Eis-Leiche aus Dorsten-Holsterhausen wird am Freitag obduziert
15.02.2012 | 14:52 Uhr 2012-02-15T14:52:00+0100
Dorsten-Holsterhausen. In einem Löschteich auf einem privaten Anwesen an der Borkener Straße in Holsterhausen ist eine fast vollständig von Eis eingeschlossene Leiche gefunden worden. Bei dem Mann handelt es sich nach ersten Erkenntnissen um einen polnischen Staatsbürger. Der Leichnam wird am Freitag obduziert.
In einem Löschteich auf einem privaten Anwesen an der Borkener Straße in Holsterhausen ist am Mittwoch Vormittag die fast vollständig von Eis eingeschlossene Leiche eines Mannes gefunden worden. Ob er Opfer eines Unfalls oder eines Verbrechens wurde, ist unklar.
Bei dem Mann handelt es sich nach ersten Erkenntnissen um einen polnischen Staatsbürger, 65 Jahre alt, der Angehörige in Essen besuchte, erklärt Polizeisprecher Michael Franz. Er wurde schon Anfang Dezember von Verwandten als vermisst gemeldet, also lange, bevor Wasserflächen in NRW zugefroren sind.
Wie und warum der Mann von Essen nach Dorsten kam, was er auf dem Grundstück wollte und wie er zu Tode kam – dazu gibt es bislang keine weiteren Angaben. „Das sind zentrale Fragen, die unsere Ermittler jetzt versuchen zu beantworten“, so Franz. Alles andere sei reine Spekulation.
Obduziert wird der noch gefrorene Leichnam am Freitag. Erst danach wird es Aussagen zur Todesursache geben. Der Fundort wurde von der Kripo beschlagnahmt. Das Fachkommissariat für Todesermittlungen bei der Kreispolizei Recklinghausen hat die Ermittlungen aufgenommen.
Der Hausmeister des Anwesens hatte am Morgen etwa 15 Meter vom Ufer entfernt etwas entdeckt, was er zunächst für einen Ast hielt. Als er näher heran ging, erkannte er, dass es sich um einen Menschen handelt. Zu sehen war, dass er eine blaue Jacke trug. Der Mann lag mit dem Gesicht nach unten im See, war fast mit dem ganzen Körper von Eis eingehüllt. Nur ein Stück der Schulter schaute noch heraus.
„Die Person war eingefroren in 15 bis 20 Zentimeter dickes Eis“
Gegen 11 Uhr forderte die Polizei Amtshilfe der Feuerwehr für die Bergung der Leiche an. „Die Person war eingefroren in 15 bis 20 Zentimeter dickes Eis“, schildert Feuerwehrchef Andreas Fischer.
In wasserdichten Sicherheitsanzügen wagten sich Einsatzkräfte auf den Löschteich vor und lösten mit einer Kettensäge zunächst einen zwei mal zwei Meter großen Block mit dem eingefrorenen Leichnam aus dem Eis heraus. „Es war wichtig, dass wir die Leiche dabei nicht beschädigen“, so Fischer. Der Klotz zerbrach allerdings beim Versuch, ihn über das Eis zum Ufer zu ziehen. Der Tote wurde dabei freigelegt und konnte dann von einem Bestatter übernommen und für weitere Untersuchungen in die Gerichtsmedizin gebracht werden.
Der Feuerwehreinsatz und sein Anlass haben indes die Anlieger verstört. „Alle waren geschockt, als das Großaufgebot an Polizei und Feuerwehr hier angerückt ist“, berichtet ein Mitarbeiter eines nahe gelegenen Unternehmens. Zu übersehen war der Einsatz nicht. Mitarbeiter und Kunden von Geschäften, Restaurants und eines Fitness-Studios erlebten mit, wie die Einsatzkräfte mehr als drei Stunden vor Ort waren. Allerdings: Der Fundort der Leiche war nicht einsehbar.
15:50
"Der Fundort wurde von der Kripo beschlagnahmt"
Wie beschlagnahmt man einen Teich?!?
Nicht den Teich, den Fundort. Soll heißen: 2 Quadratmeter Eis mit Mann herausschneiden, kühl lagern und abtransportieren.
Man kommt mit einem Kombi und 4 Mann, packt den Teich samt Umgebung an den Ecken und schiebt ihn auf die Ladefläche. Auf der Wache zieht man ihn wieder heraus und packt alles in eine gerade leerstehende Garage. Klar?