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Vor dem Schöffengericht

Gericht lässt sich

17.02.2011 | 17:29 Uhr

Dorsten.„Veralbern lassen wir uns hier nicht“, stellte Amtsrichterin Regine Heinz sauer fest. Kurz vor der Verhandlung hatte sich der Angeklagte zur Entgiftung ins Dorstener Krankenhaus begegeben und wollte sich nun als krank entschuldigen. Doch das wollte die Richterin nicht mitmachen, schließlich waren mehr als zehn Zeugen geladen: Ein Anruf im Krankenhaus ergab, dass der Angeklagte verhandlungsfähig sei, sie ließ ihn von der Polizei vorführen.

Gleich drei Verfahren gegen ihn wurden am Donnerstag zusammengefasst. Es ging um schweren gewerbsmäßigen Einbruch in drei Fällen, fünf versuchte Einbrüche und Fahren ohne Führerschein unter Alkoholeinfluss. Letzteres wurde eingestellt, weil der An-geklagte glaubhaft versicherte, das Moped gar nicht gefahren, sondern geschoben zu haben. Alle anderen Vorwürfe räumte er ein, so dass kein Zeuge gehört werden musste.

43 Jahre ist er, Hartz-IV-Empfänger und von Drogen gezeichnet. Er ist mehrfach vorbestraft, war schon im Knast. Das letzte Mal wurde er im November 2009 aus der JVA Gelsenkirchen entlassen, clean, wie er versichert. Während seiner Haft sei seine Frau verstorben, und er habe nicht an ihrer Beerdigung teilnehmen dürfen. „Ich habe deshalb die Kurve nicht gekriegt“, erklärt der 43-Jährige, warum er nach der Haft schnell wieder rückfällig wurde. Um seine Heroinsucht zu finanzieren, hat er ab Januar 2010 acht Kellereinbrüche in Herten und Dorsten begangen, bei denen er u.a. ein Legoauto erbeutete.

Inzwischen habe er „die Reißleine gezogen“, beteuert Markus K.. Im Februar geht er in ein Gelsenkirchener Krankenhaus, von dort aus in eine Langzeittherapie. Zu zwei Jahren Freiheitsstrafe wurde er verurteilt, zuerst macht er aber seine Therapie.

Zum Krankenhaus durfte er anschließend ohne Polizeibegleitung zu Fuß zurückgehen.

Ute Hildebrand-Schute

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