Erst belächelt, dann machtvoll
16.02.2010 | 18:55 Uhr 2010-02-16T18:55:00+0100Dorsten. Oft belächelt, in den Anfangsjahren manchmal gar heftig kritisiert, sind die Frauenkulturtage mittlerweile eine feste Institution. Das Ziel jedoch ist auch ein Vierteljahrhundert nach der Premiere das gleiche.
„Wir möchten die Frauen einladen, sich einzumischen, mitzumachen und zu engagieren“, sagt Vera Konieczka, die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt.
25 Jahre Frauenkulturtage, das sind 24 Jahre Frauenkulturtage unter ihrer Regie. Lediglich im ersten Jahr leitete die damals stellvertretende Kulturamtsleiterin Claudia Kokoschka die Geschicke.
„Das Pubertätsalter haben wir hinter uns. Vieles hat sich geändert“, so die Gleichstellungsbeauftragte. Vorbei seien etwa die Zeiten aufgebrachter Dorstener, wenn die Damen in kritisch-spöttischer Manier Ansprüche erhoben. „Heute vergnügen sich Dutzende an Weiberfastnacht beim Men-Strip im Wulfener Gemeindehaus“, lacht die stellvertretende Gleichstellungsbeauftragte Christa Vochler.
Auch wenn sich in den Köpfen der Dorstener in den letzten 25 Jahren so einiges getan hat, so sind die Frauenkulturtage für die Organisatorinnen so wichtig wie eh und je. „50 Prozent der Bevölkerung sind Frauen. Dennoch besitzen sie nicht 50 Prozent der Macht. In der Dorstener Stadtverwaltung gibt es beispielsweise so gut wie keine Frauen in Führungspositionen“, stellt Vera Konieczka fest. Und so stehen die 25. Frauenkulturtage vom 8. bis 20. März unter dem Motto „Frau. Macht. Kultur“.
Den Auftakt am Weltfrauentag am Montag, 8. März, macht eine musikalische Kabarett-Comedy-Dating-Doku-Show über das Finden der großen Liebe mit der Kölner Kabarettistin Renate Coch um 20 Uhr in der Aula des Petrinums. In diesem Jahr soll es endlich klappen: Nachdem Bestseller-Autorin Hatice Akyün im letzten Jahr gleich zwei Mal krankheitsbedingt ihre Lesung absagen musste, wird sie am Mittwoch, 17. März, um 19.30 Uhr in der Stadtbibliothek erwartet.
Den Dorstenerinnen, die in ihrer Stadt Geschichte machten, widmet sich der historische, aber keineswegs nur für das weibliche Geschlecht bestimmte Frauenstadtrundgang „Durstinas starke Töchter“ am Montag, 15. März, um 16 Uhr, Treffpunkt Altes Rathaus. Um andere starke Frauen aus aller Welt geht’s zwei Wochen vorher beim Literaturabend mit Regine Schwan am Montag, 1. März, um 19.30 Uhr, im Teeladen „Teatime“ oder auch bei den Themenabenden zu Hildegard von Bingen am Dienstag, 16. März, um 20 Uhr im Haus der Familie und der in Dorsten gestorbenen SPD-Politikerin Marie Ansorge a, Samstag, 20. März, um 10 Uhr im Seniorenzentrum Barkenberg.
Für ein Kontrastprogramm der ganz anderen Art sorgen am Samstag, 13. März, um 20 Uhr in der Petrinum-Aula Semiras Bauchtanzgruppen, die auf Tango Argentino treffen. In das „Verborgene Bhutan, wo die Frauen (fast immer) das Sagen haben!?“ entführt dann am Donnerstag, 18 März, um 19.30 Uhr im Gemeinschaftshaus Wulfen die Live-Fotoreportage der Schermbeckerin Berti Kamps, die mit dem Motorrad das Indien benachbarte kleine Königreich am Himalaya bereist hat.
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