Himmlisches Gartenjubiläum
07.08.2011 | 14:29 Uhr 2011-08-07T14:29:00+0200
Dorsten.Ordnung muss sein und erst recht in einem Kleingarten. Allerdings wirkt diese Ordnung in der Kleingartenanlage Paters Bungert nicht zwanghaft, sondern organisch gewachsen und gelebt. Seit 75 Jahren wird dieser Streifen Land im Grüngürtel der Stadt von tüchtigen Gartenfreunden in ein kleines Paradies für Pflanzen und Mensch zu verwandeln. Grund genug, dieses Jubiläum ausgiebig zu feiern.
„Wir haben hier mehr als 100 Besucher begrüßen können, die eigentlich nicht zu unserem Garten gehören. Sie waren uns willkommene Gäste und haben mit uns gefeiert. Ganz besonders toll war es, dass viele Kinder den Weg zu uns gefunden hatten“, sag Christian Betzer, der zweiter Vorsitzender des rührigen Vereins ist. Der erste Vorsitzende, Jürgen Becker, ist mitten im Job: Er erklärt den vielen Gästen das Wesen des Kleingartens im allgemeinen und dem des Paters Bungert im speziellen. Im Jahre 1936 waren es die Pater aus dem Franziskanerkloster Dorsten, die diese Kleingartenanlage gegründet haben. So erklärt sich auch der Name Paters Bungert. Bungert ist ein Lehnwort aus dem Alt-Hochdeutschen und bedeutet soviel wie Wäldchen oder Obstbestand am Wäldchen. Die Anlage war Erholungsort und Frischgemüse-Versorger für die Franziskaner. Lange Zeit stand diese Anlage noch unter der Verwaltung der Pater, die sich besonders barmherzig in Bezug auf die Höhe der Pacht zeigten. Vor einigen Jahren hat dann die Stadt Dorsten das Gelände übernommen, aber die Pachten blieben dennoch moderat.
In der ältesten Kleingartenanlage Dorstens bewirtschaften derzeit 27 Kleingärtner mit ihren Angehörigen ihre kleinen Paradiese. Dabei hat sich die Intention der Kleingärtnerei in den letzten Jahrzehnten geändert: Neben dem Nutzgarten mit Gemüseanbau und Obststräuchern hat die Parzelle die Rolle der kleinen Wellness-Oase übernommen. Das konnten im Rahmen des Sommerfestes die Besucher feststellen: Liebevolle Details an allen Ecken, das gemütliche Vereinsheim und nette Menschen pflegen hier am Stadtrand ihre grüne Passion. „Der Hit war unsere Playback-Show für die Kinder und natürlich die Tombola“, sagt Christian Betzer. Ein DVD-Rekorder und eine selbst konstruierte Schubkarre waren die Hauptgewinne der Tombola. Unter dem Strich war dieses Sommerfest trotz des nicht unbedingt kompatiblen Wetters ein Erfolg, der einem breiten Publikum die Erkenntnis vermittelten konnte, dass die Gartenzwerge schon lange nicht mehr die Lufthoheit in einer Kleingartenanlage besitzen.
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