Freundliche Schaffner fehlen
18.05.2009 | 18:16 Uhr 2009-05-18T18:16:00+0200Ein junger Raesfelder muss als Schwarzfahrer 40 Euro zahlen – weil er fürs Umsteigen in Essen nur eine Minute Zeit hatte
Dorsten / Raesfeld. Auf dem Weg von Köln zum Heimatbesuch bei seinen Eltern in Raesfeld erwischte Florian Nießing mit knapper Not den Zug der Nordwestbahn von Essen nach Rhade (wo sein Vater ihn abholen wollte) – hatte allerdings keine Zeit mehr, ein Ticket zu lösen: Gerade eine Minute blieb ihm fürs Umsteigen (Ankunft 18.30, Weiterfahrt 18.31 Uhr), weil der Zug aus Düsseldorf kräftig Verspätung hatte. Nießing meldete sich bei der Zugbegleiterin und bekam prompt einen Zahlungsbefehl über ein „Erhöhtes Beförderungsentgelt” von 40 € überreicht – gegen das er Widerspruch eingelegt hat.
Der Fall berührt ein grundsätzliches Problem, weiß Katrin Hofmann, Sprecherin der Nordwestbahn: Im Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) – und in dessen Auftrag fährt die Nordwestbahn – sei es grundsätzlich nicht möglich, eine Karte noch im Zug zu lösen. Insbesondere in den großen Städten mit vielen Einsteigern an jedem Bahnhof wäre das logistisch gar nicht mehr zu bewältigen.
Kulant ist die Nordwestbahn, wenn ein Kartenautomat am Zusteigebahnhof nachweislich kaputt ist. Dann reicht es meist, sich beim Zugführer zu melden. Ein Kontrolleur wird in der Regel nur das einfache Fahrtentgelt nachfordern. Ansonsten gelte im VRR-Bereich, dass ein Ticket vor Fahrtantritt gelöst werden muss. Gründe wie kurze Umsteigezeit lassen die Kontrolleure nicht gelten. Gleichwohl: Es könnte noch schlimmer kommen, als die 40 Euro zahlen zu müssen – wenn zusätzlich eine Anzeige wegen Schwarzfahrens ausgestellt wird. Im Fall des jungen Raesfelders, so Hofmann, „hatte die Zugbegleiterin keine andere Chance, als 40 Euro zu verlangen. Wir verhalten uns da nach VRR-Tarif.”
Anders im niedersächsischen Stammland der Nordwestbahn. Dort sind Fahrkartenautomaten an Bahnhöfen nicht die Regel. Sie hängen im Zug. Dort allerdings steigen an den Haltepunkten jeweils auch nur wenige Fahrgäste ein; der Kartenverkauf kann im Zug abgewickelt werden. Hofmann: „Das ist in einer Metropolregion wie dem Ruhrgebiet einfach nicht möglich.”
Für Reinhard G. Nießing, den Vater des nun Betroffenen, ist die Situation dennoch ärgerlich. „Früher gab's den freundlichen Schaffner mit Klimperkasten vorm Bauch. Heute stehen überall nur noch Automaten, mit denen viele Menschen überfordert sind.”
16:59
Wo sinfd die netten Schaffner geblieben? -
Na klar, die netten Schaffner sind in Norddeutschland beim Metronom zu finden....
Man sollte es der Nordwestbahn zu gute halten, dass sie sich an die Vorgaben des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr hält - ja wwohl halten uss. Darum sollte die Kritik nicht so sehr an die Nordwestbahn gehen, sondern an der VRR.
23:41
Wie kann die Sprecherin der Nordwestbahn behaupten, dass im Zug keine Tickets mehr verkauft werden können?
Eine ähnliche Situation habe ich vor ca. 2 MOnaten erlebt (also nach dem Vorfall). Ich kam in letzter Minute (!) in Duisburg HBF am ICE an und hatte natürlich nicht die Zeit mich durch den Dschungel des FAhrkartenautomaten zu klicken. Habe beim Einsteigen kurz eine Schaffnerin deshalb angesprochen und sie hat ohne Probleme mir ein Ticket verkauft.
17:33
Das Problem wäre nicht entstanden, würde es in den Zügen Automaten geben.
Oder eben der Kauf beim Zugbegleiter.
Sowas nennt man Servicewüste!
15:36
Flori, stimmt.
15:36
Vielleicht hat der Flori(Flori???) ein Semesterticket, dass einen bestimmten Geltungsbereich abdeckt und wollte seine Eltern nicht versetzen ;)
00:47
Warum hat der Flori denn sein Ticket nur von Köln bis Essen gelöst und nicht gleich bis Rhade?