markus, Leiter der noch laufenden Römer-Grabung am Kreskenhof. Im Camp der Archäologen dort wurden die Balken gestern eingelagert; sie sollen zur weiteren Untersuchung nach Münster gebracht werden. Ob die Balken sind, was Historiker vermuten, müssen die weiteren Untersuchungen ergeben, so Jan Markus.
Dr. Josef Ulfkotte, Vorsitzender des Heimat- und Geschichtsvereins, teilt die Einschätzung des Archäologen. Bodendenkmäler aus dieser Zeit seien in Dorsten bisher „nicht zahlreich“ aufgetaucht, sagt er. Und: Der Fund sollte Anlass sein, bei Bauvorhaben in der Stadt sensibler auf historische Zeugnisse und Befunde zu achten.
Die letzten Römer-Ausgrabungen auf einem Neubaugebiet am Kreskenhof indes sind auf der Zielgeraden. In etwa zwei Wochen sollen erste Ergebnisse vorgestellt werden, berichtet Jan Markus.
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