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Große Spaßmacher in Serie . . .

28.04.2008 | 16:53 Uhr
Große Spaßmacher in Serie . . .

Fast 25 Jahre hat Andrea Kortemeyer das Gemeinschaftshaus geprägt. Gestern räumte sie ihren Schreibtisch auf, um im Kulturamt neue Aufgaben zu übernehmen. Dem GHW bleibt sie gleichwohl bis 2010 treu

Wie lange sie im Gemeinschaftshaus gearbeitet hat – das sieht Andrea Kortemeyer (52) in den Pekip-Kursen. Die jungen Mütter dort kennt sie noch als Knirpse von den ersten Ferienspäßen im GHW. „Und jetzt zeigen sie mir stolz stolz ihre Kinder”, lacht sie. Und sie sei „teilweise mit den Theatern groß geworden”, sagt sie. Die Ensembles Pappmobil oder Töfte etwa kamen vor zwanzig Jahren nach Wulfen – und kommen auch heute noch. Nach fast 25 Jahren räumte die langjährige Leiterin gestern ihren Schreibtisch, heute zieht sie um ins Kulturamt, um dort die Projekte fürs Kulturstadtjahr 2010 zu betreuen. Etabliert hat Kortemeyer das soziale Zentrum zwischen Altwulfen und Barkenberg vor allem als Schauplatz für Kabarett und Kinderkultur. Große Spaßmacher hat sie in Serie nach Wulfen gelockt, oft schon vor ihrem Durchbruch. Herbert Knebels erstes Gastspiel: Vor hundert Zuschauern. Volker Pispers hat sie kennengelernt bei einer Fortbildung – „der war da das Beiprogramm” – und gebucht. Damals für 60 Zuschauer. Ein großer Tag war Dieter Hildebrandts erste Visite. „Da erfüllt man sich auch selbst einen Wunsch”, so Kortemeyer. Künstler, die große Hallen füllen, kommen gern nach Barkenberg. Kortemeyer: „Viele lieben die Atmosphäre hier. Sie sind näher am Publikum.” Auch auf ihrem neuen Posten wird sie für Kindertheater und Kultur-Abo im GHW weiter verantwortlich zeichnen. Angefangen hat sie zwei Wochen vor Eröffnung des Gemeinschaftshauses. Der See war damals noch nicht ganz fertig, die Ladenzeile noch mit guten Geschäften gefüllt. Das GHW – und dort vor allem die jährliche Kinderkulturwoche – war damals eine wichtige Klammer zwischen den beiden Wulfens, erzählt Kortemeyer. „Da hat die Neugierde übers Vorurteil gesiegt.” Erlebt hat sie in diesem Vierteljahrhundert auch den Niedergang der nie wirklich im Ort verankerten „Mitte” von Wulfen, der Auszug der meisten Läden. „Das ist kontinuierlich gebröckelt.” In Barkenberg – wo sie seit 15 Jahren auch wohnt – ist die GHW-Leiterin längst eine Institution. Das merkte sie bei langen Gesprächen mit Besuchern oder ganz einfach beim Einkaufen. „Da muss ich viel Zeit mitbringen.” Vom GHW-Förderverein gab's gestern einen dicken Blumenstrauß zum Abschied. „Sie hat das Haus geprägt”, sagt Vorstandsmitglied Annelie Rosenkranz. Manfred Jaeschke ergänzt: „Sie hat viel getan für den Stadtteil.” Der Abschied mit Wehmut („es hat mir wirklich Spaß gemacht”) ist auch ein Neubeginn: Andrea Kortemeyer freut sich auf die neuen Aufgaben im Kulturamt. Sie lacht. „Das wird eine schöne, reizvolle Aufgabe . . .”

Ludger Böhne

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