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Heiligenfigur hat neuen Platz

29.09.2008 | 15:59 Uhr
Heiligenfigur hat neuen Platz

Die Weihbischöfe Dr. Josef Voß aus Münster und Manfred Melzer aus Köln feiern einen Dankgottesdienst zur zehnjährigen Weihe des Karmels St. Michael. Edith-Stein-Figur gesegnet

Auf den Tag genau vor zehn Jahren weihten die Weihbischöfe Dr. Josef Voß (Münster) und Manfred Melzer aus Köln das Karmel St. Michael in Lembeck. Gestern Vormittag zelebrierten die beiden Geistlichen einen festlichen Dankgottesdienst in der Michaeliskapelle.

Die Ordensfrauen und Organisatoren um den Grafen und die Gräfin Merveldt hatten mit dem großen Interesse der Lembecker an diesem besonderen Festtag gerechnet und ein Zelt aufgestellt, in dem alle Gottesdienstbesucher Platz fanden. Rund 150 geladene Gäste, unter ihnen Dorstens Bürgermeister Lambert Lütkenhorst, feierten die Hl. Messe mit.

Zur Geschichte: Graf Ferdinand von Merveldt suchte vor über zehn Jahren eine kleine Ordensgemeinschaft, die das Anwesen nutzen und unterhalten könnte. Die Kirche sollte damit in das ehemalige Seniorenheim im Michaelisstift an der Rhader Straße einziehen. Schwester Elisabeth, Priorin im Lembecker Karmel, und ihre Ordensschwestern haben den Umzug aus dem rheinischen Bonn-Pützchen ins westfälische Lembeck nie bereut, im Gegenteil: „Wir haben uns von Anfang an wohl gefühlt.” Denn das bisherige Gelände in Bonn war für den Orden im Laufe der Jahre zu groß geworden, elf Karmelitinnen zogen vor zehn Jahren um.

Ein besonderer Höhepunkt des gestrigen Michaelisfestes war die Segnung einer Figur der Heiligen Edith Stein. Wilhelm Senoner, Bildhauer aus Gröden in Südtirol, schuf das knapp 30 Zentimter große Kunstwerk.

Edith Stein, Tochter jüdisch-orthodoxer Eltern, wurde als 30-Jährige getauft und trat mit 42 Jahren ins Kölner Karmel ein. Im August 1942 ermordetem sie die Nazis im KZ Auschwitz-Birkenau. 1987 sprach Papst Johannes Paul II. die Ordensschwester und Lehrerin selig und im folgenden Jahr heilig. Seit gestern hat die Figur Edith Steins ihren neuen festen Platz am Altar der Michaeliskapelle.

Senoners Vater bevorzugte das Kruzifix als Objekt künstlerischer Arbeit, der Sohn studierte zunächst den gotischen Stil, hat aber später auch neue Formen erkundet.

Beim Imbiss nach dem Gedenkgottesdienst unter freiem Himmel im Garten des Anwesens bestand Gelegenheit zum Austausch. Mit einer Dankvesper am Nachmittag in der Kapelle endete das gestrige Michaelisfest zum zehnjährigen des Karmels in Lembeck.

Die St. Michaelis-Kapelle ist das Herzstück des Karmel Lembeck. Baronin Westerholt errichtete nach dem Tod ihres Mannes im Dorf Endeln ein kleines herrschaftliches Haus, das Witwensitz und soziale Stiftung zugleich sein sollte. Johann Conrad Schlaun baute die Kapelle, die im September 1777 geweiht wurde. Mitte des 19. Jahrhunderts diente das neue Hauptgebäude als Waisen- und Krankenhaus. 1969 wurde es Altenheim, 1995 schloss das Stift aus Finanzgründen. Quelle und Infos: www.karmel-st-michael.de

Andreas Rentel

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